Mehr als 12.000 Infizierte: Trotzdem ist der Trend weiter positiv

204 Tote

Mehr als 12.000 Infizierte: Trotzdem ist der Trend weiter positiv

Bisher 12.051 Erkrankte, 204 verstorben und 2.998 wieder genesen. 1.056 Erkrankte hospitalisiert, davon 244 auf Intensivstation.

Erneut lassen die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Österreich einen positiven Trend erkennen: So blieb die kritische Zahl der Covid-19-Erkrankten auf Intensivstationen mit 244 am Sonntag zum dritten Mal infolge fast unverändert und sank im Vergleich zu Samstag sogar um eine Person. 

„Das Licht am Ende des Tunnels wird größer“, sagte der grüne Gesundheitsminister Rudi Anschober am Samstag. Die Ansteckungszahlen sind weiter im niedrigen einstelligen Bereich. Auch die ÖSTERREICH-Interviews von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz und dem grünen Vize Werner Kogler geben Hoffnung, dass wir uns langsam auf den – weiten – Weg zurück in die Normalität freuen können.

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 Kanzler Kurz und Vizekanzler Kogler.

Erstmals mehr Genesene als Neuinfizierte im Tagesschnitt

Den neunten Tag in Folge liegt die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus im einstelligen Bereich. Von Samstag auf Sonntag sind „nur“ 2,5 % Neuerkrankungen dazugekommen. Vor allem Wien sticht heraus: Hier liegt die Rate nur bei 1 %. Kleiner Dämpfer: In absoluten Zahlen sind das immer noch 282 neue Fälle. Und: Am Wochenende werden normalerweise weniger Tests durchgeführt. Von Samstag auf Sonntag stieg die Zahl der Neuinfektionen um 2,1 %.

© apa

Bisher gab es in Österreich 12.051 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand sind österreichweit 204 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 2.998 sind wieder genesen. Laut Ministerium befanden sich am Sonntag (Stand: 10:30 Uhr) 1.056 Personen aufgrund des Coronavirus im Krankenhaus, davon 244 der Erkrankten auf Intensivstationen, so die Zahlen des Innenministeriums. Somit reduzierte sich die Gesamtbelegung um 15 Personen, jene auf den Intensivstationen blieb zumindest drei Tage lang nahezu unverändert, was insofern von Bedeutung ist, da die Behandlungsdauer bei SARS-CoV-2-Positiven nach bisherigen Erfahrungen besonders lange andauert. (Quelle: BMI, Stand: 10.30 Uhr)
 
Information des Innenministeriums zum Dashboard des Gesundheitsministeriums: Das Dashboard des Gesundheitsministeriums unter der URL info.gesundheitsministerium.gv.at ist ein dynamisches System und bezieht seine Daten aus dem Epidemiologischen Melderegister (EMS). EMS ist das offizielle Register, in welches von den Bezirksbehörden sowie von Labors eingetragen wird. Insbesondere morgens kann es hier zu Verzögerungen bei den Eintragungen kommen. Das Bundesministerium für Inneres erhebt die Zahlen im Rahmen der Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements im Einsatz- und Koordinationscenter (EKC) über eine Videokonferenz, diese Zahlen können Fälle enthalten, die im EMS noch nicht erfasst sind. Es wird unter Einbezug der Länder mit Hochdruck an der Optimierung gearbeitet.
 
 

Die bestätigten Fälle nach Bundesländern: Burgenland (224), Kärnten (310), Niederösterreich (1.863), Oberösterreich (1.916), Salzburg (1.068), Steiermark (1.285), Tirol (2.690), Vorarlberg (722), Wien (1.689).

Todesopfer nach Bundesländern: Burgenland (3), Kärnten (4), Niederösterreich (31), Oberösterreich (20), Salzburg (14), Steiermark (53), Tirol (35), Vorarlberg (4), Wien (40).

 

Sorge um Intensivpatienten

 
Die erste Bilanz der österreichischen Intensivmediziner zur Betreuung von Covid-19-Patienten liegt vor. Während die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 in Österreich im Krankenhaus sind, mit um die 1.070 seit einigen Tagen etwa stabil ist, steigt die Zahl der SARS-CoV-2-positiven Intensivpatienten. Sie benötigen viel längere Intensivpflege als andere Kranke, die auf eine Intensivstation müssen.
 
