Jetzt auch erster Corona-Todesfall im Burgenland

Fälle in Österreich: 2.388, Todesfälle: 15

Jetzt auch erster Corona-Todesfall im Burgenland

Im Krankenhaus Oberpullendorf ist ein 73-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf verstorben.

Österreich-weit. Die Zahl der offiziell mit dem Coronavirus infizierten Personen ist auch am Freitag während des Tages nach oben gegangen. Stand 15.00 Uhr waren laut dem Gesundheitsministerium 2.388 Fälle positiv getestet. Die meisten Betroffenen vermeldete Tirol mit 508 gefolgt von Oberösterreich mit 421. Inzwischen gibt es einen ersten Todesfall im Burgenland. 

+++ Am Ende des Artikels finden Sie den Live-Ticker zum Nachlesen +++

Somit stiegen die Infektionen in Österreich im Vergleich zu Donnerstag 14.30 Uhr um 355 Betroffene an. Fälle nach Bundesländern: Burgenland (33), Kärnten (71), Niederösterreich (355), Oberösterreich (421), Salzburg (167), Steiermark (340), Tirol (508), Vorarlberg (197), Wien (296).
 
Weltweit wurden bisher insgesamt 246.275 bestätigte Fälle bekannt gegeben, 81.250 davon meldete China. 86.036 Menschen haben sich inzwischen weltweit von Covid-19 wieder erholt.

73-jähriger Mann im Bezirk Oberpullendorf gestorben

Im Burgenland gibt es den ersten bestätigten Todesfall durch eine Covid-19-Erkrankung. Im Krankenhaus Oberpullendorf ist ein 73-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf verstorben. Das teilte der Koordinationsstab Coronavirus des Landes Burgenland am Freitag der APA mit.
 
Der Mann habe auch an Vorerkrankungen gelitten, sagte ein Sprecher. Im Burgenland gab es bis Freitagnachmittag insgesamt 31 bestätigte Krankheitsfälle.

Zwei ältere Männer in Wien gestorben

In Wien gibt es zwei weitere Todesfälle durch eine Covid-19-Erkrankung. Wie Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabes der Stadt Wien, am Freitagnachmittag mitteilte, handelt es sich um zwei Männer im Alter von 93 bzw. 76 Jahren, die beide bereits in schlechtem Allgemeinzustand waren.
 
Sie befanden sich bereits seit einigen Tagen in Krankenhäusern, wo sie nun auch verstorben sind. Damit stieg die Zahl der Toten durch das Coronavirus in der Bundeshauptstadt auf sechs.

81-Jähriger starb in St. Pölten

Im Universitätsklinikum St. Pölten ist in der Nacht auf Freitag ein 81-Jähriger gestorben, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Er war am Donnerstag in die Intensivstation des Krankenhauses eingeliefert worden, teilte die NÖ Landeskliniken-Holding mit.
 
Der Mann ist das dritte Covid-19-Todesopfer in Niederösterreich. Ebenfalls am Freitag war eine 96-Jährige im Landesklinikum Melk gestorben, am Mittwoch ein 76-Jähriger im selben Spital.

96-Jährige starb im Landesklinikum Melk

Im Landesklinikum Melk ist am Freitag nach Angaben der NÖ Landeskliniken-Holding eine 96-Jährige gestorben, die positiv auf Covid-19 getestet worden war. Sie ist das zweite Coronavirus-Todesopfer in Niederösterreich.
 
Die Frau war laut Holding-Sprecher Bernhard Jany verunfallt und erkrankt. Dann sei auch noch der positive Covid-19-Test gefolgt. Die Patienten wurde am Mittwoch nach Melk eingeliefert.

Wetterumschwung soll Menschen zum Daheimbleiben bewegen

Das Wetter kommt den Vorgaben der Regierung im Kampf gegen das Coronavirus ab dem Wochenende entgegen: Am Freitag wird es nochmals frühlingshaft, am Samstag folgt ein Umschwung mit Regen, in der Folge sind Schneeschauer bis in tiefe Lagen zu erwarten, prognostizierte die ZAMG am Donnerstag. Also: Am besten zu Hause bleiben!

Nach der Einführung von Kontrollen an den Grenzen zu Italien, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland wegen des Coronavirus werden ab Freitag auch die ungarische und slowenische kontrolliert. Die Kontrollen - samt Checks auf das Coronavirus - werden damit auf nahezu alle Nachbarländer außer Tschechien und der Slowakei ausgeweitet. Geplant sind sie bis 7. April.

Auch das Bundeskanzleramt ist für allfällige Infektionsfälle im engsten Stab gerüstet. Für Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine direkten Mitarbeiter wurden u.a. bereits Notbetten im Kanzleramt aufgestellt. Damit wäre im Fall einer Ansteckung eine Isolation für das Kernteam im Kanzleramt möglich und das Weiterarbeiten gesichert.

 
 
 

 23:15

Das war's vom LIVETICKER

Wir informieren Sie auch morgen wieder über die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus. Vielen Dank an die Leser!

 23:14

Iran bittet USA um Aufhebung der Sanktionen

Der Iran bittet die USA angesichts der Virus-Krise um Aufhebung von Sanktionen. Präsident Hassan Ruhani sagte am Freitag staatlichen Medien zufolge, die Amerikaner sollten ihre Regierung zu diesem Schritt bewegen.

In der Türkei stieg die Zahl der an dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag auf 670. Neun Personen starben an der Krankheit, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitag mit.

Auch in Simbabwe ist unterdessen jetzt eine Coronavirus-Infektion bestätigt. Das afrikanische Land meldet den ersten Patienten: einen 38-Jährigen, der vor fünf Tagen aus Großbritannien zurückgekehrt sei.

 22:01

Iran bittet USA um Aufhebung der Sanktionen

Der Iran bittet die USA angesichts der Virus-Krise um Aufhebung von Sanktionen. Präsident Hassan Ruhani sagte am Freitag staatlichen Medien zufolge, die Amerikaner sollten ihre Regierung zu diesem Schritt bewegen.

In der Türkei stieg die Zahl der an dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag auf 670. Neun Personen starben an der Krankheit, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitag mit.

Auch in Simbabwe ist unterdessen jetzt eine Coronavirus-Infektion bestätigt. Das afrikanische Land meldet den ersten Patienten: einen 38-Jährigen, der vor fünf Tagen aus Großbritannien zurückgekehrt sei.

 21:26

Ärztin am Bezirkskrankenhaus Kufstein in Tirol erkrankt

Innsbruck/Kufstein (APA) - Eine Ärztin, die am Bezirkskrankenhaus Kufstein in Tirol arbeitet, ist am Coronavirus erkrankt. Seit Freitagvormittag liegt das positive Testergebnis vor, teilte das Land mit. Die Frau hatte sich am Mittwoch schon zu Hause isoliert. Mitarbeiter des Bezirkskrankenhauses dürfen aber unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen weiterarbeiten, solange sie keine Symptome aufweisen, hieß es.

"Um die Gesundheitsversorgung im Bezirk Kufstein aufrechtzuerhalten, dürfen gesunde MitarbeiterInnen der versorgungskritischen Infrastrukturen wie dem Bezirkskrankenhaus Kufstein auf Basis der Empfehlung des Gesundheitsministeriums ihrer Tätigkeit weiter nachkommen", begründete das Land die Vorgangsweise. Sie werden aber zwei mal am Tag getestet und dürfen also nur dann arbeiten, wenn sie gesund sind. Mögliche Kontaktpersonen - also auch Patienten - wurden bereits abgeklärt. Auch der leitende Amtsarzt des Bezirks gilt als enge Kontaktperson. Er isolierte sich bis zum Vorliegen der Testergebnisse.

Doch aus Tirol gibt es auch eine gute Nachricht: Insgesamt sieben Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten, sind wieder gesund. Am Freitag wurden aber 80 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet - damit liegt die Zahl der positiven Testergebnisse in Tirol nun bei 707. Die meisten Corona-Fälle stammen aus dem Bezirk Landeck (247).

 21:17

BND warnt vor Verknappung bedeutender Medikamente

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) warnt vor den Auswirkungen der Corona-Krise für den europäischen Medikamentenmarkt.

Die Quarantänemaßnahmen in China hätten zu Produktionseinbrüchen geführt, die mittelfristig zu Preissteigerungen bei Medikamenten in Europa führen könnten, zitiert das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Freitag aus einem "Sonderbericht Wirtschaftsschutz" des Auslandsgeheimdienstes.

Demnach ist von den massiven Produktionsrückgängen mittlerweise bereits die Weiterverabeitung der Grundchemikalien aus China in Indien stark betroffen, wo einige der weltweit größten Produzenten von Generika sitzen.

 21:01

Kalifornien und New York mit drastischen Maßnahmen

Angesichts der sich ausweitenden Corona-Krise haben die US-Bundesstaaten Kalifornien und New York drastische Maßnahmen ergriffen. In den beiden Staaten mit insgesamt rund 60 Millionen Einwohnern werden alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen und die Bewohner aufgerufen, ihre Häuser möglichst wenig zu verlassen.

US-Präsident Donald Trump sagte inzwischen am Freitag, er erwäge derzeit keine landesweite Ausgangssperre. Von Samstag an schließen die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada für den Reiseverkehr. In den USA breitet sich das Coronavirus schnell aus. Dort wurden bereits mehr als 14.600 Infektionsfälle - rund die Hälfte davon im Bundesstaat New York - und mindestens 210 Todesfälle gemeldet.

Angesichts der rasant steigenden Infektionszahl verschärfte zunächst Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom und dann der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie erheblich. In den beiden stark betroffenen Bundesstaaten müssen alle Geschäfte schließen, die für den Alltag nicht von grundlegender Bedeutung sind, Angestellte müssen zu Hause bleiben. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken. Auch Essensauslieferungen bleiben erlaubt.

Die Menschen werden aufgerufen, das Haus nur für Einkäufe und andere dringende Erledigungen zu verlassen. Erlaubt sind aber beispielsweise Spaziergänge - die Menschen sollen dabei aber Abstand zueinander wahren.

"Das sind die drastischsten Maßnahmen, die wir ergreifen können", sagte Gouverneur Cuomo. Alle befänden sich jetzt in einer Art "Quarantäne".

