Gipfel Länder

LIVE-Ticker

Gipfel geplatzt! Öffnungen erst nach Ostern

+++ Keine Sonderregelung für Ostern +++ Eigene Sitzung zwischen Gesundheitsministerium und den östlichen Bundesländern diese Woche +++

Der mit Spannung erwartete Gipfel von Bund und Ländern zur weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie hat kaum greifbare Ergebnisse gebracht. Weder kommt es vorerst zu Lockerungen noch zu Verschärfungen. Allerdings werden zwischen Gesundheitsministerium und Ländern der Ostregion in einem Gipfel weitere "Maßnahmen" diskutiert, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Anschluss bei einer Pressekonferenz verkündete.

Der Regierungschef begründete das Ausbleiben von Öffnungen etwa der Gastgärten damit, dass die Experten entsprechende Einschätzungen abgegeben hätten. Nur in Vorarlberg wird man den Pilotversuch fortführen. Wo nach Ostern die Lage an den Intensivstationen stabil ist, wird es ebenfalls zu Lockerungen kommen.

Keine Sonderregelung für Ostern, regionale Maßnahmen

Für die Osterferien ist übrigens im Gegensatz zu ursprünglichen Überlegungen keine Sonderregel wie zu Weihnachten angedacht, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober ausführte. Das heißt, die Kontaktbeschränkungen bleiben im derzeitigen Ausmaß bestehen.

In Regionen, wo die Fallzahlen über 400 pro 100.000 Einwohner liegen, müssen künftig Sofort-Maßnahmen gesetzt werden. Diese sollen laut Kurz regional angepasst werden - von Ausfahrttests bis Distance Learning.

Schulen bleiben offen

Von Schulschließungen war vorerst aber nicht die Rede. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will diese auch möglichst verhindern und versicherte, beim in den kommenden Tagen stattfindenden Gipfel mit dem Gesundheitsministerium auf die gelindesten Mittel zu setzen. Allerdings kann er sich noch rigidere Maßnahmen vorstellen, wenn ein Fall in einer Klasse auftritt.

Ausgebaut werden die Tests und zwar derart, dass nun in den Teststraßen auch Eigentests unter Aufsicht durchgeführt werden, womit die Kapazitäten speziell zu Ostern weiter erhöht werden sollen.

Allerdings soll die Infektionszahl an sich nicht mehr das alleinige Entscheidungskriterium sein. So müssten auch Lage an den Intensivstationen und Impfrate einbezogen werden. In Sachen Impfen versicherte Kurz, dass vor dem Sommer jeder willige Österreicher zumindest eine erste Teilimpfung erhalten wird. Im April wird der Fokus auf den Über-65-Jährigen liegen, im Mai auf den Über-50-Jährigen, ab Juni kommen dann die Jüngeren an die Reihe.

Als erstes zu Wort gekommen waren am Montag wie üblich die Experten, die angesichts der hohen Fallzahlen und der zunehmend kritischen Situation an den Intensivstationen in der Ostregion Lockerungen ablehnten. Dem Vernehmen nach plädierten sie für eine grundsätzliche Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen, eine weitere Testoffensive sowie eine Homeoffice-Verpflichtung für die Ostregion, wo diese umsetzbar ist.

Diese Vorschläge wurden offenbar von allen Fachleuten getragen, aber von der Politik nur mäßig gehört. In anderen Fragen waren auch Experten uneinig. Dazu zählt Distance Learning nach den Osterferien. Im Handel waren Eintrittstests erwogen worden, auch die kommen nicht.

Landeshauptleute uneinig 

Nach Informationen aus der Verhandlung hielten es die Landeshauptleute Niederösterreichs, des Burgenlands und Wiens unverändert für vernünftiger, zumindest die Gastgärten aufzumachen. Argument: so würden sich die ohnehin stattfindenden privaten Treffen in geregelten Bahnen bewegen. Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte, man möge nicht glauben, dass sich die Menschen nicht treffen würden, nur weil die Politik das verbiete. Er will die in seinem Bundesland gesetzten Öffnungsschritte jedenfalls beibehalten.