Die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) hat ihre Mitglieder zu den bisherigen Erfahrungen mit der Schwere der Erkrankung, zu typischen Charakteristika von Erkrankten und zu eingesetzten Therapien befragt. Eine signifikante Entwicklung: Wurden beispielsweise am 26. März noch 96 Betroffene auf Intensivstationen behandelt, lag diese Zahl am 4. April bei 245, also bei mehr als dem Zweieinhalbfachen nach zehn Tagen. "Damit sind erwartbare Steigerungen eingetreten. Wir haben eine solche Entwicklung zuvor aus dem Ausland berichtet bekommen", sagte Klaus Markstaller, Präsident der ÖGARI (MedUni Wien/AKH Wien), gegenüber der APA.
 
Laut der Darstellung der Fachgesellschaft waren am 26. März in Österreich 547 Personen wegen Covid-19 in Spitalsbehandlung (96 auf Intensivstationen). Am 31. März gab es 1.110 Spitalspatienten, 198 auf Intensivstationen. Vom 1. April bis 4. April waren es bis auf einen Tag (1.057/2. April) jeweils knapp mehr als 1.070 Patienten mit Covid-19 in den Krankenhäusern (4. April zum Beispiel 1.071).
 
Österreichs Krankenhäuser, insbesondere die Intensivstationen, hätten sich sehr umsichtig und professionell auf die Corona-Krise und zusätzliche Patientenströme vorbereitet, sagte der Wiener Spezialist. "Auch in der aktuellen Situation der vermehrten Belastung ist unser Credo, personenbezogene, individualisierte Intensivmedizin zu betreiben, wie wir das sonst auch tun. Das bedeutet in jedem Fall zu beraten, ob beziehungsweise welche therapeutischen Maßnahmen unter den individuellen Voraussetzungen des einzelnen Patienten oder der einzelnen Patientin sinnvoll sind", betonte Markstaller.
 
Der Grund dafür liegt auch in der im internationalen Vergleich in Österreich relativ hohen Anzahl an verfügbaren Spitalsbetten und auch von recht vielen Intensivbetten. Laut einem OECD-Vergleich von zehn Ländern liegt Deutschland mit 33,3 Intensivbetten pro 100.000 Einwohnern an der Spitze, gleich dahinter liegt Österreich mit 28,9 Intensivbetten pro 100.000 Menschen, dahinter folgen die USA (25,8) und Frankreich (16,3). Der OECD-Schnitt liegt bei 15,9. Schlusslichter sind Italien (8,6), Dänemark (7,8) und Irland (5,0). In Österreich wurde von Beginn der SARS-CoV-2-Problematik an getrachtet, möglichst viele Patienten außerhalb der Spitäler zu versorgen. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Einschränkung der Übertragung der Erreger getroffen.
 
Dass man weiterhin den individuellen Patienten versorgen und nicht "Triage" aus Mangel durchführen müsse, liegt damit an mehreren Faktoren. "Das ist uns im Gegensatz zu anderen Ländern wie Italien, Spanien oder Teilen Frankreichs noch möglich, weil das System zwar belastet, aber nicht überlastet ist. Insofern haben sich die Eindämmungsmaßnahmen bewährt, weil bisher verzögert werden konnte, dass zu viele Menschen gleichzeitig an Covid-19 erkranken", sagte der Intensivmediziner. Sei das nämlich der Fall, dann könne intensivmedizinisch keine Individualmedizin mehr betrieben werden. Dann müsse angesichts zu knapper Ressourcen entschieden werden, wer überhaupt behandelt wird und wer nicht. "Umso wichtiger ist es, weiterhin alles Notwendige zu tun, um eine mögliche Überforderung der Intensivkapazitäten auch weiterhin zu vermeiden," so der ÖGARI-Präsident.
 
Bisherige Erfahrungen mit Covid-19-Patienten zeigen - bei manchen regionalen Besonderheiten - einige gemeinsame Nenner und Trends. Einer davon zeige sich quer durch das Bundesgebiet, so Markstaller: "Patientinnen und Patienten mit Covid-19, die intensivpflichtig werden, weisen sehr schwere Krankheitsverläufe auf, sie werden überdurchschnittlich lange auf den Intensivstationen behandelt und müssen überdurchschnittlich lange beatmet werden. Das ist nicht nur für die Erkrankten sehr belastend, sondern stellt auch eine erhebliche Herausforderung für die Ressourcen dar." Eine weitere Beobachtung: Schwere SARS-CoV-2-Erkrankungen sind in aller Regel Multiorganerkrankungen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen etwa des Herzmuskels, der Durchblutung, der Blutgerinnung und der Nierenfunktion.
 