 19:42

Vorarlberger Bezirksgericht Bludenz unter Quarantäne

Die gesamte Belegschaft des Bezirksgerichts Bludenz steht unter Quarantäne. Das berichtete am Freitag ORF Radio Vorarlberg unter Bezugnahme auf Landesgerichtspräsident Heinz Bildstein. Nach dem positiven Testergebnis einer Beschäftigten seien alle anderen 15 Mitarbeiter am Bezirksgericht nach Hause geschickt worden, sagte Bildstein.

Um den Betrieb in Bludenz aufrecht zu erhalten, wurden eine Richterin des Landesgerichts Feldkirch und eine Mitarbeiterin ans Bezirksgericht beordert. Sie führen dort dringende Rechtsgeschäfte durch.

 19:08

Erster Todesfall im Burgenland

Im Burgenland gibt es den ersten bestätigten Todesfall durch eine Covid-19-Erkrankung. Im Krankenhaus Oberpullendorf ist ein 73-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf verstorben. Das teilte der Koordinationsstab Coronavirus des Landes Burgenland am Freitag der APA mit.

Der Mann habe auch an Vorerkrankungen gelitten, sagte ein Sprecher. Im Burgenland gab es bis Freitagnachmittag insgesamt 31 bestätigte Krankheitsfälle.

 18:10

Coronavirus: USA schicken aufgegriffene Migranten nach Mexiko zurück

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wollen die USA Migranten nach einem illegalen Grenzübertritt in die USA direkt nach Mexiko zurückschicken. Von Mitternacht an würden Personen, die ohne gültige Reisepapiere die Grenze überträten, unverzüglich zurückgeschickt, sagte der geschäftsführende Heimatschutzminister Chad Wolf am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Das gelte sowohl für die Südgrenze zu Mexiko - die besonders betroffen ist - als auch für die nördliche Grenze zu Kanada. Aufgegriffene Migranten kommen bisher zunächst in Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörden, wo sie Asyl beantragen können. Wolf sagte, derzeit hätten die Grenzschutzbehörden Menschen aus mehr als 120 Ländern in Gewahrsam. Viele dieser Länder seien von dem Virus betroffen. Gesundheitsminister Alex Azar sagte: "Wir reden über eine bedeutende Anzahl illegaler Migranten." Zwischen Oktober und Februar seien 21.000 Migranten an der nördlichen und 151.000 Migranten an der südlichen Grenze in Gewahrsam genommen worden.

Azar betonte, Migranten könnten das Virus untereinander weitergeben, Grenzschutzbeamte damit anstecken und die Verbreitung in der amerikanischen Bevölkerung beschleunigen. Die Zentren der Grenzschutzbehörden seien nicht darauf ausgelegt, eine große Zahl von Migranten dort zu halten, Ansteckungen zu vermeiden oder Behandlungen wegen Covid-19-Erkrankungen zu ermöglichen.

 17:23

Tirol verlängert Quarantäne-Verordnung bis 13. April

Das Land Tirol hat am Freitag die Quarantäne-Verordnung für alle 279 Gemeinden bis zum 13. April verlängert. Damit gilt die Verordnung gleich lange wie die österreichweiten Ausgangsbeschränkungen, die Freitagmittag von der Bundesregierung bis Ostermontag ausgedehnt wurden. Ursprünglich wäre die Tiroler Verordnung mit Ablauf 5. April außer Kraft getreten.

 17:10

Corona-Virus: Aktuelle Kennzahlen aus Wien

Die Landessanitätsdirektion Wien und der medizinische Krisenstab der Stadt Wien informieren in einer Aussendung über die aktuellen Fallzahlen und weitere Kennzahlen zum Covid-19-Virus:

Stand Freitag, 20. März 2020, 16.00 Uhr, sind in Wien 308 Erkrankungen bestätigt. In Wien sind zwei Männer (93 und 76) an den Folgen des Corona-Virus im Krankenhaus verstorben. Beide waren bereits in einem schlechten Allgemeinzustand. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle steigt damit auf sechs.

Fünf Personen sind gesundet und genesen.

Die Gesundheitshotline 1450 hat 5.975 Anrufe entgegengenommen. Informationen für die Bevölkerung erteilt auch die Service-Nummer der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621.

 16:51

Haftstrafe für Huster in Niederlanden

Wegen absichtlichen Anhustens von zwei Polizisten und dem Androhen einer Corona-Infektion ist ein Mann in den Niederlanden zu einer Haftstrafe von zehn Wochen verurteilt worden. Ein Richter sprach ihn am Freitag in Den Haag für Bedrohung mit Tod oder schwerer Misshandlung für schuldig.

Der Richter wollte mit dem Urteil auch ein Zeichen setzen. Es sei besonders in der jetzigen Corona-Krise "verwerflich", dass der Mann Einsatzkräfte infizieren wollte. "Gerade jetzt verdienen unsere Hilfskräfte unseren Schutz", heißt es im Urteil.

Der 23-jährige Verurteilte ist nicht mit dem Virus infiziert. Er war in der Nacht auf Mittwoch zu schnell und in Schlangenlinien Auto gefahren und daher von den Polizisten gestoppt worden. Der Mann hatte einen Alkoholtest verweigert und bei seiner Festnahme den Polizisten bewusst ins Gesicht gehustet. Dabei hatte er nach Angaben des Gerichts gesagt. "Ich habe das Coronavirus und ihr jetzt auch."

 16:34

Nationalrat: Anschober für Fehlersuche danach

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat in der Nationalratsdebatte am Freitag Fehler im Umgang mit dem Coronavirus in Österreich zugegeben. Er stellte eine "breite, schonungslose, transparente Evaluierung nach dieser Krise" in Aussicht und meinte: "Ich bin der erste, der hier dabei ist." Bei Medikamentenversorgung und Schutzkleidung müsse Österreich etwa selbstständig werden, sagte er.

Eine wesentliche Konsequenz aus der aktuellen Krise müsse sein, dass Österreich die Versorgung im Gesundheitsbereich zentral steuern und lenken kann, meinte Anschober. "Selbstverständlich machen wir Fehler", räumte er ein, aber: "In dieser Stunde braucht's Zusammenhalt." "Wirklich dankbar" zeigte er sich bereits für die Einigkeit im Kampf gegen die Pandemie in Österreich. Sowohl in der Bevölkerung, als auch bei den Parteien.

Anschober präsentierte den Abgeordneten auch einen Lichtblick in der Krise. Laut jüngsten Zahlen ist der tägliche Zuwachs bei den registrierten Infektionen auf unter 20 Prozent gesunken. Bis Ostern müsse man nun in den einstelligen Bereich kommen. Der Gesundheitsminister warnte aber vor zu viel Optimismus und vor allem Nachlässigkeit. Die Zahlen sollten nicht dazu verführen zu sagen, "jetzt sind wir auf dem richtigen Weg und das war's jetzt".

Zuvor hatte sich auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bei jenen bedankt, die in der Krise "unsichtbar" im Hintergrund mitarbeiten würden, vor allem bei den Lehrlingen. "Die österreichische Wirtschaft leidet", sagte sie, verwies aber auf die rund 38 Mrd. Euro an Hilfen durch die Regierung - "weil wir wissen, dass es ernst ist". Auch Schramböck wiederholte die Willensbekundung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), die Wirtschaft zu stützen, "koste es was es wolle".

 16:33

Mo-Do +97.500 Arbeitslose, Interesse an Kurzarbeit groß

Die Corona-Krise lässt die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter steigen. Seit dem Start der Ausgangsbeschränkungen gibt es Montag bis Donnerstag zusammengerechnet um 97.500 mehr Arbeitslose als noch Sonntagabend, sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Freitagnachmittag zur APA.

Von den neuen Arbeitslosen würden 36.000 aus dem Tourismus, 11.000 vom Bau und 9.000 aus dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, hauptsächlich aus der Leiharbeitsbranche stammen, so der AMS-Chef. Ende Februar gab es in Österreich fast 400.000 Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet.

Laut dem AMS-Chef haben sich über 18.000 Unternehmen wegen der neuen Covid-19-Kurzarbeitsregelung beim Arbeitsmarktservice gemeldet.

 15:42

Nationalrat: Regierungsspitze mit Durchhalteparolen

Die Regierungsspitze hat die Nationalratssitzung am Freitag für Durchhalteparolen in der Corona-Krise genützt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Richtige tun", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu den erst kurz davor verlängerten Maßnahmen. "Abstand halten und durchhalten", appellierte auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) an die Bevölkerung, sich an die Beschränkungen zu halten.

"Wir leben in einer Zeit des Ausnahmezustands, in einer sehr herausfordernden Phase, in einer Phase auch der Umstellung", meinte Kurz abermals. Die Maßnahmen würden aber von Experten gut geheißen und zudem von vielen anderen Ländern übernommen. Bayern habe die in Österreich geltenden Ausgangsbeschränkungen gerade erst "eins zu ein kopiert". "Wichtig ist jetzt, dass wir die Ausdauer nicht verlieren", so der Bundeskanzler.

Kurz appellierte auch an die Abgeordneten, als Politikerinnen und Politiker einen Beitrag zu leisten und sich genauso an die Bestimmungen zu halten. Zur Effektivität der Maßnahmen meinte er: "Es geht nicht um die Frage, ob wir uns anstecken, sondern vielmehr um die Frage, wann wir uns anstecken." So würden etwa in Italien Menschen sterben, weil sie nicht behandelt werden können. "Das gilt es um jeden Preis zu verhindern."

Der Kanzler bedankte sich auch bei den Österreichern für das Mittragen der Maßnahmen sowie bei allen Bevölkerungsgruppen, die trotz Krise im Einsatz seien. Neben der gesundheitlichen gebe es aber auch eine "zweite Betroffenheit", nämlich die Angst vor Arbeitslosigkeit und den wirtschaftlichen Auswirkungen auf Betriebe. Es handle sich um eine "noch nie da gewesene große Zahl", weswegen die Regierung ein Hilfspaket geschnürt habe, das auch von der Opposition mitgetragen werde.

Von außergewöhnlichen Maßnahmen sprach auch Kogler. "Es sind nicht nur Tage, es werden Wochen sein, und viele Nachwirkungen werden Monate dauern", stellte er in Aussicht. Auch der Vizekanzler bedankte sich bei der Bevölkerung für die Beteiligung. Es gebe nun viele normative Verordnungen, "aber natürlich braucht es auch das Mitmachen der Einzelnen und Individuen". Und: "Sie alle helfen dabei, Menschenleben zu retten."