Eher skeptische Töne zur Gastronomie-Öffnung waren in der Sitzung von Tirol und Oberösterreich zu vernehmen, weil sie möglicherweise ein falsches Signal an die Bevölkerung wären. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) drängte schon im Vorfeld darauf, konkrete Werte festzulegen, ab wann es zu Lockerungen oder aber schärferen Maßnahmen kommt.
 



 19:37

Fix scheint, dass beim Gipfel im Bundeskanzleramt eine weitere Regionalisierung der Maßnahmen beschlossen wird, die Verschärfungen im Osten bringt. Große Lockerungen sind angesichts der teils dramatischen Lage in den Intensivstationen nicht zu erwarten.

Im Gegenteil könnte eine Testpflicht im Handel kommen und nach den Osterferien eine Woche Distance Learning angehängt werden.

Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie mit oe24plus.

 18:51

Keine Sonderregelung für Osterfeiertage

Zu Ostern wird es keine Kontaktregelung geben, wie es zu Weihnachten der Fall war, so Anschober.

 18:46

Wagner appelliert: "Nehmen Sie den ersten Impf-Termin wahr, den Sie bekommen können"

Der Experte appelliert, dass jeder seinen ersten Impftermin wahrnehme: Das Leben werde ein Stück leichter, wenn man eine Sorge weniger habe.

 18:44

Wagner: Auslastung der Intensivstationen Kriterium für weitere Öffnungen

Man werde die Auslastung der Intensivbetten genau beobachten - davon würden weitere Öffnungsschritte abhängen, so Wagner. Nach Ostern können - solange es auf den Intensivstationen grünes Licht gibt - vorsichtige Öffnungsschritte gesetzt werden.

 18:38

Nun spricht Oswald Wagner (MedUni Wien)

Wagner zitiert US-Experten Fauci: "Nicht wir machen den Zeitplan - das Virus macht den Zeitplan" und spricht damit die Corona-Mutationen an. Man habe die Südafrika-Mutation zwar beherrscht - nun breitet sich jedoch die Briten-Mutation aus, und die sei nicht nur infektiöser, sondern auch gefährlicher: Mit der ursprünglichen Variante landen 0,8 Prozent der Infizierten auf der Intensivstation, mit der britischen Variante 1,3 Prozent, so Wagner.

 18:32

Am Wort ist Hermann Schützenhöfer (LH Steiermark)

"Gesetze sind dazu da, um eingehalten zu werden", appelliert Schützenhöfer an die Bevölkerung, die Maßnahmen auch weiterhin einzuhalten. Man wolle weiterhin "Testen, testen, testen".

 18:24

Am Wort ist Wien-Bürgermeister Ludwig

Michael Ludwig verweist darauf, dass der Osten Österreichs zwar lange Zeit die niedrigsten, nun aber stark steigende Corona-Zahlen habe. Das liege auch an der Nähe zu den derzeit von Corona stark betroffenen Ländern im Osten Europas.

Deswegen würden sich die betroffenen Bundesländer nun gemeinsam beraten – auch, weil sie verkehrstechnisch stark miteinander verbunden seien.

Weitere Schritte: Ein PCR-Test, den man zuhause abwickeln kann: Dieses Testangebot will Wien-Bürgermeister Ludwig in Wien flächendeckend ausrollen. Als Partner will man mit der Post zusammenarbeiten.

 18:17

Anschober: "Hätte es die Mutationen nicht gegeben, wären wir sehr stabil unterwegs"

Man wolle auf jeden Fall die Auslastung der Intensivstationen vermeiden. "Daran orientiert sich unser Handeln", erklärt Anschober die Entscheidung, in OÖ, Salzburg, Tirol, Kärnten und der Steiermark keine Öffnungen durchzuführen.