"Während sich bei den bestätigten Erkrankungen insgesamt laut Daten des Gesundheitsministeriums das Geschlechterverhältnis die Waage hält (51 Prozent Männer vs. 49 Prozent Frauen; Anm.), sind bei den intensivpflichten Patientinnen und Patienten bisherigen Beobachtungen zufolge mehr Männer betroffen", sagte Markstaller. An einzelnen Intensivabteilungen zählt man etwa doppelt so viele Männer mit Covid-19 als Frauen. Ob das an genetischen Faktoren oder mehr Risikofaktoren unter den Männern liegt, ist unklar. Entgegen verbreiteten Vorstellungen werden den Berichten aus einer Reihe von Bundesländern zufolge keineswegs nur Hochbetagte Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreut. Der Altersschnitt liegt in vielen Fällen bei rund 70 Jahren, es gibt aber auch jüngere Patientinnen und Patienten unter 50.
 
Der Intensivmediziner: "Auch in einem anderen Punkt treffen sich die Beobachtungen aus unterschiedlichen Regionen: Typische Vorerkrankungen bzw. Risikofaktoren, die bei schweren Krankheitsverläufen zu sehen sind, umfassen Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Adipositas, COPD und Asthma. Ob es sich hier um einen kausalen oder statistischen Zusammenhang handelt, ist wie viele andere Aspekte der Erkrankung noch unklar."
 
"Schwere Verläufe von Covid-19 sind mit keiner anderen Erkrankung vergleichbar, die wir sonst an den Intensivstationen behandeln, etwa bakteriellen Lungenentzündungen, abdomineller Sepsis oder Traumafolgen", sagte der zukünftige Präsident der ÖGARI, Walter Hasibeder (Krankenhaus St. Vinzenz, Zams).
 
"Wir sehen, dass die Intensiv-Patientinnen und -Patienten mit Covid-19 über einen langen Zeitraum in einem schlechten Zustand sind", bestätigt auch der Vorgänger von Markstaller als ÖGARI-Präsident, Rudolf Likar (Klinikum Klagenfurt am Wörthersee): "Der durchschnittliche Aufenthalt von Intensivpatientinnen und -patienten an unserer Klinik liegt bei 5,6 Tagen. Bei den SARS-CoV-2-positiven Personen ist die Aufenthaltsdauer viel länger, sie können in der Regel erst nach 14 Tagen extubiert werden." Eine Schwierigkeit, so Likar, sei auch die geringe wissenschaftliche Evidenz für Therapien, insbesondere für medikamentöse Verfahren.
 

 

 

Weltweit mehr als 65.000 Corona-Tote

Weltweit sind laut US-Experten bereits mehr als 65.000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorging.
 
Unter den am stärksten betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten in Spanien (12.000) und Italien (15.000). In beiden Ländern starben jeweils rund 25,5 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Österreich (laut Angaben 186 Tote) sind es laut den Berechnungen der in Baltimore beheimateten Universität dagegen 2,1 Todesfälle pro 100.000 Menschen. In China sind es 0,24.
 
Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.
 

 

Regierung präsentiert ­Pläne zur Öffnung morgen

Heute Abend treffen Gesundheits- und Wirtschaftsexperten rund um Kurz, Kogler und Anschober im Kanzleramt zusammen und evaluieren die bisherigen Maßnahmen wie Kontaktverbote und Schulschließungen.

Am Montag soll dann der Plan fürs „langsame Hochfahren“ präsentiert werden:

  • Handel. Als Erstes öffnet der Handel wieder seine Geschäfte, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Das soll in der letzten Aprilwoche passieren – vorausgesetzt, die Zahlen bleiben auf dem niedrigen Niveau.
  • Dienstleistungen. Nach dem Handel, voraussichtlich im Mai, folgen Dienstleistungsbetriebe, die jetzt auch ohne Einnahmen dastehen.
  • Restaurants. Lokale sind vorerst noch kein Thema. Sie werden anfangs nur untertags aufsperren. Derzeit dürfen sie Speisen von Kunden abholen lassen.
  • Schulen. Ab 4. Mai könnten die Maturanten in die Schulen zurückkehren. Die Matura soll am ab 18. Mai stattfinden. Danach folgen die Absolventen der achten Schulstufe, die in eine andere Schule übertreten. Auch alle anderen Schüler sollen nach letzten Plänen noch vor Sommer in die Schule zurückkehren.
  • Events. Großveranstaltungen folgen ganz zum Schluss.

Sollten die Ansteckungen erneut ansteigen, können die Maßnahmen jederzeit wieder eingesetzt werden.(knd)

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Kogler: "Normalität rückt näher"

ÖSTERREICH: Sie haben das „langsame Hochfahren“ der Wirtschaft angekündigt. Werden die Geschäfte in der Woche nach Ostern wieder aufsperren?