Kogler appellierte vor allem an den "Hausverstand" jedes Einzelnen, wenn es um die Ausgangsbeschränkungen geht. "Zusammenhalten heißt jetzt Abstand halten, das ist so", mahnte er. Bewegungsdrang sei zwar wichtig, verärgert zeigte er sich aber etwa über Berichte, "dass es welche gibt, die die wunderschöne Bergwelt Österreichs als Sportgerät nutzen". Jeder provozierte Bergunfall nehme einen Platz in der Gesundheitsversorgung weg.

Als berechtigt bezeichnete Kogler zwar Zurufe aus der Opposition, die noch immer unzureichende wirtschaftliche Hilfen kritisiert hatten. "Es ist uns völlig bewusst, wer schnell hilft, hilft doppelt", meinte er dazu, niemand solle zurückbleiben. Unternehmer müssten aber auch Verständnis dafür entwickeln, "dass am ersten Tag nicht jeder das gleiche kriegt wie ein anderer".

 15:34

Unternehmen fragen verstärkt Finanzhilfen bei Banken an

Nach den von der türkis-grünen Regierung angekündigten Hilfsmaßnahmen für Unternehmen, die aufgrund der Coronavirus-Krise in finanzielle Not geraten, haben sich die Anfragen bei den Banken diesbezüglich spürbar verstärkt. "Wir sehen seit Mittwoch dieser Woche einen Anstieg der Nachfragen nach Stundungen und Überbrückungskrediten", sagte der Österreich-Chef der Erste Group, Peter Bosek, zur APA.

Die Bank verzeichne derzeit etwa 600 Anfragen pro Tag. Man sei dabei, alle Anfragen abzuarbeiten. Dabei müsse jedoch für jedes Unternehmen eine individuelle Lösung gefunden werden. Eine generelle Kreditstundung für alle gehe nicht, bisher seien jedoch bereits 80 Prozent aller Anfragen zugesagt worden, so Bosek am Freitag.

Auch bei der Bank Austria wolle man den Unternehmen mit individuellen Paketen für Kreditstundungen und Überbrückungskrediten durch Liquiditätsengpässe helfen. "Wir analysieren die individuelle Situation jedes einzelnen Unternehmens, das sich an uns wendet, sehr genau, um es dabei zu unterstützen, das Richtige zu tun und die für die Situation passenden Maßnahmen zu ergreifen", sagte Bank-Austria-Chef Robert Zadrazil laut Aussendung am Freitag. Genaue Zahlen zu den Anfragen wollte die Bank aber auf Anfrage nicht angeben. Bei der Raiffeisen Bank International (RBI) hatte Bankchef Johann Strobl bereits am Mittwoch im Rahmen der Bilanzvorlage angekündigt, für Unternehmenskunden Kreditraten zu stunden.

Derzeit stehen den Firmen mehrere Optionen für Finanzhilfen offen: So stellt die Regierung Kreditgarantien im Volumen von 2 Mrd. Euro über die Österreichische Kontrollbank (OeKB) sowie 10 Mio. Euro an Garantien für Überbrückungskredite für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) - abgewickelt über die Austria Wirtschaftsservice GmbH/aws - zur Verfügung. Für Tourismus- und Gastronomiebetriebe gibt es außerdem die Möglichkeit, bei der Hotel und Tourismusbank (ÖHT) um Kredithaftungen anzusuchen. Von der Regierung wurden diesbezüglich Haftungsübernahmen für bis zu 100 Mio. Euro an Krediten zugesagt.

Durch das Mehr an Krediten erhöht sich allerdings auch das Kredit- sowie das potenzielle Ausfallrisiko. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hält laut jüngster Schätzungen sogar eine Verdreifachung der Kreditausfälle für denkbar. Das dürfte sich im Laufe des Jahres auch in den Risikokosten niederschlagen.

"Kreditrisiko zu managen sind wir als Bank gewöhnt", so Bosek zu dem Thema. "Natürlich haben wir jetzt eine Phase extrem niedriger Risikokosten hinter uns - dass das nicht immer so sein wird, ist aber normal." Es sei jedenfalls noch "viel zu früh" um abschätzen zu können, ob und in welchem Ausmaß die Kreditausfälle steigen werden. Lob fand der Bankchef für die "sensationell schnellen" und zielgerichteten Maßnahmen der Politik. Aufgabe der Banken sei es nun, die von der Regierung zur Verfügung gestellten Mittel rasch zu den Unternehmen zu bringen, so Bosek.

Auch Regionalbanken bieten Firmenkunden derzeit ihre Hilfe an. So habe sich die Vorarlberger Regionalbanken - Vorarlberger Raiffeisenbanken, die Vorarlberger Sparkassen, die Hypo Vorarlberg, die Volksbank Vorarlberg sowie die Bank für Tirol und Vorarlberg-auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Unter Ausnutzung jeglichen regulatorischen Spielraums soll zeitnah und unbürokratisch geholfen werden, informierte Bankensprecher Wilfried Hopfner. Das Motto laute: "Wer rasch hilft, hilft doppelt", so Hopfner.

 15:32

Ryanair kürzt Lohn um die Hälfte

Die Laudamotion-Mutter Ryanair rechnet mit einer Einstellung des Flugbetriebs für zwei bis drei Monate. Massenentlassungen könnten dann nur verhindert werden, wenn es Unterstützung bei der Lohnfortzahlung durch die öffentliche Hand gebe, sagte Airline-Chef Michael O'Leary der "Financial Times". Bei ihm selbst und bei den Beschäftigten werde es im April und Mai eine Lohnkürzung um 50 Prozent geben.

Danach müsse man die Lage neu bewerten, könne aber Jobabbau nicht ausschließen. Vorrang habe für Ryanair nun so viel Bargeld zu bewahren, "dass wir, wenn wir drei, sechs, neun, vielleicht sogar zwölf Monate lang ohne Flüge und ohne Einnahmen arbeiten müssen", dass man das überleben könne. Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge. Im Zuge von Staatshilfe verschiedener Länder zugunsten von Fluggesellschaften müsse die EU aufpassen, dass es keine "massiven Verzerrungen" im Markt gebe.

 15:31

Verdopplung in Österreich alle vier bis sechs Tage

Obwohl die Zahl der nachweislich mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen in Österreich weiter ansteigt, zeigen die drastischen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung erste Erfolge. Laut einer neuen Berechnungen mit den Simulationsmodellen der Technischen Universität (TU) Wien verdoppelt sich die Fallzahl nun nicht mehr alle zwei bis zweieinhalb, sondern alle vier bis sechs Tage.

Nachdem die Zeitspannen bis zur Verdopplung am Beginn des Ausbruchs in Österreich besorgniserregend kurz waren, sollte diese Entwicklung durch die Reduktion der sozialen Kontakte deutlich eingebremst werden. Aufgrund der Inkubationszeit des neuen Coronavirus von um die vier bis sechs Tage dauert es dementsprechend, bis die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen auch an den Daten abzulesen ist.

In den Modellrechnungen des Teams um Niki Popper von der TU Wien und vom TU-Spin-Off dwh treffe nun ein, was die Simulationen vor rund einer Woche vorausgesagt haben. Darin nahmen die Forscher vorweg, wie die vielfach als "Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Österreich" bezeichneten Vorgaben auf die Ausbreitung voraussichtlich wirken werden.

"Die meisten Menschen in Österreich haben sich zum Glück an die Empfehlungen gehalten und die Anzahl der zwischenmenschlichen Kontakte reduziert. Somit ist genau das eingetreten, was wir für diesen Fall vor einer Woche vorherberechnet hatten: Die Zahl der Covid-19-Fälle steigt zwar noch, aber der tägliche prozentuelle Anstieg hat sich reduziert. Wir sind auf einem guten Weg", so Popper am Freitag in einer Aussendung.

Tatsächlich ist auch abseits der komplexen Simulation ersichtlich, dass der Zuwachs von Tag zu Tag etwas abnimmt: So lässt sich beim Blick auf die offiziell bestätigten Infiziertenzahlen entnehmen, dass der Zuwachs von Dienstag auf Mittwoch (17.-18.3.) bei 23,6 Prozent und jener von Mittwoch auf Donnerstag (18.-19.3.) bei 22,3 Prozent lag. In der vergangenen Woche hingegen lagen die mit teils erheblichen Schwankungen behafteten Zuwächse noch beständig um die 35 Prozent. Bei Betrachtung der durchschnittlichen Zuwachsrate im Sieben-Tages-Vergleich gehen die Zunahmen von rund 35 Prozent noch Anfang der Woche (16. März) auf nun (19.3.) erstmals etwas unter 30 Prozent leicht zurück.

Abseits dieser Zahlen wollen die TU-Experten in ihren Simulationen in der Folge auch abschätzen, wie sich ein Zurückfahren der Maßnahmen auswirken würde. Das geschehe nun im Zusammenarbeit mit Forschern der Medizinischen Universität Wien und der Gesundheit Österreich GmbH, heißt es in der Aussendung. Wie rasch an eine Aufhebung einzelner Einschränkungen zu denken ist, "hängt von den Erfolgen in nächster Zeit ab. Wichtig ist, möglichst viele Menschen auf das Virus zu testen - entscheidend sind am Ende gemessene Zahlen, nicht Prognosen", so Popper.

 15:13

++++ 81-Jähriger in St. Pölten gestorben ++++

Im Universitätsklinikum St. Pölten ist in der Nacht auf Freitag ein 81-Jähriger gestorben, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Er war am Donnerstag in die Intensivstation des Krankenhauses eingeliefert worden, teilte die NÖ Landeskliniken-Holding mit.

Der Mann ist das dritte Covid-19-Todesopfer in Niederösterreich. Ebenfalls am Freitag war eine 96-Jährige im Landesklinikum Melk gestorben, am Mittwoch ein 76-Jähriger im selben Spital.

 15:08

London holt medizinisches Personal aus der Pension

In Großbritannien werden wegen der Coronavirus-Pandemie Zehntausende ehemalige Ärzte und Pflegekräfte aufgefordert, aus dem Ruhestand zurückzukehren. Das teilte der nationale Gesundheitsdienst NHS am Freitag mit. Dafür sollen allein in England und Wales mehr als 65.000 Menschen angeschrieben werden, die in den vergangenen drei Jahren ausgeschieden sind.

