VW-Aufsichtsrat soll über LKW-Töchter beraten

Die schleppende Zusammenarbeit von MAN und Scania bereitet dem Mutterkonzern Volkswagen Kopfzerbrechen. Der ehrgeizige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech drängt seit Jahren darauf, dass die beiden Lkw-Töchter enger verzahnt werden. An diesem Freitag soll nun der VW-Aufsichtsrat Insidern zufolge beraten, wie die Zusammenarbeit verbessert werden kann.

"Die Fortführung der Lkw-Strategie wird ein Thema der Aufsichtsratssitzung sein. Dabei dürfte auch konkret über Scania und MAN gesprochen werden", sagte ein Konzerninsider der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Am Freitag soll das Gremium den Insidern zufolge auch die Weichen stellen, den ehemaligen Daimler-Manager Andreas Renschler als Lkw-Boss nach Wolfsburg zu holen. Renschler war kürzlich bei Daimler ausgeschieden, weil er dort keine Aufstiegschancen mehr sah.

Unklar blieb zunächst, was VW erwägt, damit die beiden Lkw-Bauer harmonieren. Bisher gleichen die Bemühungen eher der Zähmung von zwei Widerspenstigen. VW suche nach Wegen, um die Zusammenarbeit von MAN und Scania zu forcieren, hatte Reuters bereits Anfang Februar von Konzerninsidern erfahren. Die schwedische Zeitung Dagens Industri berichtete, VW erwäge, seinen Anteil an Scania zu erhöhen, um den Einfluss der Minderheitsaktionäre in dem schwedischem Konzern zurückzudrängen. Analysten rechnen damit, dass eine Komplettübernahme VW mindestens 5 Mrd. Euro kosten würde.