Werner Kogler: Wir werden hier nächste Woche erste Überlegungen vorstellen. Wie genau, hängt von der Entwicklung der Spitalszahlen – insbesondere in der Intensivmedizin – und der Einschätzung der Epidemiologen und Modellrechner ab. Unsere oberste Prämisse bleibt klar: So viel Menschenleben retten wie möglich. Gleichzeitig soll aber so viel Wirtschaftsleben wie notwendig, möglich und sinnvoll zugelassen werden.

ÖSTERREICH: Welche Voraussetzungen müssen für die Öffnung gegeben sein?

Kogler: Wichtig ist, dass der sogenannte Replikationsfaktor kleiner 1 ist. Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Wenn ein mit Corona infizierter Mensch im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen mit dem Virus ansteckt, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Das gelingt eben nur mit den konsequenten Maßnahmen. So sinkt früher oder später die Zahl der Corona-Kranken in Österreich insgesamt, und wir sind dem normalen Leben, wie wir es kennen und vermissen, einen Schritt näher. Ich bin da aber guter Hoffnung, dass wir in schwierigen Zeiten den Mut nicht verlieren.

ÖSTERREICH: Jetzt ist die Abflachung der Ansteckungs­kurve erreicht worden. Ist das ein Hoffnungsschimmer, oder ist von einem Ende dieser Corona-Krise noch weit und breit nichts zu sehen?

Kogler: Von einem Ende ist sicher noch nichts zu sehen. Alle Zahlen entwickeln sich günstig, aber wichtig sind die, die neu ins Spital müssen und die intensiv behandelt werden müssen. Es soll ja bei uns nicht passieren, dass Leute sterben, nur weil die intensiv-medizinischen Kapazitäten nicht reichen. Auch da entwickeln sich die Kurven aber schon besser. Hätten wir Mitte März keine Maßnahmen ergriffen, dann würden die Kapazitäten schon jetzt nicht mehr reichen.

 21:09

Gute Nachrichten zwischendurch: Bereits 1.076 Personen in Tirol wieder genesen

In Tirol hat sich die Lage in Sachen Coronavirus am Sonntag weiter verbessert. 1.076 Personen sind inzwischen wieder genesen - ein Plus von 92 gegenüber Samstagabend. Gleichzeitig kamen 34 Neuerkrankungen hinzu. Die Zahl der Infizierten lag bei 1.794 (exklusive der Genesenen) - um 59 weniger als am Samstag.

35 Personen starben im Bundesland bisher mit oder an einer Covid 19-Erkrankung. Für 23.375 Testungen lag inzwischen ein Ergebnis vor.

 19:41

Drei weitere Todesopfer in der Steiermark

In der Steiermark sind drei weitere Menschen mit oder an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das gab die Landessanitätsdirektion am Sonntagabend bekannt. Damit gibt es in der Steiermark insgesamt 56 Todesopfer.

Bei den Opfern handelt es sich um einen 1926 geborenen Mann und eine 1951 geborene Frau aus dem Bezirk Graz-Umgebung. Ein Mann (Jahrgang 1959) ist im Bezirk Voitsberg gestorben. Die meisten Todesfälle, nämlich 17, wurden im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld registriert, in Graz-Umgebung waren es elf und in der Landeshauptstadt zehn. Am Sonntagabend (Stand 19.00 Uhr) waren in der Steiermark insgesamt 1.312 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

 17:28

Wien plant Beteiligungen an Firmen - Eigene Gesellschaft gegründet

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise zu dämpfen, hat die Stadt Wien nun angekündigt, sich bei Bedarf temporär an Unternehmen zu beteiligen. Zu diesem Zweck wird in der Wien Holding unter dem Titel "StolzaufWien BeteiligungsGmbH" eine eigene Gesellschaft gegründet, wie Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) am Sonntag der APA mitteilte.

 14:43

Noch keine Lockerungen in der Schweiz zu erwarten

Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset hält es aufgrund der aktuellen Corona-Lage im Land für illusorisch, bereits die ersten Schritte zurück Richtung Normalität zu setzen. Erst wenn die Zahl der Menschen in den Krankenhäusern nicht mehr ansteige, könne man daran denken, sagte Berset der "Sonntagszeitung". "Die Erfahrung zeigt, wer zu früh nachgibt, verlängert die Krise."

Der Zeitpunkt der Lockerung sei nicht nur eine politische Entscheidung, er hänge auch von der Wissenschaft ab. "Bis wir in der Gesellschaft eine gewisse Immunität erreicht oder einen Impfstoff haben, wird uns das Virus begleiten", meinte Berset. Nach Angaben des Ministers werden unterschiedliche Szenarien geprüft, wie der Alltag schrittweise wieder normalisiert werden könnte. Diskutiert werde dabei über eine Maskenpflicht in bestimmten Situationen, Anpassungen bei Tests, die Nachverfolgung von Kontakten etwa über Handys oder eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft.

