Coronavirus: Aktuell kein Hotspot in Wien

Datenauswertung

Coronavirus: Aktuell kein Hotspot in Wien

96 Infektionen in Wien-Landstraße ausgewiesen - Wären deutlich mehr als in jedem anderen Wiener Bezirk - Auf Datenübermittlungsprobleme zurückzuführen.

Wien. Sieht man sich die vom Gesundheitsministerium ausgewiesenen Infektionszahlen für Wien an, wären bei aktuell 701 Covid-19-Patienten (Stand: Mittwoch, 13.15 Uhr) 97 im dritten Gemeindebezirk beheimatet. Damit wäre die Landstraße der absolute Hotspot und würde deutlich mehr Corona-Fälle als jeder andere Bezirk in Wien aufweisen. Das Zahlenmaterial täuscht allerdings, wie Recherchen der APA ergaben.
 
Der Statistik zufolge wären in der Landstraße fast doppelt so viele Infizierte zu Hause wie in der Donaustadt und Floridsdorf, die mit 56 bzw. 49 bestätigten Infektionen auf den Plätzen zwei und drei aufscheinen. Der dritte Bezirk sei allerdings kein "Ausreißer nach oben", hieß es dazu auf APA-Anfrage aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Die für den dritten Bezirk ausgewiesene Zahl fuße nämlich auf "Datenübermittlungsproblemen".
 
Die Schwierigkeiten beruhen darauf, dass der Ärztefunkdienst seinen Sitz im dritten Bezirk hat. Laborbefunde mit positiven Testergebnissen, welche die Einrichtung den Betroffenen noch nicht zustellen konnte, würden laufend in das Epidemie-Tool eingespeist, bis zur Zustellung aber der Adresse des Ärztefunkdiensts zugerechnet. Sie blieben sozusagen im dritten Bezirk "hängen", bis sie die Patienten erhalten, und würden somit nicht die realen Verhältnisse abbilden. "Es gibt derzeit keinen Hotspot in Wien", wurde der APA versichert.
 
Grundsätzlich stellt Wien bei der Erfassung der Infektionen nicht auf den Ansteckungs-, sondern den Wohnort der Betroffenen ab. Wird beispielsweise ein Arzt oder eine Pflegekraft in einem Wiener Gemeindespital positiv auf SARS-CoV-2 getestet und ist der bzw. die Betroffene in Niederösterreich gemeldet, wird dieser Fall dem jeweiligen Wohnbezirk zugerechnet. Es dauert jedoch eine gewisse Zeit, bis dieser Prozess abgeschlossen ist und sich korrekt in der Statistik niederschlägt. Damit erklären sich fallweise unterschiedliche Infektionszahlen der Gebietskörperschaften. Die Stadt Wien wies beispielsweise Mittwochfrüh 666 Infizierte aus, während das Gesundheitsministerium der Bundeshauptstadt 678 Infizierte zurechnete.

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