 18:14

Kurz: Öffnungen nach Ostern bei stabiler Lage auf Intensivstation

In Zukunft werde für die Bewertung der Lage nicht nur der Inzidenzwert herangezogen, sondern die auch Auslastung auf den Intensivstationen und die Durchimpfungsquote der Über 50-Jährigen.

 18:11

Bezirke mit einer Inzidenz über 400 sollen abgeriegelt werden

Auch Bezirks-Maßnahmen können verordnet werden: So sollen Bezirke mit einer Inzidenz von über 400 abgeriegelt werden können - so wie es in Hermagor der Fall war.

 18:10

Eigener Maßnahmengipfel für Ost-Bundesländer

Wien, Niederösterreich und Burgenland werden mit dem Gesundheitsministerium weitere Maßnahmen ausarbeiten, so Kurz.

 18:07

Kurz: Es braucht regionale Maßnahmen

Für Tirol, Salzburg, OÖ, Kärnten, Steiermark gibt es keine Lockerungen, aber auch keine Verschärfungen. In Vorarlberg hingegen werden die Öffnungen beibehalten.

 18:05

Kurz: Bis zum Sommer haben alle, die sich impfen lassen wollen, die erste Dosis erhalten

"Das bedeutet: Im Sommer werden wir wieder zur Normalität zurückkehren können", so Kurz.

 18:04

Kurz: Wir kommen beim Impfen gut voran

Kurz beginnt mit dem Thema Impfen: "Alles, was geliefert wird, wird auch verimpft".

 18:03

Die Pressekonferenz beginnt

Bundeskanzler Kurz ist am Wort.

 17:33

Pressekonferenz um 18 Uhr

Soeben wurde für 18 Uhr eine Pressekonferenz mit Bundeskanzler Kurz, Gesundheitsminister Anschober und Vizekanzler Kogler einberufen.

 17:24

Öffnungsschritte werden nach Ostern beginnen

Sobald die Entwicklung auf den Intensivstationen stabil sei, wird es weitere Öffnungsschritte geben, so heißt es aus Regierungskreisen. In Zukunft werde für die Bewertung der Lage nicht nur der Inzidenzwert herangezogen, sondern die auch Auslastung auf den Intensivstationen und die Durchimpfungsquote der Über 50-Jährigen.

 17:18

Corona-Gipfel geplatzt!

Der Corona-Gipfel wird verschoben, nachdem man sich heute nicht einigen konnte. Diese Woche wird es zwischen Gesundheitsministerium, Wien, NÖ und dem Burgenland eine eigene Sitzung geben. Experten wollten für die östlichen Bundesländer Homeoffice-Pflicht und die Umstellung auf e-Learning nach Ostern. In den übrigen Bundesländern wird es keine Lockerungen und auch keine Verschärfungen geben, heißt es aus Regierungskreisen.

 16:45

Gipfel wegen interner Krisensitzung unterbrochen

Die Landeshauptleute des Ostens sollen sich gegen die Verschärfungen gestellt haben - nun verhandeln Ludwig (Wien), Mikl-Leitner (NÖ) und Doskozil (Bgld.) intern. Die allgemeinen Verhandlungen werden derzeit pausiert.

 14:51

Akzeptanz und Vertrauen in Maßnahmen sinken

Die Akzeptanz und das Vertrauen in die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronakrise sinken: Rund vier von zehn Befragten gaben in einer SORA-Umfrage für die NEOS an, den Überblick über die aktuellen Regeln verloren zu haben. Besonders Junge fühlen sich laut der Erhebung in ihren Freiheiten stark eingeschränkt. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger mahnte, dass man sich mit dieser indirekten Betroffenheit politisch auseinander setzen müsse.

Für den repräsentativen "Freiheitsindex" im Auftrag des NEOS Lab befragte SORA im August und September 2020 telefonisch und online rund 2.000 Personen sowie heuer im Jänner und Februar 1.000 Personen (die Schwankungsbreite liegt bei 2,5 Prozent).