Nach Berechnungen der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA lag die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in der Schweiz am Sonntag bei 21.100. Die Zahl der Todesfälle stieg um 43 auf insgesamt 664 Menschen. In der Schweiz wurde am 16. März der Notstand ausgerufen. Grenzschließungen, Geschäftsschließungen, ein Versammlungsverbot und anderen Maßnahmen sind mindestens bis zum 19. April in Kraft.

 14:36

Blümel unterstreicht ablehnende Haltrung zu EU-"Bonds"

Die türkis-grüne Bundesregierung lehnt Coronabonds zur Bewältigung der von der Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise weiterhin strikt ab. "Die Krise sollte nicht dazu genutzt werden, Vorschläge von vorgestern unter dem Deckmantel der Coronakrise umzusetzen", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im Interview mit dem deutschen Handelsblatt, wie es am Sonntag in einer Aussendung hieß.

In der Eurozone gebe es genügend Instrumente wie das Anleihe-Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), um auf den Finanzbedarf der besonders betroffenen Länder zu reagieren. "Andere finanzpolitische Instrumente wurden noch gar nicht genutzt, wie der Europäische Rettungsschirm ESM, der in der Finanzkrise gut funktioniert hat", sagte der Vertraute von Bundeskanzler Sebastian Kurz laut "Handelsblatt". "Mit diesen Instrumenten verfügen wir über eine große finanzpolitische Schlagkraft. Ich sehe daher in der Coronakrise keinen Anlass, dass man nun die finanzpolitischen Regeln beziehungsweise das EU-Recht ändert."

Der ESM habe seine klassischen Kredite und nun auch die schnellen Kreditlinien, die der Rettungsfonds von der Coronakrise schwer betroffenen Staaten mit weniger Auflagen einrichten will. "Diese bestehenden beschleunigten Kreditlinien mit flexiblen Möglichkeiten bei den Bedingungen etwa zur Stärkung des Gesundheitssystems sollten wir nutzen, wenn wir sie brauchen", forderte der ÖVP-Finanzminister.

 14:12

1.189 polizeiliche Anzeigen an einem einzigen Tag

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat am Sonntag ein Mal mehr bekräftigt, dass die Polizei mit der nötigen Härte Verstöße gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz ahndet. Zum Beleg dafür verwies er auf 1.189 Anzeigen, die allein am Samstag bundesweit erstattet wurden.

Bei den Betroffenen habe es sich hauptsächlich um Personen gehandelt, die im Freien den angeordneten Mindestabstand von einem Meter nicht einhielten. Zu Corona-Partys und Spuck-Attacken komme es "Gott sei Dank nur vereinzelt", stellte Nehammer fest. Mit Abstand die meisten Anzeigen gab es laut Innenministerium mit 529 in Wien. Auf den Plätzen folgten Tirol (258), Oberösterreich (109) und die Steiermark (108). Am Wenigsten zu beanstanden gab es im Burgenland (13) und in Vorarlberg (5).

Seit Inkrafttreten der Regelungen, die das Ausbreiten von SARS-CoV-2- verhindern sollen, wurden österreichweit 16.400 Anzeigen erstattet. Für Vergehen drohen Geldbußen von bis zu 3.600 Euro. "Die Anordnungen haben den einzigen Zweck, Leben zu retten", betonte Nehammer. Es gehe darum, "die Infektionskette zu durchbrechen". Er appellierte daher an die Bevölkerung, bei Spaziergängen im Freien weiter den Sicherheitsabstand einzuhalten und nur nach draußen zu gehen, wenn es absolut notwendig ist. Man müsse "durchhalten", um "nicht zu riskieren, dass es eine gegenläufige Entwicklung gibt", meinte Nehammer unter Verweis auf die rückläufigen aktiven Covid-19-Fälle.

Der Regierung sei bewusst, dass die Ausgangsbeschränkungen vor allem angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage eine Herausforderung darstellen. "Ich bin auch Familienvater", sagte Nehammer. Ostern sei in seiner Familie immer groß und generationenübergreifend gefeiert worden. Das sei heute anders: "Ostereier suchen, das geht heuer nicht."

Bei der Durchsetzung der Anordnungen zum Schutz vor einer Weiterverbreitung des Coronavirus erlebe die Polizei "viel Gewalt", berichtete Nehammer. Es gebe "zum Teil dramatische Einsätze", oft sei seitens Uneinsichtiger reichliche Aggression im Spiel. 137 Polizeibeamte hätten sich seit Ausbruch der Pandemie mit SARS-CoV-2 infiziert, rund 700 befänden sich als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation, erklärte Nehammer.

