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485 Todesopfer in Großbritannien

'Ibiza of the Alps': Hat sich britischer 'Patient Zero' in Ischgl infiziert?

Bereits Mitte Jänner soll sich ein 50-jähriger Engländer in Tirol infiziert haben.

Österreichs "Ibiza der Alpen" hat sich mittlerweile einen internationalen Namen gemacht. Laut mehreren Medienberichten ist Ischgl jener Ort, der „zur Verbreitung des Coronavirus in ganz Europa beitrug.“ Bereits am 5. März erklärt Island das Skigebiet Ischgl zum Risikogebiet. Die isländische Maßnahme war die Reaktion auf die Erkrankung mehrerer isländischen Skiurlauber, die zuvor ihren Urlaub in Ischgl verbracht haben. Aber auch andere Länder sind direkt vom Import des Coronavirus beteiligt: Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und nun offenbar auch Großbritannien.
 
Video zum Thema: Ischgl im internationalen Fokus
 

Erster Fall bereits Mitte Jänner?

„Großbritanniens Patient 0 hat sich im Ibiza der Alpen mit dem Coronavirus infiziert“, titelt am Donnerstag die „Daily Mail“. Ein 50-jähriger IT-Angestellter aus Sussex verbrachte zusammen mit Freunden aus Dänemark und den USA vom 15. Bis 19. Jänner einen Skiurlaub in Tirol. Dort soll er sich bereits Mitte Jänner mit dem Coronavirus infiziert haben. Zu Hause steckte Daren Bland dann auch seine Frau Sarah und die gemeinsamen Kinder an. Wie die „Daily Mail“ berichtet, sollen auch Blands Freunde, zwei Dänen und ein US-Amerikaner aus Minnesota, im Ischgl-Urlaub erkrankt sein. 
 
Dem „Telegraph“ berichtet Englands erster Corona-Patient: „Wir haben das Kitzloch in Ischgl besucht. Die Bar war voll, auf den Tischen sangen und tanzten die Menschen. Alle Leute waren völlig verschwitzt. Es hätte keinen besseren Platz für die Ausbreitung des Virus geben können.“ Daren Bland litt unter der Erkrankung, ist inzwischen aber wieder gesund. „Ich war 10 Tage lang krank. Ich konnte nicht aufstehen, ich konnte nicht arbeiten, es hat mich für sechs geschlagen. Ich war atemlos.“ 
 
© APA/JAKOB GRUBER
 
Die Familie Bland wurde nicht auf das Coronavirus getestet, die Symptome deuten allerdings daraufhin, dass Daren wirklich der „Patient 0“ auf der Insel. Inzwischen sind in Großbritannien 9.529 mit dem Coronavirus infiziert, 465 Personen sind an Covid-19 gestorben. 
 

Vertuschungsskandal in Tirol: Protokoll des Ischgl-Versagens

29. Februar: Beginn

Bei einem Flug der Icelandair aus München nach Island treten 15 Covid-19-Fälle auf. Alle Skifahrer waren in Ischgl, feierten im „Kitzloch“.
Warnung. Islands Behörden erklären Ischgl zum Risikogebiet. Die Namen der Infizierten werden den Tiroler Behörden übermittelt: „Doch die haben das völlig ­ignoriert“, sagt der Isländer Kári Stefánsson.

5. März: Empört

oe24.at berichtet über die Isländer. Ein empörter Sprecher der Tiroler Landesregierung ruft an: Wir sollen doch bitte nicht länger schreiben, dass sich 14 Isländer in Ischgl infiziert hätten. Wörtlich sagt er: „In Ischgl gibt’s keinen Fall …“

6. März: Fake News

Während noch dementiert wird, werden Ärzte nach Ischgl geschickt. Sie dürfen aber nur bestimmte Personen testen. Hoteliers und Bürgermeister werden vorab alarmiert. Der deutsche Barkeeper der Après-Ski-Bar „Kitzloch“ wird getestet. Positiv. Auch 15 „Kitzloch“-Mitarbeiter sind positiv. Trotzdem sagt Tirols Sanitätsdirektor Franz Katzgraber: „Aus medizinischer Sicht ist es wenig wahrscheinlich, dass es in Tirol zu Ansteckungen gekommen ist.“ Auch wird von einem Hotelier ein Infektionsfall nicht weitergeleitet.

10. März: Erste Sperren

Erst jetzt lässt Tirol das „Kitzloch“ sperren. Ebenso weitere ­Après-Ski-Lokale. Eine Quarantäne für Ischgl und das Paznauntal gibt es aber noch immer nicht.

© APA/JAKOB GRUBER
 In dieser Bar in Ischgl soll alles angefangen haben.

13. März: Ski-Aus

Die Regierung erklärt Ischgl und das Paznauntal zum Risikogebiet und verhängt eine Quarantäne. Aber: Ausländische Urlauber dürfen das Gebiet verlassen. Sie werden angewiesen, ohne Unterbrechung nach Hause zu fahren – kontrolliert wird das aber nicht. Auch soll der Tiroler Tourismusverband Hoteliers im Vorhinein über die geplanten Maßnahmen informiert haben. Manche Hoteliers entließen darauf ihre Arbeiter. Womöglich haben diese das Virus ebenfalls verteilt. Das wurde nicht bedacht, verdrängt.

14. März: Skandal

Tausende Urlauber wollen weg. Sie kehren unterwegs ein, da es an Reiseverbindungen fehlt. Niemand kontrolliert. Andere bleiben in Innsbruck – keine Flieger. Übernachten in Hotels. Ein Deutscher aus Bremen sagt zu ÖSTERREICH: „Wir waren eine Männergruppe. Schon beim Skifahren hatten wir Schnupfen, das verdrängten wir.“ Alle sind inzwischen Corona-krank. Niemand weiß, wie viele sie bei ihrer Rückkehr ­infiziert haben.

15. März: Lifte

Noch immer läuft der Betrieb einiger Skilifte, wird erst am Abend komplett eingestellt. Hunderte Skifahrer drängen sich auf den Sonnenterrassen.

16. März: Klagen

In ganz Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Island gibt es Covid-19-Krankheitsfälle. Ursprung: Ischgl. Allein in Hamburg gibt es 80 Fälle. Klagen wurden eingereicht.

Video zum Thema: Internationale Negativschlagzeilen über Tirol

19. März: Totalsperre

Erst als die Zahl der Infektionen emporschnellt, wird über alle 279 Tiroler Gemeinden eine komplette Sperre verhängt. Viel zu spät.

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