Aluminium-Nachfrage zieht an

Montenegro hilft Deripaskas Aluminiumwerk

Die montenegrinische Regierung greift der angeschlagenen KAP (Kombinat Aluminijuma Podgorica) unter die Arme, das sich im Besitz des russischen Oligarchen Oleg Deripaska befindet. Sie soll noch vor Jahresende Staatsgarantien über 135 Mio. Euro für einen Bankkredit für das Aluminiumwerk bereitstellen.

Zudem plant das russische Management 2.400 der derzeit 3.900 Mitarbeitern des Aluminiumwerkes abzubauen, berichtete die montenegrinische Tageszeitung "Vijesti" unter Berufung auf den KAP-Besitzer. Seitens der Regierung wurde der Deal bisher nicht kommentiert.

Durch die Staatsgarantien könnten Finanzmittel gesichert werden, die KAP und dem dazu gehörenden Bauxit-Bergwerk in Niksic unter anderem die Begleichung der Schulden und die Finanzierung des Sozialprogrammes ermöglichen würden, teilte das Unternehmen mit. Im Gegenzug soll die Regierung die Hälfte der KAP-Aktien von Deripaska übernehmen. Ihm wird aber ein Rückkaufrecht eingeräumt.

KAP ist der führende Industriebetrieb Montenegros und für 14 % der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes sowie für die Hälfte der Ausfuhren verantwortlich. Eine Tochter von Deripaskas Alu-Konzern Rusal hatte vor 4 Jahren für den 65,4-%-Anteil an KAP 48,5 Mio. Euro bezahlt und sich verpflichtet, in den kommenden 5 Jahren weitere 55 Mio. Euro zu investieren. Laut der jüngsten Einigung der Regierung mit dem KAP-Besitzer sollen sich die Investitionen in den nächsten 5 Jahren auf 39 Mio. Euro belaufen.