 14:09

WKÖ-Chef: Weitere Handelsbereiche noch im April öffnen

WKÖ-Präsident Harald Mahrer plädiert für ein wohlüberlegtes, schrittweises Wiederhochfahren der heimischen Wirtschaft zur Verkürzung der Belastung durch die Corona-Krise. Noch im April sollten etwa kleine Elektronik-, Sportartikel- oder Spielzeughändler wieder aufsperren können - immer unter Maßgabe von Mindestabstand und Hygienemaßnahmen, so Mahrer am Sonntag.

Damit die Unternehmen rechtzeitig Vorbereitungen treffen können - für Waren, Mitarbeiter, Desinfektionsmittel, Masken -, sollte die Regierung möglichst früh sagen, wann diese "Phase 1" kommen könne: "Bundeskanzler (Sebastian) Kurz und der Gesundheitsminister (Rudolf Anschober) werden die Phase 1 definieren." "Wenn es uns gelingt, im zweiten Quartal Schritt für Schritt hochzufahren, können wir uns im dritten Quartal vielleicht in eine großflächige Normalisierung bewegen", meinte der Wirtschaftskammer-Präsident in einem Online-Gespräch mit Journalisten.

Nach zusätzlichen Bereichen im Handel könnten später Geschäfte mit "mehr Fläche" und "mehr Leuten" folgen, so Mahrer. Wo aber "viele Leute" tätig seien und es zu sehr engen Kontakten zwischen Menschen komme, werde man länger zuwarten müssen; damit meine er persönliche Dienstleistungen wie Friseure, Massagen, Pediküre, Maniküre, "die kommen sicher nicht in der ersten Phase". Ob in der Gastronomie Gastgärten vielleicht früher aufsperren könnten als geschlossene Lokale? "Ich will über ungelegte Eier nichts sagen", denn so der WKÖ-Chef: In der Gastronomie gehe es nicht nur um den Umgang mit den Gästen, sondern auch um die Tätigkeiten in der Küche.

Mit einem Monatsdatum versehen könne man all das aus seiner Sicht derzeit nicht. Für ihn sei aber klar, dass die Volkswirtschaft so schnell wie möglich wieder von Gang zu Gang hinauf geschalten werden müsse. Es gehe erstens um die Gesundheit der Menschen und zweitens um die Gesundheit der Volkswirtschaft - wirksam und verhältnismäßig.

Den Rahmen vorgeben würden die Reproduktionsrate des Virus und die gesundheitspolitischen Maßnahmen. Beim Zurücknehmen der Auflagen sollte man sich "vernünftig nach vorne hanteln", lautet das Credo des WKÖ-Chefs. Dann werde es auch ein gutes "rot-weiß-rotes Comeback" der Wirtschaft geben. Einer App zum Orten von Personen kann Mahrer auf freiwilliger Basis und unter Einhaltung des Datenschutzes viel abgewinnen - einer verpflichtenden Einführung aber nicht. Er glaubt auch nicht dass das möglich wäre, auch weil nicht jeder ein geeignetes Gerät dafür hat.

Österreich werde die Coronavirus-Krise vermutlich besser überstehen als andere Länder, sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich, meint Mahrer, dessen Organisation von Anfang an aufs engste mit der Regierung zusammengearbeitet hat und laufend einzelne Maßnahmen anderer Länder im Detail evaluiert hat - bisher mehr als 200. Bei der Kurzarbeit weise Österreich das beste Modell auf, beim Ersatz von Betriebskosten bei Erlösentgang gemeinsam mit Dänemark das beste. Der WKÖ-Chef plädierte aber auch um Verständnis dafür, dass nur die Kosten ersetzt werden: "Der Staat kann ja nicht jedem den Umsatz ersetzen." Ein-Personen-Unternehmer sollten sich an ihren Steuerberater wenden, für sie sei für eine schnelle Hilfe wohl der Härtefonds am besten, bei Null Umsatz gebe es 75 Prozent Kostenersatz plus fiktiven Unternehmerlohn; man könne auch in ein anderes Programm optieren mit Kredit und fiktivem Lohn. Das heimische System mit Liquiditätssicherung als erstem und Kostenersatz im zweiten Schritt sei gemeinsam mit Dänemark einmalig.

