Spielzeugkette Toys 'R' Us ist insolvent

Kurz vor Weihnachten

Spielzeugkette Toys 'R' Us ist insolvent

Wachsende Konkurrenz im Online-Geschäft und ein hoher Schuldenberg zwingen den US-Spielwarenhändler Toys 'R' Us in die Knie. Der Mutterkonzern aus Wayne (New Jersey) stellte am späten Montagabend einen Antrag auf Gläubigerschutz. Die 15 Filialen in Österreich seien davon aber nicht betroffen.

"Entscheidend ist, dass die operativen Gesellschaften in Europa, Asien und Australien nicht Teil des derzeit in den USA und Kanada stattfindenden Restrukturierungsprozesses sind", heißt es vom Unternehmen.

64.000 Mitarbeiter

Toys 'R' Us beschäftigt insgesamt etwa 64.000 Mitarbeiter. Die Gruppe hat 875 Filialen in den Vereinigten Staaten. Weltweit sind es über 1.600, wenn man den Kinderausstatter Babies 'R' Us mitrechnet. Die überwiegende Mehrzahl der Märkte arbeite weiter profitabel und setze ihren Betrieb fort, betonte das Unternehmen.

Auch die Bestellmöglichkeiten im Internet blieben erhalten. Es gehe bei dem US-Verfahren außerdem "weder um eine Geschäftsauflösung noch einen Konkurs nach deutschem Verständnis". Ziel sei es, die Schulden bei laufenden Betrieb zu senken - "zum Zweck der Rückkehr auf eine nachhaltige Erfolgsspur für das Unternehmen Toys 'R' Us". Die Zahlungsfähigkeit der europäischen Gesellschaften sei gesichert.

Unruhe vor Weihnachtsgeschäft

Vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft bringt der Schritt in den USA und Kanada dennoch Unruhe in die Branche. Toys 'R' Us - 2005 von Investoren um Bain und KKr übernommen - ist ein weiterer klassischer Einzelhändler, dem Amazon und Co stark zusetzen. Allein in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree oder Perfumania Gläubigerschutz beantragt.

Dies bedeutet allerdings noch nicht das Ende. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren, ihre unrentablen Läden zu schließen und parallel dazu das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Fall von Toys 'R' Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Investoren hatten die Kette für 7,5 Milliarden Dollar (6,28 Mrd. Euro) gekauft und ihr die Schulden aufgebürdet.

Die drohende Umschuldung bei Toys 'R' Us schlug auch auf den Aktienmarkt durch: Die Kurse der US-Spielzeughersteller Hasbro und Mattel fielen. Beide Konzerne sollen bereits Lieferungen eingeschränkt haben, weil sie befürchten, der Geschäftspartner Toys 'R' Us könne seine Rechnungen nicht mehr begleichen.

 

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