Laut der Befragung leidet das Krisenmanagement der Regierung: Während im Vorjahr noch 35 Prozent der Aussage "Die Corona-Maßnahmen waren wissenschaftlich gut begründet" eher nicht oder gar nicht zustimmten, waren es in der Nachbefragung im Februar bereits 46 Prozent. Die Notwendigkeit der Ausgangsbeschränkungen bestätigten im Vorjahr 60 Prozent, heuer nur mehr 53 Prozent. Dies, obwohl die Infektionsangst stabil bleibe, wie Janine Heinz von SORA bei einer Pressekonferenz am Montag erklärte.

 14:28

Vor Lockdown-Entscheidung: Nächster Kärntner Ort abgeriegelt

Für die Ortschaft Hochegg in der Gemeinde Stockenboi (Bezirk Villach-Land) gilt ab übermorgen, Mittwoch, eine Testpflicht für Personen, die den Ort verlassen wollen. Gerd Kurath vom Landespressedienst bestätigte am Montag auf APA-Anfrage entsprechende Medienberichte. Hochegg ist ein Nachbarort von Zlan, wo bereits seit dem gestrigen Sonntag ein negativer Coronatest für eine Ausreise benötigt wird.

Waren in Zlan 19 von 400 Einwohner positiv auf das Coronavirus getestet worden, so ist dieser Prozentsatz in Hochegg noch um einiges höher, hier waren mit Stand Montag 15 der rund 70 Einwohner infiziert.

 14:22

LH Doskozil: Für viele Regelungen entstehe "Unverständnis" in der Bevölkerung

Video zum Thema Hans Peter Doskozil zu Corona-Gipfel
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

 14:21

LH Wallner: "Es gibt regional große Unterschiede"

Video zum Thema Markus Wallner zu Corona-Gipfel
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

 14:20

LH Kaiser spricht sich gegen eine Lockdown-Verlängerung aus

Video zum Thema Peter Kaiser zu Corona-Gipfel
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

 13:44

Hofer nach Corona-Gipfel: Keine Reisefreiheit bis Sommer

FPÖ-Chef Norbert Hofer meldete sich heute nach der Videokonferenz mit Experten und Vertretern aller Parlamentsparteien über Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in einer Aussendung. Hofer berichtet darin, dass die Bundesregierung heute verlautbart hätte, dass es definitiv keine Reisefreiheit für Österreicher bis zum Sommer geben werde. Die Quarantäne solle auch weiterhin für Einreisende aus Ländern gelten, die deutlich geringere Fallzahlen aufweisen als Österreich, so Hofer.

Sorgen mache dem Gremium die Entwicklung in den Spitälern, nicht nur was die Covid-Fälle anbelange sondern auch die verschobenen Operationen. "Es gab jedoch keine Antwort darauf, wie Kapazitäten erhöht werden können", kritisiert der FPÖ-Chef.

Hofer betonte, dass er "alle Maßnahmen unterstützt, die evidenzbasiert zur Eindämmung der Virusausbreitung beitragen, Kollateralschäden so klein wie nur irgendwie möglich halten und von der Bevölkerung in der Praxis mitgetragen werden können." Norbert Hofer: "Ich sehe die Dauerschleife aus Lockdowns kritisch. Sie wird von den Menschen nicht mehr in jenem Ausmaß mitgetragen, wie es zu Beginn der Krise der Fall war und sind daher in der Wirksamkeit stark eingeschränkt."

 13:30

Erstes Foto vom Gipfel

Gipfel Länder © APA/HELMUT FOHRINGER

 12:56

Gipfel mit Länderchefs

Um 13 Uhr beginnen die Beratungen mit den Landeshauptleuten im Bundeskanzleramt. Alle Landeschefs sind dabei vor Ort - auch Burgenlands LH Doskozil.

