Vorsicht vor Italien-Reisen: Noch 60 Corona-Tote an einem Tag

Insgesamt 33.475 Todesfälle

Vorsicht vor Italien-Reisen: Noch 60 Corona-Tote an einem Tag

Die Zahlen sind zwar rückläufig, Italien verzeichnet aber weiterhin 60 Corona-Tote binnen 24 Stunden.

Rom. Italien hat am Montag neuerlich einen Rückgang der täglichen Coronavirus-Toten verzeichnet. Von Sonntag auf Montag starben 60 Menschen am Coronavirus, während es in den vorangegangenen 24 Stunden noch 111 gewesen waren, teilte der italienische Zivilschutz mit. Zudem wurden lediglich 178 Neuinfektionen gezählt, nur gut halb so viel wie in Deutschland (333 am Montag).

Insgesamt sind damit 33.475 Menschen in Italien am Coronavirus gestorben. Die Zahl der aktiv Infizierten betrug am Montag 41.367, in den Spitälern wurden 6.099 Personen behandelt, davon 424 auf Intensivstationen. Dies sind um neun weniger als am Sonntag. 34.844 Personen befanden sich in Heimquarantäne, 158.355 Corona-Infizierte gelten als genesen.

19 Tote in der Lombardei

In der Lombardei, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden 19 Tote gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 16.131. Die Zahl der Neuinfizierten kletterte in der Lombardei am Montag um 50, jene der aktuell Infizierten lag in der gesamten Region bei 20.861. Die Zahl der Covid-19-Kranken in den lombardischen Spitälern sank auf 3.085 Personen. Auf der Intensivstation lagen noch 167 Patienten.

Ab Mittwoch können Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich dort wie bisher einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen. Damit erhofft sich Italien einen Neustart des Fremdenverkehrs, der seit Ende Februar zum Erliegen gekommen ist. Italien zählt zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern der Welt.

Italien wirbt für Grenzöffnung

Italien verstärkt seine diplomatische Offensive für eine Öffnung der Grenzen. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio kündigte daher für kommende Woche eine "Europa-Tour" an, um für die Grenzöffnung zu Italien zu werben. Besuche sind in Deutschland, Slowenien und Griechenland geplant, eine Reise nach Wien steht bisher nicht am Programm, wird aber nicht ausgeschlossen.
 
Am Mittwoch plant Di Maio zudem ein Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian in Rom. Dabei handelt es sich um den ersten Besuch des französischen Außenministers nach Ende des Lockdown in seinem Land. Am Freitag reist Di Maio nach Deutschland und am Samstag nach Slowenien. Am 9. Juni wird er in Griechenland erwartet.
 
Eine vergangene Woche von Di Maio noch angekündigte Reise nach Wien steht vorerst nicht am Programm. Aus dem Außenministerium hieß es dazu am Samstag auf APA-Anfrage, es gebe noch keine konkrete Anfrage der Italiener diesbezüglich. Di Maio wäre "aber natürlich in Wien herzlich willkommen". Der Pressesprecher Di Maios erklärte auf Anfrage: "In den letzten Tagen hat es wiederholt Kontakte zur Regierung in Wien gegeben. Ein Besuch in Österreich ist demnächst durchaus möglich."
 
Die mangelnde Bereitschaft Österreichs, seine Grenzen zu Italien rasch zu öffnen, hat in den vergangenen Tagen für Kritik in Italien, das stark vom Tourismus abhängig ist, gesorgt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte Italien diese Woche noch als "Hotspot" bezeichnet und darauf verwiesen, dass einige Regionen rund um die Lombardei und die Lombardei selbst noch sehr stark mit Corona-Infektionen belastet seien.
 
Während Österreich und andere Länder bereits bilaterale Absprachen zur gegenseitigen Grenzöffnung getroffen haben, pocht Italien auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen ab dem 15. Juni. "Ansonsten bricht Europa zusammen", warnte Di Maio am Samstag auf Facebook.

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