Auch Medizinstudenten und angehende Pflegekräfte, die kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung stehen, werden demnach für die "NHS Armee" rekrutiert. Der aus Steuergeldern finanzierte Gesundheitsdienst leidet seit Jahren an Sparmaßnahmen. Einem Bericht der Stiftung Health Foundation zufolge fehlen dem NHS mehr als 100.000 Mitarbeiter, darunter 44.000 Pflegerinnen und Pfleger. Der Brexit verschärfte das Problem zusätzlich. Zahlen des Nursing and Midwifery Council zufolge ging der Zustrom an Pflegekräften aus der EU zwischen 2017 und 2018 um 87 Prozent zurück. Mehrere Tausend NHS-Mitarbeiter vom Kontinent kehrten Großbritannien seit dem Brexit-Referendum 2016 den Rücken.

Auch bei der Zahl der Betten auf Intensivstationen steht Großbritannien im europäischen Vergleich schlecht da. Zahlen des NHS zufolge gibt es im ganzen Land gerade einmal rund 4.100 Intensivbetten, in Deutschland sind es 28.000.

 15:08

Regierungen in Lateinamerika verschärfen Maßnahmen

Wegen der Coronavirus-Pandemie verschärfen auch die Regierungen in Lateinamerika ihre Schutzmaßnahmen weiter. Die brasilianische Regierung untersagte am Donnerstag (Ortszeit) die Einreisen aus Europa und mehreren anderen Ländern, in Argentinien gilt seit Freitag eine allgemeine Ausgangssperre. Peru und Mexiko meldeten ihre ersten Todesfälle durch das Virus und Haiti erste Infektionen.

Von dem Einreiseverbot in Brasilien betroffen sind Bürger der EU, aus Großbritannien, Island, Norwegen, der Schweiz, China, Japan, Südkorea, Australien und Malaysia, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Die Regelung gelte für 30 Tage. Nur wer in Brasilien seinen Wohnsitz hat, dort arbeitet oder familiäre Gründe anführen kann, darf noch einreisen.

Zuvor hatte Brasilien im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus für die kommenden zwei Wochen seine Landesgrenzen geschlossen. Nur die Grenze nach Uruguay wurde zunächst ausgenommen. Die Regierung des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro kündigte an, ab Samstag alle Strände, Restaurants und Bars für zwei Wochen zu schließen. Aus Brasilien wurden bisher 621 Infektionsfälle gemeldet, sechs Menschen starben an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Argentiniens Staatschef Alberto Fernandez verhängte wegen der Pandemie eine allgemeine Ausgangssperre, die von Freitag an bis zum 31. März gilt. Lediglich Einkäufe nahe der Wohnung blieben erlaubt. Die argentinische Regierung hatte in den vergangenen Tagen bereits die Schulen schließen lassen und den öffentlichen Verkehr eingeschränkt. In Argentinien gab es bis Donnerstag 128 bestätigte Corona-Infektionen, vier Infizierte starben. Zuvor hatte bereits Venezuela mit einer generellen Ausgangssperre auf die Pandemie reagiert.

In Chile kann wegen der Corona-Krise das für den 26. April geplante Verfassungsreferendum nicht wie geplant stattfinden. Das Parlament beschloss am Donnerstag mit großer Mehrheit, die Abstimmung auf den 25. Oktober zu verlegen. Die Umsetzung dieses Beschlusses durch ein Dekret von Präsident Sebastian Pinera gilt als Formsache. Der Staatschef hatte am Mittwoch wegen der Pandemie für 90 Tage den Katastrophenfall ausgerufen. Chile schloss auch seine Grenzen. Die Osterinsel wurde unter Quarantäne gestellt.

Peru und Mexiko meldeten erste Todesfälle. Panama und Kolumbien wollen ab Montag alle internationalen Flüge aussetzen. Auch das karibische Krisenland Haiti erreichte das Coronavirus inzwischen. Staatschef Jovenel Moise verkündete die ersten zwei Infektionen sowie Schutzmaßnahmen wie die Schließung der Grenzen, eine nächtliche Ausgangssperre und das Verbot von Zusammenkünften von mehr als zehn Menschen. Alle Schulen, Hochschulen und Ausbildungszentren müssen schließen, auch die Fabriken sollen die Produktion ruhen lassen.

 15:04

++++ Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Österreich ++++

Bestätigte Fälle, Stand 20.03.2020, 14:30 Uhr: 2.388 Fälle, nach Bundesländern: Burgenland (33), Kärnten (71), Niederösterreich (355), Oberösterreich (421), Salzburg (167), Steiermark (340), Tirol (508), Vorarlberg (197), Wien (296).

Genesene Personen, Stand 19.03.2020, 08:00 Uhr: 9, nach Bundesländern: Tirol (2), Wien (5), Niederösterreich (2).

Todesfälle, Stand 20.03.2020, 14:30 Uhr: 6, nach Bundesländern: Wien (2), Steiermark (3), Oberösterreich (1).

 14:55

Landesausstellung in Salzburg verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird der Start der Salzburger Landesausstellung "Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele" verschoben. Die Ausstellung, die ab 25. April zu sehen gewesen wäre, beginnt frühestens mit Beginn der Pfingstfestspiele Ende Mai 2020, wie das Salzburg Museum am Freitag in einer Aussendung mitteilte.

In Abstimmung mit Stadt und Land Salzburg sowie dem Direktorium der Salzburger Festspiele haben der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung des Salzburg Museum heute diese Entscheidung getroffen. Die geplante Gesamtlaufzeit von sechs Monaten ab Start der Ausstellung soll aber beibehalten werden, hieß es. Damit können nicht nur Individualbesucher, sondern auch Schulklassen im Wintersemester 2020/2021 die Ausstellung besuchen und die zahlreichen Programmangebote nützen.

 14:52

Bayern prescht mit Ausgangsbeschränkung vor

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayern als erstes Bundesland in Deutschland weitreichende Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist von Samstag an nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München deutlich machte.

Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Wegen der Corona-Krise wollen die deutschen Bundesländer nach seinen Angaben auch weitere deutliche Einschränkungen für Gastronomiebetriebe umsetzen. "Wir werden auch die Gastronomie ab morgen grundlegend schließen", sagte Söder. "Keine Gastronomie hat mehr geöffnet, nur noch, wenn es um to go, Drive-in oder entsprechende Lieferungen geht."

Dies ist auch etwas, was nahezu alle Bundesländer jetzt umsetzen wollen." Bayern grenzt an Tschechien und Österreich sowie über den Bodensee indirekt an die Schweiz.

Auch das an Frankreich und Luxemburg grenzende Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das wollte Ministerpräsident Tobias Hans noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit.

Als Reaktion auf die Sorglosigkeit vieler Menschen hatte die Diskussion über Ausgangssperren oder Betretungsverbote von Parks und Plätzen in Deutschland vorher an Fahrt aufgenommen. Die Entscheidung in Bayern war dem Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, aber zunächst nicht bekannt.

Dies zeige sicherlich, dass die Absprache und die Koordination am Sonntag "besonders wichtig ist", sagte er vor Journalisten. Die Regierung in Berlin mahnte die Menschen in Deutschland abermals eindringlich, sich wegen der Corona-Krise nicht in Gruppen zu treffen.

In Deutschland sind bisher mindestens 15.030 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. 44 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, zwei weitere Deutsche nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wird Kanzlerin Angela Merkel erst am Sonntag mit den Bundesländern beraten. Dabei werde die Wirkung der bisherigen Maßnahmen "schonungslos analysiert", kündigte Seibert an. Zugleich gelte es, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. "Wir handeln als Demokratie", sagte er. "Das gilt jetzt, und das wird auch weiter gelten." Zur Frage nach einem Notstand sagte Seibert: "Der Begriff ist nicht gefallen, und das hat Gründe."

Der Sprecher des Innenministeriums, Steve Alter, sagte, es wäre "unseriös", jetzt schon darüber zu spekulieren, welche möglichen Maßnahmen in zwei oder drei Tagen noch anstehen könnten. Alle Anordnungen müssten den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten.

Kanzleramtschef Helge Braun sieht den Samstag als eine Wegmarke. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Die Stadt Freiburg im Bundesland Baden-Württemberg nahe der Grenze zu Frankreich und der Schweiz hat bereits ein sogenanntes Betretungsverbot für öffentliche Orte beschlossen, das aber nur für Gruppen gelten soll. Es tritt an diesem Samstag in Kraft und soll bis zum 3. April gelten. Es handelt sich nicht um eine generelle Ausgangssperre.

Wer sich im Freien aufhalten möchte, darf dies weiterhin tun, allerdings nur allein, zu zweit oder mit Menschen, die in seinem Haushalt leben. Man darf zudem weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen. Mit der Maßnahme will die Stadt die Ausbreitung des Virus eindämmen.

Auch auf öffentlichen Plätzen im gesamten Bundesland Baden-Württemberg sollen Menschenansammlungen verboten werden. Die Landesregierung bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor, wie die dpa am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

In Berlin gibt es dagegen beim Thema Ausgangssperre unterschiedliche Ansichten. Die sozialdemokratische Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ist dafür, hat sich mit ihrer Position aber bei der Sondersitzung des Senats am Donnerstagabend nicht durchsetzen können. "Senatorin Kalayci hat dem Senat eine Ausgangssperre empfohlen, die abgelehnt wurde", teilte ihre Sprecherin am Freitag mit.

 14:45

Bereits mehr als 200 Tote in den USA

In den USA ist die Zahl der Coronavirus-Toten auf mehr als 200 angestiegen. Nach Angaben der renommierten Johns-Hopkins-Universität wurden bis Freitag mehr als 14.200 Infektionen und 205 Todesfälle bestätigt. Die Behörden rechnen mit einem weiteren steilen Anstieg der Fallzahlen, da inzwischen deutlich mehr Menschen getestet werden.

Inzwischen wächst die Zustimmung zum Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump. Laut einer am Freitag vom US-Sender ABC veröffentlichten Umfragen heißen mittlerweile 55 Prozent der US-Bürger das Vorgehen des Präsidenten in der Coronavirus-Pandemie gut. 43 Prozent sind unzufrieden. Vor einer Woche hatten sich noch 54 Prozent der Befragten unzufrieden und nur 43 Prozent der Befragten zufrieden geäußert.