 12:35

Akzeptanz und Vertrauen in Maßnahmen sinken

Die Akzeptanz und das Vertrauen in die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronakrise sinken: Rund vier von zehn Befragten gaben in einer SORA-Umfrage für die NEOS an, den Überblick über die aktuellen Regeln verloren zu haben. Besonders Junge fühlen sich laut der Erhebung in ihren Freiheiten stark eingeschränkt. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger mahnte, dass man sich mit dieser indirekten Betroffenheit politisch auseinander setzen müsse.

Für den repräsentativen "Freiheitsindex" im Auftrag des NEOS Lab befragte SORA im August und September 2020 telefonisch und online rund 2.000 Personen sowie heuer im Jänner und Februar 1.000 Personen (die Schwankungsbreite liegt bei 2,5 Prozent).

Laut der Befragung leidet das Krisenmanagement der Regierung: Während im Vorjahr noch 35 Prozent der Aussage "Die Corona-Maßnahmen waren wissenschaftlich gut begründet" eher nicht oder gar nicht zustimmten, waren es in der Nachbefragung im Februar bereits 46 Prozent. Die Notwendigkeit der Ausgangsbeschränkungen bestätigten im Vorjahr 60 Prozent, heuer nur mehr 53 Prozent. Dies, obwohl die Infektionsangst stabil bleibe, wie Janine Heinz von SORA bei einer Pressekonferenz am Montag erklärte.

 12:14

Handel klar gegen Testpflicht

Die Bundesregierung will heute das weitere Vorgehen in der Coronakrise bekanntgeben. Im Raum steht eine Testpflicht für den Handel, wie man sie schon von den persönlichen Dienstleistern kennt. Ausgenommen sollen Geschäfte für den täglichen Bedarf sein. Die Branche ist dagegen. Zutrittstests im Non-Food-Handel wären "die ultimative Bestrafung" und seien wissenschaftlich nicht haltbar, verweist der Handelsverband auf AGES-Clusteranalysen.

Die meisten Infektionen finden demnach im Haushalt und in der Freizeit statt. Durch eine Testpflicht würde der Non-Food-Handel zwei Drittel der Umsätze verlieren, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag. Vielerorts würde sich ein Offenhalten damit wirtschaftlich nicht mehr rentieren. Mehrere Studien würden zeigen, dass Einzelhandelsgeschäfte nicht zu den Orten zählen, die mit einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko verbunden sind.

"Eintrittstests im Handel wären so, als würde man mit dem Skianzug ins Freibad gehen. Das schützt zwar vor der Kälte, macht aber fast niemand", so Will.

 12:01

Regionale Unterschiede, aber Trend nach oben

Angesichts der unterschiedlichen Situation in den Bundesländern überlegt die Regierung eine weitere Regionalisierung der Corona-Maßnahmen. Tatsächlich zeigen die Daten zwar regionale Unterschiede, aber keinen Spielraum für Lockerungen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in fast allen Ländern über 200 und damit weit über dem Mitte Jänner genannten Ziel von 50. Aktuelles Sorgenkind ist Wien mit einem neuen Höchstwert bei den Intensivpatienten. Auch in Tirol steigen die Infektionen.

Der Blick auf den Infektionsverlauf zeigt, wie schnell sich das Blatt in der Pandemie wenden kann. Denn die zweite Welle im vorigen Herbst hatte Vorarlberg ganz besonders stark erwischt, mit fast 851 Infektionen pro 100.000 Einwohnern am 12. November. Nun ist Vorarlberg das einzige Bundesland mit einer Inzidenz unter 100 (genau 62) und die Testregion für die Öffnung von Gastronomie und Kulturbetrieben.