Er höre - wie Beispiele in Deutschland zeigen - auch in Österreich aus verschiedenen Bundesländern, dass Banken mit Krediten auch zögerlich seien, meinte Mahrer, ersuchte aber um Verständnis, dass es im Schnitt eine Woche dauere, bis das staatliche Programm in den Instituten "übersetzt" sei. Auch beim AMS-Kurzarbeits-Modell habe es eine Woche gedauert, bis das alle gewusst hätten. An sich müssten die Banken aber "deutlich höheren" Appetit haben, wenn der Staat wie nun (nach grünem Licht der EU-Kommission) bei Kleinkrediten bis 800.000 Euro sogar 100 Prozent garantieren könne. Die Banken könnten bei diesen Betriebsmittelkrediten zwar nicht an den Zinsen verdienen, würden aber die Kunden behalten können und müssten bestehende Kredite nicht abschreiben. Verländerungs-Ideen goutiert der WKÖ-Chef nicht. Er sei ein großer Fan von Hilfe zur Selbsthilfe, aber ein kritischer Betrachter von Verstaatlichungen.

 14:09

Tokio meldet erneut mehr Fälle: Schon 1.000 Betroffene

In Tokio sind am Sonntag weitere 143 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Am Vortag waren 118 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden und damit erstmals mehr als 100 Menschen innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 1.000 Infektionsfälle.

Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, so lokale Medien. Wegen des weltweit grassierenden Erregers waren die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Die Millionen-Metropole ist das am schlimmsten von Infektionen mit dem neuen Coronavirus betroffene Gebiet in Japan. Anders als in der Anfangsphase der Krise sind inzwischen deutlich weniger Menschen auf den Straßen zu sehen, nachdem die Behörden die Bürger aufgerufen hatten, am Wochenende zu Hause zu bleiben. Auch blieben diesmal mehr Geschäfte und Restaurants geschlossen als am vergangenen Wochenende.

 13:57

Weltweit mehr als 65.000 Corona-Tote

Weltweit sind laut US-Experten bereits mehr als 65.000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorging.

Unter den am stärksten betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten in Spanien (12.000) und Italien (15.000). In beiden Ländern starben jeweils rund 25,5 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Österreich (laut Angaben 186 Tote) sind es laut den Berechnungen der in Baltimore beheimateten Universität dagegen 2,1 Todesfälle pro 100.000 Menschen. In China sind es 0,24.

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

 13:40

Wenn das leere Grab in Jerusalem wirklich leer ist

Die Palmprozession über den Ölberg in die Jerusalemer Altstadt wurde abgesagt, die Chrisammesse ist verschoben, die Fußwaschung entfällt. Sind es sonst die Gläubigen, die zu den Kar- und Osterfeiern in Jerusalem um einen Platz kämpfen, streiten heute die Kirchen im Heiligen Land um das Recht, wenigstens in Minimalbesetzung feiern und die Messen in die Wohnzimmer der Welt übertragen zu dürfen.

Seit Wochen bietet Jerusalem ein Bild wie selbst zu schlimmsten Konfliktzeiten nicht: Gassen leer, Geschäfte verriegelt, heilige Stätten geschlossen. Mit der sukzessiven Abriegelung für alle nicht hier lebenden Ausländer hat die Stadt inmitten der Hauptsaison die Pilger förmlich ausgeatmet. Das leere Grab leerte sich zunehmend von Besuchern, bis die Grabeskirche selbst ihre Tore schließen musste. Aus der Menge auf der Via Dolorosa wurden die erlaubten "nicht mehr als zehn". Die letzten Kreuzwegstationen beteten sie vor der Kirche, mit Mindestabstand. Seit der jüngsten Verschärfung der Covid-19-Schutzmaßnahmen ist auch das nicht mehr erlaubt.

Noch gibt es keine Entscheidung der Behörden zur Forderung der Kirchen, mit wenigen in der Grabeskirche lebenden Geistlichen vor laufender Kamera die Heilige Woche feiern zu dürfen. Für die Klagemauer gibt es eine Sonderregelung, die trotz des Verbots öffentlicher Gebete die Gebetskontinuität ermöglicht. Jüdische und nichtjüdische heilige Stätten sollten gleichbehandelt werden, diese Forderung unterstreicht auch der Vorsitzende der Vereinten Liste, Ayman Odeh, gegenüber der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Ostern solle, unter Einhaltung der Gesundheitsanweisungen und Maßnahmen, traditionell gefeiert werden.

Auch wenn es Stimmen im Land gibt, die die Klagemauer-Ausnahme als Kapitulation vor der strengreligiös-jüdischen Fraktion einschließlich des an Covid-19 erkrankten Gesundheitsministers Jaakov Litzman bewerten: Die heiligste jüdische Stätte liegt unter freiem Himmel, in der Diskussion um Gleichbehandlung der Religionen möglicherweise ein schwerwiegendes Argument.