Dem Präsidenten wird vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus lange Zeit kleingeredet zu haben. Inzwischen hat Trump, der im November eine Wiederwahl anstrebt, den Ton geändert und bezeichnet sich als Präsidenten in "Kriegszeiten". Mit seinen Äußerungen sorgt Trump dennoch nach wie vor für Verwirrung. Am Donnerstag verkündete er, die US-Arzneimittelbehörde FDA habe ein Malaria-Mittel für den Einsatz gegen das Coronavirus "zugelassen" - dabei geht es vorerst nur um beschleunigte Tests.

 14:38

Videostreaming-Dienste drosseln Bildqualität

Die Videostreaming-Dienste Netflix und Youtube drosseln in der Coronavirus-Krise ihre Datenmengen in Europa, um die Netze zu entlasten. So wird Youtube die Bildqualität zunächst für 30 Tage etwas verschlechtern: Videos sollen grundsätzlich in Standard-Auflösung statt HD-Qualität übertragen werden. Netflix will den Datendurchsatz in dieser Zeit um ein Viertel reduzieren.

Bei einer höheren Bildauflösung gibt es ein schärferes Bild, weil mehr Pixel dargestellt werden. Dafür werden aber auch mehr Daten übertragen. Netflix empfiehlt für HD (High Definition) eine Internet-Geschwindigkeit von fünf Megabit pro Sekunde, während es bei Standard-Auflösung drei Megabit pro Sekunde sind. Einen richtig großen Sprung gibt es bei dem noch besseren Ultra-HD-Format: Hier werden zum Beispiel bei Netflix 25 Megabit pro Sekunde benötigt. Ultra-HD (auch unter dem Namen 4K bekannt) gibt es dabei nur in den teureren Tarifmodellen von Netflix. Auch bei Youtube findet sich eine Vielzahl von Ultra-HD-Videos.

Netflix will dabei selektiver vorgehen als die flächendeckende Reduzierung der Auflösung bei Youtube. Das Ausmaß der Drosselung bei jedem einzelnen Nutzer werde unter anderem davon abhängen, welche Art von Gerät er nutzt, wie gerade das Netz ausgelastet ist und für welchen Tarif er bezahlt, verlautete aus Unternehmenskreisen. Also könnten manche eine schlechtere Bildqualität bemerken, andere wiederum nicht. Generell will Netflix erreichen, dass alle Nutzer die Qualität bekommen, für die sie bezahlt haben - aber zum möglichst niedrigen Datendurchsatz.

EU-Kommissar Thierry Breton, der die Maßnahmen angestoßen hatte, begrüßte das Vorgehen der Streaming-Anbieter. In Europa gibt es insgesamt die Sorge, dass die verstärkte Heimarbeit und Nutzung von Unterhaltungsangeboten die Netze verstopfen könnten. Internet-Anbieter versicherten bisher, dass sie den Anstieg schultern können. Allerdings könnte das Nadelöhr eher die lokale Netzanbindung an den Wohnorten sein. Der EU-Kommission geht es darum, dass die Auslastung der Netze das Arbeiten von Zuhause und Zugang zu Bildungsangeboten erlaubt.

Mit dem Start des Videodienstes Disney+ am kommenden Dienstag dürfte die Belastung der Netze durch Streaming-Angebote noch weiter ansteigen. Nach Informationen der Zeitung "Les Echos" appellierte die französische Regierung bereits an Disney, das Debüt aufzuschieben.

 14:37

Vatikan erlaubt die Generalabsolution

Wegen der Corona-Pandemie hat der Vatikan den Priestern in allen betroffenen Gebieten die Möglichkeit zur Generalabsolution erteilt. Sie können damit den anwesenden Gläubigen auch ohne Einzelbeichte die Vergebung ihrer Sünden zusprechen, berichtet die Kathpress am Freitag.

Die Vergebung der Sünden, die der Priester stellvertretend für Jesus Christus ausspricht, ist nach katholischer Lehre normalerweise nur nach einem vorhergehenden mündlichen Sündenbekenntnis in der Einzelbeichte möglich. In kollektiver Todesgefahr lässt das Kirchenrecht jedoch auch andere Möglichkeiten zu. Diese sind nun wegen der Corona-Pandemie gegeben.

In dem am Freitag im Vatikan veröffentlichten Dekret heißt es, Geistliche sollten diesen Weg vor allem dort eröffnen, wo sich infizierte Menschen in Todesgefahr befinden, etwa in Krankenhäusern. Um möglichst viele zu erreichen, sei auch der Einsatz von Lautsprechern möglich, damit die Betroffenen die Lossprechung von ihren Sünden auch akustisch wahrnehmen könnten.

In den von der Pandemie besonders betroffenen Gebieten könnten die Bischöfe diese Erlaubnis den Priestern erteilen. Die Geistlichen könnten auch von sich aus die Initiative ergreifen, müssten aber baldmöglichst den Bischof darüber informieren.

 14:35

Russische Notenbank lässt Leitzinsen dennoch stabil

Die russische Notenbank hat trotz der Corona-Krise und drastisch gefallener Ölpreise ihren Leitzins nicht geändert. Der Leitzins liege weiterhin bei 6,0 Prozent, teilte die Notenbank am Freitag in Moskau mit. Russland widersetzt sich damit dem internationalen Trend. Fast alle bedeutsamen Notenbanken hatten angesichts der Corona-Krise ihre Geldpolitik massiv gelockert.

In Russland ist jedoch der Rubel angesichts der massiven Ölpreisrückgänge seit Jahresbeginn zum Dollar um 20 Prozent gefallen. Eine Zinssenkung würde den Druck auf den Rubel noch verstärken.

Die russische Notenbank äußerte sich wenig konkret über das weitere Vorgehen. Man wolle alle Risiken beobachten, heißt es in einer Mitteilung. Der künftige Wachstumspfad werde von der weiteren Entwicklung der Corona-Krise abhängen. Eine Prognose zur Ölpreisentwicklung wurde nicht abgegeben. Die Rubelschwäche sehe man jedoch als vorübergehend an.

 14:30

Polen nutzt beschlagnahmten Wodka zur Desinfektion

Geschmuggelter Wodka und illegal hergestellter Alkohol kommen in Polen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie als Desinfektionsmittel zum Einsatz. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, die Zoll- und Steuerbehörden verwahrten mindestens 430.000 Liter Wodka und puren Alkohol. Sie seien entweder als Beweismittel beschlagnahmt worden oder im Anschluss an ein Verfahren konfisziert worden.

Anstatt den Alkohol zu vernichten, wurden bereits mehrere tausend Liter zur Desinfektion von Gebäuden und Verkehrsmitteln zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr im nordostpolnischen Olsztyn habe 1.000 Liter reinen Alkohol erhalten, zwei Krankenhäuser der Stadt und eine Klinik in Elblag hätten insgesamt 2.500 Liter bekommen, sagte eine Sprecherin der regionalen Zollverwaltung. In den nächsten Tagen sollen die Polizei, der Grenzschutz und die öffentliche Verwaltung versorgt werden.

 14:29

59 Ordensschwestern in Italien infiziert

Zwei Klöster sind in Rom und Umgebung geschlossen worden, nachdem insgesamt 59 Ordensschwestern positiv auf das Covid-19 getestet worden sind. Betroffen ist ein Kloster in Rom, wo 18 von insgesamt 21 Klosterfrauen sich am Coronavirus angesteckt haben, berichteten italienische Medien am Freitag.

40 Fälle wurden in einem weiteren Kloster in Grottaferrata bei Rom gemeldet. Insgesamt leben 50 Ordensschwestern in dem Kloster, eine von ihnen mussten ins Spital eingeliefert werden. "Wir prüfen, wie wir am besten mit dieser Situation umgehen können", sagte eine Klosterfrau am Telefon.

 14:29

Neue Ausfälle bei Krankenhausmitarbeitern in Kärnten

Die Ausfälle durch Coronavirus-Erkrankungsfälle innerhalb der Belegschaft den Kärntner Krankenhäuser haben zugenommen. Am Klinikum Klagenfurt wurden bisher fünf Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. Insgesamt 200 Mitarbeiter wurden deshalb in Quarantäne geschickt, sagte Gerd Kurath, Leiter des Landespressediensts, auf APA-Anfrage am Freitag.

Einschränkungen für den Betrieb des größten Krankenhauses in Kärnten bedeute das aber nicht. Am Landeskrankenhaus Villach wurde bereits vor Tagen eine Krankenschwester positiv getestet. Im Krankenhaus Wolfsberg ist ebenfalls eine Person aus der Belegschaft nachweislich an Covid-19 erkrankt, 30 Mitarbeiter wurden deshalb nach Hause geschickt. Von der Gailtalklinik befinden sich 18 Mitarbeiter in Quarantäne, weil jemand aus der Küchenbelegschaft positiv getestet wurde.

Im Krankenhaus Spittal, dem Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt sowie dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit an der Glan gab es vorerst keine infizierten Mitarbeiter, vereinzelt aber Quarantänefälle.

 14:29

Sozialdemokrat neuer Krisen-Minister der Niederlande

Der Sozialdemokrat Martin van Rijn wird neuer Minister für medizinische Versorgung der Niederlande und damit direkt für die Bewältigung der Corona-Krise verantwortlich. Das teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag mit.

Der 64-Jährige war von 2012 bis 2017 bereits Staatssekretär im Gesundheitsministerium. Der bisherige Minister Bruno Bruins war am Vortag wegen schwerer Erschöpfung zurückgetreten. Er war zuvor im Parlament bei einer Debatte zusammengebrochen. Van Rijn wurde zunächst für drei Monate berufen.

Die Entscheidung für den Sozialdemokraten ist überraschend, denn seine Partei gehört nicht der bürgerlich-liberalen Regierungskoalition an. Parteipolitische Interessen seien in der derzeitigen Krise aber nicht wichtig, sagte Rutte. "Van Rijn ist erfahren, ist direkt verfügbar und ich habe großes Vertrauen zu ihm."

 14:28

136 Anzeigen in Oberösterreich

In Oberösterreich hat es mit Stand Freitagmittag 136 Anzeigen wegen Verstöße gegen Beschränkungen gegeben. Beim Großteil handle es sich um Fälle, bei denen sich mehrere Personen trotz Versammlungsverbots im öffentlichen Raum treffen. Die Anzeigen stammen vermehrt aus dem Linzer Zentralraum, teilte die Polizei mit.