Genau umgekehrt die Situation in Wien: die Hauptstadt ist vergleichsweise gut durch die zweite Infektionswelle gekommen (mit einer maximalen Inzidenz von 443). Nun liegt Wien (auch wegen der starken Verbreitung der britischen Virus-Variante) schon wieder bei 314 und ist in der dritten Welle gemeinsam mit Salzburg (306) das erste Bundesland mit einer Inzidenz über 300. Anlass zur Sorge gibt auch die starke Auslastung der Intensivstationen in der Hauptstadt: Stand Montag sind in Wien 165 Covid-Patienten auf Intensivbetreuung angewiesen - mehr als am Höhepunkt der zweiten Infektionswelle im November.

Hinter Wien folgen das Burgenland mit einer 7-Tage-Inzidenz von 259 und Niederösterreich (258), womit die bevölkerungsreiche Ostregion bisher am stärksten von der dritten Welle betroffen ist. Diese drei Länder liegen über dem Österreich-Schnitt von 236. Vergleichsweise gering waren die Inzidenzwerte zuletzt in Tirol. Allerdings hat sich auch das in der vorigen Woche geändert - auch Tirol liegt mittlerweile über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (genau 212). In Oberösterreich sind es 205. Kärnten und die Steiermark sind vorerst neben Vorarlberg die einzigen Bundesländer mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 200 (185 bzw. 184). Auch das liegt aber weit über dem Inzidenzwert 50, den die Regierung noch Mitte Jänner als Ziel vor weiteren Öffnungsschritten genannt hatte.

 11:57

Wirte steigen auf die Barrikaden

Die Aktion "5 vor 12", der sich viele Wiener Wirte angeschlossen haben, plant heute Mittag vor dem Ballhausplatz eine Aktion, also just zum Zeitpunkt der Beratungen im Kanzleramt. Nachdem die Corona-Zahlen im Osten explodieren, ist die Öffnung der Schanigärten abgesagt. Doch das wäre den Wirten ohnehin zu wenig gewesen.

Die Wiener Wirtin Alexandra Psichos zu ÖSTERREICH: "Die ständigen Privatpartys, bei denen sich niemand an Regeln hält, sind viel gefährlicher als eine kontrollierte Gastro-Öffnung, wo der Wirt aufpasst. Die Menschen sind einfach müde und wollen Freunde treffen. Deshalb ist eine Öffnung notwendig."

Aber unter sinnvollen Bedingungen: "Sperrstunde soll 23 Uhr sein, der Abstand soll nur einen Meter betragen."

 11:48

Drei Viertel für regionale Maßnahmen

Rund drei Viertel der Österreicher (74 Prozent) sprechen sich laut einer Umfrage für regionale Corona-Maßnahmen je nach Infektionszahlen aus. Das hat eine Online-Befragung des Meinungsforschungs-Unternehmens "research affairs" unter 1.000 Teilnehmern, repräsentativ für die heimische Bevölkerung von 16 bis 69 Jahren, ergeben. Vor allem Tiroler und Steirer waren mit 79 bzw. 78 Prozent besonders ausgeprägt dafür.

Die Öffnung der Vorarlberger Gastronomie wurde demnach von 70 Prozent der Befragten befürwortet. Der Eintritt in die Gastronomie mit Test fand unter 57 Prozent Zuspruch. 37 Prozent gaben an, sich mindestens einmal wöchentlich testen zu lassen. 30 Prozent lassen sich demnach nur bei Bedarf testen, 20 Prozent lehnen Corona-Tests gänzlich ab.

 11:27

NEOS für offene Schulen

Die NEOS plädieren vor der heutigen Gesprächsrunde der Bundesregierung mit der Opposition dafür, die Schulen offen zu halten und nicht wieder komplett auf Fernunterricht umzustellen. Sie halte Schulschließungen trotz des dortigen Infektionsgeschehens für "vermeidbar", betonte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger Montagvormittag am Rande einer Pressekonferenz. Stattdessen müsse man das Testen ausbauen.