 14:27

++++ EU-Kommission lockert Haushaltsregeln wegen Krise ++++

Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie lockert die EU-Kommission die Haushaltsregeln. "Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video.

Nationale Regierungen dürften nun unbegrenzt in die Wirtschaft investieren.

 14:23

Rekordzahl an Anzeigen in Italien, 9.600 an einem Tag

Die Zahl der wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre angezeigten Italiener hat ein Rekordhoch erreicht. Allein am Donnerstag wurden 200.000 Personen kontrolliert, 9.407 wurden angezeigt, teilte das Innenministerium in Rom am Freitag mit. Seit Beginn der Kontrollen am 11. März waren noch nie so viele Personen angezeigt worden.

Fast 100.000 Geschäfte wurde allein am Donnerstag kontrolliert. 205 Shopinhaber wurden angezeigt und 21 von ihnen wurde die Lizenz entzogen. Seit Einführung der Kontrollen wurden 1,4 Millionen Italiener kontrolliert.

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, verletzt Paragraf 650 des italienischen Strafgesetzbuches, der Missachtung von Behördenverordnungen ahndet. Dabei drohen drei Monate Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 206 Euro. Während der Quarantäne dürfen Italiener nur aus beruflichen oder dringenden Gründen auf die Straßen sowie um kurze Einkäufe zu erledigen. Sie können dabei von der Polizei kontrolliert werden. Die Kontrollen haben am 11. März begonnen.

 14:19

Malta will arbeitslose Ausländer sofort ausweisen

Die maltesische Regierung will den Kampf gegen die Coronakrise auch auf dem Rücken von ausländischen Arbeitskräften austragen. Diese müssten "augenblicklich" das Land verlassen, wenn sie wegen der Krise ihren Job verlieren, sagte Wirtschaftsminister Silvio Schembri diese Woche im Parlament in La Valetta. Zahlreiche Betroffene reagierten empört.

"Bin ich im Deutschland des Jahres 1937?", lautete ein Kommentar auf Facebook. "Die Maltesen behandeln uns wie einen Putzfetzen", sagte ein italienischer Arbeiter der Zeitung "Times of Malta".

Der sozialdemokratische Minister hatte am Dienstag gesagt, dass "Fürsorge zuhause beginnt" und die Regierung sich nun primär um die einheimischen Arbeiter kümmern werden. "Wenn ausländische Arbeiter ihren Job verlieren, werden sie augenblicklich in ihr Heimatland zurückgehen müssen", betonte er. Diesbezüglich sei er auch schon mit dem Innenminister in Kontakt gewesen.

Vor allem in der Tourismusindustrie, die von der Coronakrise massiv betroffen ist, sind Zehntausende ausländische Arbeitskräfte beschäftigt. Während sich eine Ausweisung von arbeitslosen EU-Bürgern wegen der immer noch geltenden Personenfreizügigkeit eher schwierig gestalten dürfte, soll mit Drittstaatsangehörigen offenbar kurzer Prozess gemacht werden.

Nach einem Bericht der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug müssen Drittstaatsangehörige nun innerhalb von zehn Tagen nach dem Jobverlust das Land verlassen. Betroffen davon könnten auch Hunderte Serben sein, die dann aber zwischen den Stühlen säßen. Einerseits gestaltet sich die Ausreise wegen der am Samstag bevorstehenden Schließung des Flughafens von Valletta schwierig, andererseits hat Serbien bereits am heutigen Freitag seine Grenzen komplett geschlossen, auch für eigene Staatsbürger. "Wir kämpfen", sagte Darko Ivanovich, Chef einer Arbeitsvermittlungsagentur für Serben und Nordmazedonier in Valletta.

 14:11

Bisher rund 2.800 Personen in der Steiermark getestet

In der Steiermark sind bis Mittwochabend exakt 2.355 Personen einem Covid-19-Test unterzogen worden. Am Donnerstag kamen weitere rund 400 dazu, hieß es Freitagmittag auf APA-Nachfrage seitens der Kommunikation Land Steiermark. Die Testkapazitäten seien in den vergangenen Wochen laufend erweitert worden, weshalb an den meisten Tagen der Großteil der einlaufenden Abstriche verarbeitet werden könne.

Die Tests in der Grünen Mark werden von zwei Labors durchgeführt: dem Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz und dem Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes). Die Abnahme der Abstriche erfolgt mobil, die Tests werden allerdings "stationär" in den Labors durchgeführt. Bis Freitagmittag stieg die Zahl der infizierten Steirerinnen und Steirer auf 330 an. Von Donnerstagabend bis Freitagmittag kamen also 33 neue positiv verlaufene Testungen dazu.

 14:05

Rund 36 Prozent aller Tests in Tirol durchgeführt

Tirol geht beim Testen des Coronavirus offenbar besonders aktiv vor. Mit Stand Freitagmittag wurden von den bis dato österreichweit 15.613 durchgeführten Tests 5.687 Tests alleine in Tirol durchgeführt. Diese Zahlen gehen aus den Statistiken des Gesundheitsministeriums und des Landes Tirol hervor.

Damit ist Tirol für rund 36 Prozent der Testungen verantwortlich, obwohl nur rund 8,5 Prozent der Österreichischen Bevölkerung in Tirol leben. In den beiden bevölkerungsstärksten Bundesländern Niederösterreich und Wien wurden bisher 2.727 (NÖ) und rund 2.700 (Wien)Tests durchgeführt und damit deutlich weniger als in Tirol bei einer deutlich höheren Bevölkerungsanzahl. Das Bundesland Salzburg führte bisher 1.613 Tests durch, Kärnten 1.500 und Vorarlberg 824.

Günter Weiss, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin II, bestätigte im Gespräch mit der APA, dass Tirol besonders intensiv teste. Dies hänge laut Weiss auch damit zusammen, dass im Bundesland aufgrund des Auftretens vermehrter Fälle die Testkapazitäten relativ früh bereits hochgefahren wurden.

Zudem sei zu überlegen, ob weiterhin Tests in der gesamten Bevölkerung durchgeführt werden, oder ob man dazu übergehe nur mehr spezifische Gruppen zu testen, sagte Weiss. Also etwa Gesundheitspersonal und die vulnerable Bevölkerungsgruppe. Irgendwann sei die ebenfalls stetig steigende Anzahl an Testungen nämlich nicht mehr durchführbar.

Die hohe Anzahl an Fällen in Tirol und die hohe Anzahl an Tests bedinge sich gegenseitig. Treten viele Fälle auf, werden im Umfeld dieser Fälle auch vermehrt Tests durchgeführt. Das vermehrte Testen führe dann wiederum zu einem Ansteigen der Fälle, erklärte Weiss. "Mit einer breiteren Testung gehen natürlich auch die Zahlen mit nach oben", meinte der Mediziner. Zudem habe es in Tirol einige Cluster gegeben, wo besonders viele Fälle aufgetreten sind.

In Tirol werden mittlerweile jedenfalls nicht mehr nur diejenigen getestet, die entweder Kontakt zu einer positiven getesteten Person hatten oder in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet waren, wie zu Beginn der Epidemie, sondern auch alle die eine entsprechende Symptomatik bzw. eine Differenzialdiagnose (Erkrankungen mit ähnlicher oder nahezu gleicher Symptomatik, Anm.) haben, erklärte Weiss. Dies hänge aber nicht damit zusammen, dass Gesamt-Tirol zum Risikogebiet erklärt wurde, sondern mit einer österreichweiten Vorgabe des Gesundheitsministeriums, meinte der Mediziner.

 14:01

300 bis 400 Tests pro Tag in Tirol

In Tirol können 300 bis 400 Tests pro Tag durchgeführt werden. Diese Kapazität soll jedoch ab Anfang kommender Woche durch ein weiteres Labor, das Testungen durchführt, noch erhöht werden, teilte das Land am Freitag auf APA-Anfrage mit. Freitagmittag waren insgesamt noch 1.527 Tests in Auswertung.

Im gesamten Bundesland sind neun mobile Screening-Teams unterwegs, die Abstriche vornehmen. Zudem gibt es vier Screening-Stationen, davon jeweils eine in Zams (Bezirk Landeck), in Kufstein, in St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) und eine am Baggersee in Innsbruck. Darüber hinaus hat die Innsbrucker Klinik eine eigene Screening-Ambulanz eingerichtet.

 14:00

Betroffene Künstler: Lunacek kündigt "Maßnahmen-Mix" an

Auf einen "breiten Maßnahmen-Mix" will das Kunst-und Kulturstaatssekretariat zur Bekämpfung der Auswirkungen der Coronakrise setzen. Das beinhalte gegebenenfalls auch die Verschiebungen von Mitteln im diese Woche präsentieren Kulturbudget 2020, das mit 466 Mio. Euro dotiert ist. Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) betonte aber, dass man "etwa Überschreitungsermächtigungen benötigen" werde.

Das Budget sei noch vor Ausbruch der Krise geplant worden. Der Zuwachs um rund zehn Mio. Euro im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis 2019 sowie dem vor zwei Jahren vorgestellten Finanzrahmen freute Lunacek. "Im Lichte der Corona-Gesundheitskrise wird das Budget für 2020 jedoch am Ende anders aussehen als wir alle bis vor wenigen Wochen dachten", betonte sie in einem schriftlichen Statement gegenüber der APA.

Gelungen ist der Budgetzuwachs einerseits durch den Beitrag zur Volkstheatersanierung (sechs Mio. Euro) sowie zusätzlichen Mitteln für die Freie Szene in der Höhe von zwei Mio. Euro. Auch die allgemeine Kunstförderung soll höher dotiert werden. Allerdings sei angesichts von Covid-19 nun die "vorrangige Frage": "Wie können wir mit den budgetären Maßnahmen und Instrumenten, die wir gerade einsetzen, jenen helfen, die aufgrund der Absagen von Kulturveranstaltungen in existenzielle Notlagen geraten sind?"

So gelte es, Lebensgrundlagen und Arbeitsplätze zu sichern sowie dafür zu kämpfen, dass "die Kunst- und Kulturlandschaft in Österreich keinen nachhaltigen Schaden nimmt. Und wir werden niemanden zurücklassen", unterstrich Lunacek. Sollte es nötig sein, werde man daher bei Bedarf auch innerhalb der Budgetposten Mitteln verschieben.

Schon bekanntgegeben wurde diese Woche die Erhöhung des Unterstützungsfonds der Künstler-Sozialversicherungsfonds (K-SVF) um bis zu fünf Mio. Euro. Ebenfalls ins Treffen führte Lunacek den mit einer Milliarde Euro dotierte Härtefallfonds der Bundesregierung. Dieser soll Kleinst- und Einpersonenunternehmen, Non-Profit-Organisationen und freie Dienstnehmer entlasten. "Das wird auch für in Kunst und Kultur Tätige eine große Hilfestellung sein."

Weiters kündigte die Kunst- und Kulturstaatssekretärin an, dass Jahresförderungen für 2020 zur Gänze gewährt werden sollen, selbst wenn aufgrund der Coronakrise gewisse Teile nicht wahrgenommen werden. Generell sollen "im Rahmen der Förderabwicklung möglichst rasch und unbürokratisch Lösungen im Sinne der Fördernehmer" getroffen werden. Zudem wurde in der Kunst- und Kultursektion eine Service-E-Mailadresse eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können (kunstkultur@bmkoes.gv.at).

"Der größere Prozess im Bereich 'Fair Pay'", den sie einleiten wollte, werde allerdings "derzeit auf Eis gelegt", sagte Lunacek im Interview mit "Der Standard". "Es geht jetzt um Akuthilfe, wir müssen schauen, dass alle gut über diese Krise drüberkommen."

 13:59

Gesundheitschecks am Grenzübergang Spielfeld

Seit Mitternacht werden am südsteirischen Grenzübergang Spielfeld bei der Einreise aus Slowenien Gesundheitskontrollen durchgeführt. Freitagmittag war die Lage ruhig, es gab keinen Stau und die Lenker verhielten sich weitgehend diszipliniert. Doch man habe auch schon rund 20 Personen abweisen müssten, sagte der Leibnitzer Bezirkshauptmann Manfred Walch zur APA.

Am auffälligsten sei ein Fahrzeug mit sechs Bulgaren gewesen, so Walch. Die Insassen konnten sich weder auf Deutsch noch auf Englisch gut verständigen sowie keine Bescheinigungen von Arbeitgebern oder ein gesundheitliches Attest vorweisen. Sie wurden von der Polizei wieder zurück nach Slowenien geschickt. Die Kontrollen werden von den Mitarbeitern der Gesundheitsbehörde des Bezirks Leibnitz durchgeführt. "Sie haben noch am späten Donnerstagabend von einem ABC-Trupp des Bundesheeres eine Einweisung bekommen", schilderte Walch, denn richtiges An- und Ausziehen der Schutzausrüstung will gelernt sein. Unterstützung gibt es von Polizei und Bundesheer.

Für Einreisende nach Österreich gelten Auflagen: Ins Land dürfen vorerst nur mehr Personen, "die ein ärztliches Zeugnis über ihren Gesundheitszustand mit sich führen und vorweisen, dass der molekularbiologische Test auf SARS-CoV-2 negativ ist. Das ärztliche Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage sein", informierte die Landespolizeidirektion. Wer solch ein Attest nicht dabei hat, österreichischer Staatsbürger ist oder Haupt- oder Nebenwohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat, muss "unverzüglich" eine 14-tägige selbstüberwachte Heimquarantäne antreten. Zu dieser müssen sich die Einreisenden schriftlich verpflichten.

Einreisen dürfen auch jene Personen, die nur auf der Durchreise sind. Sie verpflichten sich aber, nirgends anzuhalten und umgehend wieder aus Österreich auszureisen. Von den Maßnahmen ausgenommen sind Lenker im Güterverkehr sowie gewerblicher Verkehr mit Ausnahme der Personenbeförderung. Die Lkw-Lenker müssen sich aber Fiebermessungen an den Grenzen unterziehen - ebenso wie Berufspendler. Diese brauchen ein Bestätigung über ein aufrechtes Arbeitsverhältnis in Österreich. Ansonsten werden auch sie abgewiesen.

Walch sagte: "Am stärksten betroffen sind natürlich die Bewohner der Region, die bisher öfter nach Slowenien gefahren sind, etwa auch um Zigaretten einzukaufen." Für sie gelten die Regelungen natürlich auch. Nach einem solchen Einkauf gilt 14 Tage Heimquarantäne. Abstriche für Corona-Tests werden an der Grenze übrigens nicht vorgenommen.

 13:59

Wien lieferte bisher 175 Senioren-Hilfspakete aus

Die Stadt Wien hat bisher 175 Hilfspakete an Senioren, die der Corona-Risikogruppe angehören und sich nicht selbst versorgen können bzw. nicht von Angehörigen oder der Nachbarschaft unterstützt werden, ausgeliefert. Das teilte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Freitag mit. Das Service läuft seit Wochenbeginn.

Wer Bedarf hat, kann sich an die seit dem Wochenende existierenden Service-Nummer 01/4000-4001 wenden. Sie wird vom Einsatzteam Wien betreut. Bestellungen im eigentlichen Sinn kann man allerdings dort nicht aufgeben. Vielmehr wird, wenn man der Zielgruppe angehört, ein fertig zusammengestelltes Paket vor die Haustüre gestellt.

Darin befinden sich u.a. Wurst, Käse, Reis, Dosenravioli, Haltbarmilch und Klopapier. Ein Paket habe einen Warenwert von mehr als 30 Euro, hieß es. Die infrage kommenden Bürger bekämen die Dinge aber kostenfrei, betonte Ludwig.

"Wir wollen nicht alle Haushalte beliefern, sondern jenen helfen, die in einer besonders schwierigen Lebenssituation sind", meinte der Stadtchef. Mehr als 3.200 Anrufe hat das Service-Telefon bereits verzeichnet. In bestimmten Fällen wurden auch notwendige Medikamente oder benötigtes Brennholz organisiert. Für Gesundheits- und Pflegeleistungen sowie Wäsche waschen, Putzen, und den Einkauf von speziellen Lebensmitteln vermittelt das rund 25 köpfige Team den Kontakt zu den dafür jeweils zuständigen Organisationen.

 13:58

NASA legt Mond-Projekte wegen Coronavirus-Pandemie auf Eis

Wegen der Coronavirus-Pandemie legt die US-Raumfahrtbehörde NASA ihre Mond-Projekte vorerst auf Eis. Der Bau und der Test der Rakete und der Kapsel für die bemannte Mission "Artemis" seien ausgesetzt worden, teilte NASA-Chef Jim Bridenstine am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Das Montagewerk in New Orleans und das nahegelegene Stennis Space Center würden geschlossen.

Unter den Mitarbeitern im Stennis Space Center gebe es einen bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, erklärte Bridenstine. Zudem steige die Zahl der Infektionen in der näheren Umgebung. Zunehmend begäben sich Mitarbeiter wegen der Pandemie in Isolation.

Die Maßnahmen hätten "Auswirkungen auf die NASA-Missionen", räumte Bridenstine ein. "Oberstes Ziel" sei es aber, die Gesundheit und Sicherheit der NASA-Mitarbeiter zu schützen. Die Coronavirus-Pandemie könnte die Pläne der US-Regierung zunichtemachen, bis 2024 erstmals seit 1972 auf den Mond zurückzukehren.

 13:57

860 Millionen Kinder verpassen weltweit die Schule

Wegen der Coronavirus-Pandemie können laut UN-Angaben weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Mio. Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle.

Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen. Man versuche nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

 13:55

++++ Strabag meldet Kurzarbeit in Österreich an, 3 Monate ++++

Näheres folgt...

 13:54

Tausende Mitarbeiter für Ernte, Agrarproduktion gesucht

Während die Zahl der arbeitslos Gemeldeten steigt, werden 5.000 Erntehelfer und tausende Mitarbeiter in der Lebensmittelindustrie, etwa 9.000 in der Fleischverarbeitung gesucht, sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Freitag in einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Wien. Zur Vermittlung von Arbeitskräften wurde die Plattform "www.dielebensmittelhelfer.at" eingerichtet.

Köstinger und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) richteten einen Aufruf an alle, die jetzt etwa ihre Arbeit verloren haben aber auch an Studenten und Menschen in Ausbildung, soweit sie keine Betreuungspflichten für Kinder oder Ältere haben, sich zu melden. Zum neuen Kurzarbeitsmodell, das seit kurzem beantragt werden kann, haben sich bisher im Lauf der Woche 18.000 Firmen beim Arbeitsmarktservice beraten lassen, sagte Aschbacher. Ab heute könne man konkrete Anträge stellen, das Geld soll ab 1. April möglichst rasch fließen.

 13:51

Einbrecher in Wien gab vor, mit Coronavirus infiziert zu sein

Ein 32-jähriger Mann ist in der Nacht auf Freitag, beim Versuch in ein Einfamilienhaus in Wien-Hietzing einzubrechen, festgenommen worden. Der Einsatz wurde verkompliziert, weil der Einbrecher angab, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, berichtete die Polizei am Freitag. Es musste ein Kompetenzteam der Bereitschaftseinheit anrücken.

Zeugen beobachteten den Mann kurz vor Mitternacht bei seinem Versuch, in das Haus in der Speisinger Straße einzubrechen und alarmierten die Polizei. Beamte stellten ihn noch am Ort des Geschehens. Als der Einbrecher behauptete, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, wurde ein Kompetenzteam der Bereitschaftseinheit Wien (BE) an den Einsatzort geschickt.

"Diese Einheit ist mit entsprechender Schutzausrüstung wie Masken und Handschuhen ausgestattet, um in solchen Fällen schnell einschreiten zu können und sich nicht selbst zu gefährden", sagte Polizeisprecher Daniel Fürst der APA. Die Rettung wurde verständigt und der Einbrecher für eine Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnten keine Symptome festgestellt werden, woraufhin der 32-Jährige in Arrest genommen wurde.

 13:48

Fälle weltweit in nur zwölf Tagen verdoppelt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die rasante Ausbreitung des Coronavirus am Freitag veranschaulicht. Es habe etwa drei Monate gedauert, bis die ersten 100.000 nachgewiesenen Fälle bekannt waren. Die zweiten 100.000 Fälle seien in zwölf Tagen erreicht worden. Viele Länder haben ihre Maßnahmen inzwischen verstärkt. Bayern verhängt als erstes deutsches Bundesland Ausgangsbeschränkungen

Wie sich die Zahlen angesichts der teils drastischen Bewegungseinschränkungen in vielen Staaten weiter entwickeln, sei schwer vorherzusagen. Die Johns Hopkins-Universität in den USA zeigte in ihren Tabellen am Freitag 245.000 nachgewiesene Fälle weltweit und mehr als 10.000 Tote.