Es wäre besser, die Kinder und Familien über mehr Tests, auch nach PCR-Standard, zu erwischen, als die Schulen nach den Osterferien zwei oder drei Wochen zuzusperren, wenn sich die Leute ohnehin privat treffen, argumentierte Meinl-Reisinger. Nachdem es noch nicht ausreichend Impfstoff gebe, und für Kinder noch gar keinen, müsse man einen Weg finden, wie man mit dem Virus leben könne - der Schlüssel seien häufigere und bessere Testungen. Die "Kollateralschäden" von Schulschließungen seien zu hoch.

 11:22

Deutlich mehr Patienten in den Krankenhäusern

Am Montag mussten österreichweit 437 Infizierte intensivmedizinisch versorgt werden. Die Entwicklung ist jedoch regional sehr unterschiedlich. Besonders dramatisch ist die Lage allerdings in Wien - hier waren es zu Wochenbeginn sogar mehr Patienten als beim bisherigen Höchststand am 21. November 2020. Damals lagen 162 Covid-Erkrankte auf Intensivstationen, am Montag waren es alleine in der Bundeshauptstadt 165. Auch das Burgenland näherte sich dem bisherigen Rekordwert an. Es verzeichnete am 30. November die seit Beginn der Pandemie meisten Schwerkranken mit 22. Am Montag befanden sich im östlichsten Bundesland bereits 16 Patienten auf Intensivstationen. In Vorarlberg wiederum mussten am Montag nur zwei Infizierte auf Intensivstationen behandelt werden. Die bisher meisten Schwerkranken gab es im westlichsten Bundesland am 19. November, damals waren es 44 Intensivpatienten. Österreichweit war die Zahl der intensivpflichtigen Covid-Patienten innerhalb der vergangenen Woche um ein Fünftel gestiegen, in Summe kamen 73 Patienten hinzu.

Österreichweit mussten am Montag 1.983 SARS-CoV-2-Infizierte in Krankenhäusern behandelt werden. Seit Sonntag waren 98 Patienten neu aufgenommen worden. Innerhalb der vergangenen Woche betrug die Steigerung rund 13 Prozent bzw. 224 Erkrankte.

 11:21

2.412 Neuinfektionen und fast 2.000 Patienten im Spital

Die Regierung entscheidet am heutigen Montag über weitere Corona-Maßnahmen. Die am Vormittag veröffentlichten Zahlen machen deutlich, dass große Lockerungen nicht zu erwarten sind. Innen- und Gesundheitsministerium meldeten 2.412 Neuinfektionen - der höchste Montagswert seit Mitte Dezember. In Spitälern mussten fast 2.000 Covid-Patienten behandelt werden. Eine deutliche Steigerung gab es auch auf Intensivstationen. Allein seit Sonntag kamen 27 weitere Infizierte hinzu.

Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg am Montag österreichweit auf 237,1 an. Innerhalb der vergangenen Woche waren 21.101 Neuinfektionen verzeichnet worden. Im Schnitt infizierten sich in der vergangenen Woche täglich 3.014 Menschen mit dem Coronavirus.

 11:14

Doskozil für regionale Maßnahmen

Auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) tritt für eine Regionalisierung der Maßnahmen ein und schlägt vor, dabei neben der Sieben-Tage-Inzidenz auch die Testquote der jeweiligen Regionen zu berücksichtigen. In einer Aussendung verwies er darauf, dass das Burgenland beim Testen Zweiter hinter Vorarlberg sei. Die Inzidenz lag im Burgenland am Montag laut dem Koordinationsstab Coronavirus bei 238,8. Bis zur vollständigen Durchimpfung gebe es kein anderes Mittel als das Testen, um einen permanenten Lockdown mit schweren sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu verhindern, so der Landeshauptmann. Er plädiert für kontrollierte Lockerungen, um eine Verlagerung des Infektionsgeschehens ins Private zu verhindern.

 11:08

Wien wird Hotspot und überholt Salzburg

Die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner kletterte österreichweit auf 231,3. Sieht man sich die Bundesländer an, so hat Wien mit einer Inzidenz von bereits 314 Salzburg vom ersten Platz verdrängt, dahinter kommen das Burgenland und Niederösterreich.

 10:59

Eltern für normalen Schulbetrieb nach Ostern, Lehrer nicht

Die Vorstellungen darüber, wie der Schulbetrieb nach den Osterferien angesichts des regional sehr unterschiedlichen Infektionsgeschehens aussehen soll, gehen weit auseinander. Während die Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) fordern, zumindest regional auch den älteren Schülern die Rückkehr vom Schicht- in den Präsenzbetrieb an fünf Tagen zu ermöglichen, sehen Lehrervertreter Bedarf nach regionalen Verschärfungen.

"Wenn in Vorarlberg die Lokale öffnen dürfen, ist schwer verständlich, wieso die Schüler gleichzeitig im Schichtbetrieb sind", so der kürzlich neu gewählte BEV-Präsident Christoph Drexler gegenüber der APA. Zumindest in jenen Regionen, wo es die Inzidenzen ermöglichen, sollten deshalb alle Schüler wieder jeden Tag in die Schule dürfen. Derzeit gibt es nur an Volksschulen an fünf Tagen Präsenzunterricht, alle anderen Schüler haben abwechselnd zwei Tage Präsenz- und Distanzunterricht, am Freitag ist generell Distance Learning.

 10:56

Osterferien werden verlängert

Vor einem Jahr galt Corona als Krankheit der ­Älteren. Damit ist Schluss. Die grassierenden Covid-­Varianten drücken das durchschnittliche Alter der Erkrankten drastisch nach unten. Die Ausmaße schockieren: Am Freitag waren 24 Schulen pandemiebedingt geschlossen, alleine in Wien waren es acht.

Darum geht es bei der heutigen Regierungssitzung auch intesiv um die Verlängerung der Ferien. ÖSTERREICH erfuhr: Die Regierung wird die Osterferien in den tiefroten Zonen in Ostösterreich verlängern. Offen blieb bis zuletzt, ob die Ferien um eine oder gleich um zwei Wochen verlängert werden. In jedem Fall wird weiter Distance Learning empfohlen.

 10:53

Land wird dreigeteilt

Laut ÖSTERREICH-Infos wird das Land nach den Infektionszahlen de facto dreigeteilt:

Vorarlberg: Bei einer 7-Tage-Inzidenz von 61 bleibt es bei der geöffneten Gastro.

Hoffnungsgruppe sind Länder mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 200. Kärnten und die Steiermark sind fix dabei, Oberösterreich und Tirol kratzen an der Grenze. Sie können auf Öffnungen der Schanigärten ab 27. März hoffen.

Kritisch ist die Lage in Wien, Salzburg, Niederösterreich und dem Burgenland, die klar über 200 liegen. Wien nähert sich sogar der 400er-Zone, ab der ja zuletzt sogar abgeriegelt wurde. Anschober am Sonntag: „Die Situation in vielen Intensivstationen wird dramatisch, wenn nicht rasch effektive Gegenmaßnahmen gesetzt werden Wir müssen den Mut haben, in einzelnen, besonders stark betroffenen Regionen die Notbremse zu ziehen.“

 10:51

Beratungen

Die Bundesregierung empfängt am Montagvormittag - wie schon von früheren Runden bekannt - die beratenden Experten am Ballhausplatz. Um 11.30 Uhr werden die Vertreter der Opposition per Videokonferenz dazugeschaltet. Um 13.00 Uhr gehen die Beratungen dann mit den Landeshauptleuten weiter, die persönlich nach Wien kommen. Danach soll es eine Pressekonferenz geben.

 10:51

Herzlich Willkommen zum Liveticker

Heute um 18 Uhr verkündet die Regierung neue Corona-Maßnahmen. Wir berichten LIVE.