Bayerns Ausgangsbeschränkungen gelten ab in der Nacht auf Samstag für vorläufig zwei Wochen, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München. Inwieweit der Bund dem Beispiel folgen wird, ist offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit den Ministerpräsidenten der Länder erst am Sonntag über die Notwendigkeit weiterer Schritte beraten.

Slowenien hat im Kampf gegen die Corona-Epidemie die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum eingeschränkt. Ab Mitternacht gilt ein Versammlungsverbot. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen verlassen, um zur Arbeit zu gehen, Besorgungen zu erledigen oder anderen Menschen zu helfen, beschloss die Regierung am Donnerstag. Erlaubt ist auch, in den Parks spazieren zu gehen. Israel hat auch eine weitgehende Ausgangssperre verhängt, die Notstandsverordnungen sollen zunächst für eine Woche gelten.

Italien hat China bei der Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus überholt. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Toten in Italien am Donnerstag auf 3.405. Damit ist Italien nun das Land mit den meisten Opfern weltweit, vor China mit nach Behördenangaben bisher 3.245. Bisher wurden rund 300 Kinder in Italien positiv auf den Erreger getestet. "Es gibt aber bisher keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern", sagte Alberto Villani, Präsident des Kinderarztverbandes.

Angesichts der weiterhin zunehmenden Zahl von Todesfällen hat der lombardische Präsident Attilio Fontana die Regierung in Rom zum Einsatz des Militärs zur Einhaltung der Ausgangssperre gefordert. Zugleich sprach er sich für die komplette Schließung aller Büros und Baustellen aus. Die Behörden achten streng darauf, dass die verhängte Ausgangsperre eingehalten wird: 1,2 Millionen Italiener wurden kontrolliert, 53.000 Personen wegen Verstößen gegen die Quarantäne-Vorschriften angezeigt. Bei den Kontrollen müssen sich die Polizisten die fantasievollsten Ausreden von jenen anhören, die sich ohne guten Grund auf der Straße aufhalten.

In Spanien gibt es mittlerweile bereits mehr als tausend Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie. 1.002 Infizierte seien bisher gestorben, sagte der Leiter des Zentrums für gesundheitliche Notfälle, Fernando Simon, am Freitag in Madrid. Die landesweite Zahl der Infizierten stieg demnach seit Donnerstag um 2.833 auf 19.980 Fälle. Die Regierung hat die vorläufige Schließung aller Hotels angeordnet. Im Zuge der am Wochenende verhängten Ausgangssperre müssen auch andere touristische Unterkünfte wie etwa Pensionen oder Campingplätze ihre Pforten schließen.

Der Iran hat 149 weitere Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie gemeldet. Die offizielle Bilanz stieg damit auf 1.433 Tote, wie Vize-Gesundheitsminister Aliresa Raissi am Freitag in Teheran mitteilte. Die Zahl der Infektionen sei binnen 24 Stunden um 1.237 auf 19.644 gestiegen. Die Regierung forderte die Bevölkerung auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte einzuschränken.

China meldete den zweiten Tag in Folge keine Ansteckungen im Inland. Allerdings gebe es 39 neue Infektionsfälle unter einreisenden Menschen, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

 13:45

Van der Bellen verfolgte Budgetrede im Home-Office

Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich am Freitag die Budgetrede von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im Home-Office angeschaut. "Normalerweise verfolge ich die Budgetrede des Finanzministers direkt im Nationalrat. In diesen außergewöhnlichen Zeiten verfolge ich sie im Home-Office daheim vor dem Fernseher", schrieb Van der Bellen auf Facebook und postete ein Foto.

Zudem schrieb er: "Danke, dass Sie auch in den kommenden Wochen Ihre persönlichen Kontakte auf das Notwendigste reduzieren." Auch appellierte das Staatsoberhaupt, die Empfehlungen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife und den Mindestabstand von einem Meter einzuhalten.

"Ihre heutige Rücksichtnahme kann morgen das Leben Ihrer Liebsten retten", so Van der Bellen: "Je mehr wir jetzt zusammenhelfen, desto besser werden wir diese Situation gemeinsam meistern. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch das schaffen, wie wir schon vieles in unserem Land gemeinsam gemeistert haben. Vielen Dank!"

 13:43

Bis zu 500 Abstriche pro Tag durch mobile Teams in NÖ

Insgesamt 500 Abstriche bei Covid-19-Verdachtsfällen können von den mobilen Teams in Niederösterreich täglich abgenommen werden. Im Einsatz stehen nach Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Freitag aktuell 25 Einheiten des Roten Kreuzes und des Arbeitersamariterbunds.

Aus den Landeskliniken lagen zunächst keine Zahlen vor. In Summe waren mit Stand Freitagfrüh 664 Untersuchungen offen, hieß es aus dem Land.

 13:42

AK Burgenland für vollen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz

Die burgenländische Arbeiterkammer (AK) fordert einen Rechtsanspruch auf die volle Pflegekarenz beziehungsweise Pflegeteilzeit für drei Monate. Aufgrund der Coronakrise und der damit verbundenen Grenzschließungen würden derzeit vielerorts 24-Stunden-Betreuerinnen zur Pflege zuhause fehlen, betonte Präsident Gerhard Michalitsch am Freitag in einer Aussendung.

"Derzeit besteht nur ein Anspruch auf zwei beziehungsweise vier Wochen Pflegekarenz - gedacht als Zeitraum um eine längerfristige Lösung für die Pflege eines Angehörigen zu suchen", sagte Michalitsch. Eine längerfristige Lösung sei in der momentanen Situation allerdings kaum möglich.

Die Grenzschließungen würden An- und Abreise vieler Pflegekräfte aus dem Ausland verhindern. Dazu komme auch das Ansteckungsrisiko, zumal in Osteuropa zu wenige Tests durchgeführt würden, sagte Michalitsch. Dadurch gebe es derzeit viel zu wenig Personal. "Wir sehen einen akuten Pflegenotstand", betonte er.

Deshalb brauche es mehr denn je den "Rechtsanspruch auf die volle Pflegekarenz beziehungsweise Pflegeteilzeit für drei Monate (nach Verlängerung insgesamt sechs Monate)".

 13:39

++++ 96-Jährige starb im Landesklinikum Melk ++++

Im Landesklinikum Melk ist am Freitag nach Angaben der NÖ Landeskliniken-Holding eine 96-Jährige gestorben, die positiv auf Covid-19 getestet worden war. Sie ist das zweite Coronavirus-Todesopfer in Niederösterreich.

Die Frau war laut Holding-Sprecher Bernhard Jany verunfallt und erkrankt. Dann sei auch noch der positive Covid-19-Test gefolgt. Die Patienten wurde am Mittwoch nach Melk eingeliefert.

 10:41

Corona - Deutschland plant 500-Milliarden-Firmen-Rettungsfonds

Die deutsche Regierung plant laut "Spiegel" einen 500 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds für Unternehmen, die wegen der Coronavirus-Pandemie in Not geraten. Er solle Firmen vor der Pleite bewahren, indem er Garantien für ihre Verbindlichkeiten ausspreche oder auch Kapital zuschieße, berichtete das Magazin am Freitag.

Vorbild wäre der Bankenrettungsfonds SoFFin, mit dem der Staat in der Finanzkrise 2008 gute Erfahrungen gemacht hat.

 10:05

Wiener Öffis dünnen Fahrplan weiter aus

Die Wiener Linien dünnen ihren Fahrplan wegen des drastischen Rückgangs bei den Fahrgästen weiter aus. Aktuelle Zählungen hätten infolge der Ausgangsbeschränkungen ein Minus von 80 Prozent an Öffi-Nutzern ergeben. Deshalb werde der U-Bahn-Takt an Werktagen auf das übliche Samstagsintervall angepasst, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Züge kommen dann alle fünf statt bisher alle drei Minuten.

Auch bei den Straßenbahnen und Bussen erfolgt eine Anpassung. Die Linie 31 fährt laut Aussendung untertags künftig alle sechs Minuten, der 48A alle zehn Minuten. An den Wochenenden fahren alle Öffis nach dem Sonntagsfahrplan. Mit den Änderungen werde der aktuelle Bedarf immer noch um 50 Prozent überstiegen, womit genügend Platz in den Fahrzeugen sei. Gleichzeitig wolle man durch die Maßnahme das Personal schützen bzw. "genug 'Reserve' für erkrankungsbedingte Ausfälle haben", hieß es.

Änderungen gibt es auch im Nachtbusverkehr. Busse fahren ab diesem Wochenende nur noch stündlich statt halbstündlich. Die Nacht-U-Bahn ist bis auf weiteres eingestellt. Gleichzeitig werden ab Samstag auch die letzten noch offenen Info- und Ticketstellen in den Stationen Reumannplatz, Kagran und Spittelau vorerst geschlossen. Tickets können online, in Trafiken und bei den Automaten gekauft werden. Für Auskünfte ist die Info-Hotline 01/7909 100 von Montag bis Freitag zwischen 6.00 und 21.00 Uhr und an Sams-, Sonn- und Feiertagen zwischen 8.00 und 17.00 Uhr erreichbar.

 09:54

Wiener Börse - ATX eröffnet mit massiven Gewinnen, +10%

 09:52

YouTube reduziert die Übertragungsqualität

Nach Netflix reduziert nun auch der Videodienst YouTube in Europa seine Übertragungsqualität. Um die Belastungen des Netzes in Zeiten verstärkter Heimarbeit, Ausgangssperren und geschlossener Schulen während der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren, werde YouTube seine Datenmengen drosseln, teilte die Google-Tochter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Damit reagieren die Unternehmen auf eine Forderung von EU-Industriekommissar Thierry Breton. Er hatte gefordert, ähnliche Maßnahmen zu treffen, um letztlich den Datenverkehr in Europa um etwa ein Viertel zu reduzieren.

 07:39

Nur eine Neuinfektion über Nacht

Laut dem Gesundheitsministerium hat sich über Nacht, also zwischen 23.00 und 7.00 Uhr, nur eine neu Person mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Corona-Kranken liegt aktuell (Stand 7.00 Uhr) bei 2.203 (+1). In Tirol sind weiterhin die meisten Personen mit dem Virus infiziert.

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