Einzig für den Höhepunkt der orthodoxen Osterfeiern scheint ein Kompromiss gefunden. Acht Geistliche - drei Griechen, drei Armenier sowie je ein Kopte und Syrer - sollen die Liturgie des "Heiligen Feuers" vollziehen, die Flamme dann durch Boten ins ganze Land und mit Sonderflügen in die Welt getragen werden, bestätigte der Medienbeauftragte der katholischen Bischöfe, Wadie Abunassar, der deutschen Katholischen Nachrichtenagentur KNA.

Die Männer, die mit gekonnten Griffen Palmwedel zu kleinen Kunstwerken verarbeiten, suchte man in diesen Tagen in den Altstadtgassen vergebens. Unnötiges Verlassen der Häuser ist untersagt. Entsprechend fehlen auch die Zweige, die sonst das christliche Viertel zur Heiligen Woche zieren. Viele Haushalte werden in diesem Jahr selbst auf beliebte Osterspeisen verzichten müssen. Eier sind in diesen Tagen im Heiligen Land Mangelware wie andernorts Klopapier.

Neben dem Ausbleiben der Pilger könnte sich das Virus noch anders auf die Christen auswirken: Die traditionelle Kollekte wird von der Karwoche auf den 13. September verlegt, und mit ihr eine wichtige Einnahmequelle christlicher Institutionen. Schon jetzt haben manche, darunter der Deutsche Verein vom Heiligen Lande, zu Online- und Überweisungsspenden aufgerufen, um in Zeiten wachsender Not ein fatales Sinken der Mittel zu verhindern.

Ostern wird unterdessen auf den Bildschirm verlegt. Seitenlang sind die Direktiven, mit denen das Patriarchat versucht, den komplexen Verhältnissen in seinem Bistum gerecht zu werden. Zu berücksichtigen gilt es verschiedene Kalendersysteme, diverse Sprach- und Kulturgruppen. Hauptanliegen, unterstreicht Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, ist die Einheit der Gläubigen im Bistum. Private Livestreams eines jeden Priesters sollen zugunsten einer zentralen Übertragung pro Gruppe vermieden werden.

Das wichtigste Ostern aber wird im kleinsten Familienkreis stattfinden. Für Pilgermassen erprobte Zeitgenossen im Heiligen Land ist dies wohl ein Novum. Viele wüssten längst nicht mehr, zusammen zu beten, und es sei "wichtig, Familien bei der Rückkehr zu dieser schönen Tradition zu helfen", heißt es dazu aus dem Patriarchat. In den leeren Gassen der Altstadt tönen unterdessen aus Lautsprechern arabische Hymnen zur Heiligen Woche. Dieser Tradition konnte auch das Virus nichts anhaben.

 13:16

Ecuadors Regierung bedauerte nicht abgeholte Tote

Nachdem in Ecuador dutzende Corona-Tote nicht abgeholt wurden, hat sich Vizepräsident Otto Sonnenholzner für das Versagen der Behörden entschuldigt. "Wir haben Bilder gesehen, die es niemals hätte geben dürfen, und als Ihr Staatsdiener entschuldige ich mich", erklärte Sonnenholzner in einer am Samstag von Medien veröffentlichten Stellungnahme.

Die Bewohner der am schwersten von der Pandemie betroffenen Hafenstadt Guayaquil hatten in Onlinenetzwerken Videos veröffentlicht, auf denen zahlreiche Leichen auf den Straßen zu sehen waren. Einige richteten verzweifelte Appelle an die Behörden, die zu Hause gestorbenen Corona-Opfer abzuholen.

Armee und Polizei bargen schließlich mindestens 150 Leichen aus Häusern und in den Straßen. Ein Sprecher der Regierung erklärte, die Bestatter seien wegen der verhängten Ausgangssperre nicht in der Lage gewesen, alle Leichen zeitnah abzuholen. Ecuador meldete bis Sonntag nach offiziellen Angaben fast 3.500 Infektionsfälle, 172 Menschen starben demnach.

 13:13

Polizei: Leere Straßen kein Freibrief für "Raser"

Sämtliche Straßen sind derzeit wegen der aktuellen Coronavirus-Situation und den geltenden Ausgangsbeschränkungen wenig befahren. Das sei aber kein Freibrief für Raser, riskante Fahr- und Überholmanöver sowie sonstige Übertretungen. "Die Wiener Polizei wird derartiges Verhalten zum Schutz und Sicherheit der Bevölkerung auch weiterhin ahnden", hieß es in einer Aussendung am Sonntag.

Erst diese Woche hat die Exekutive bei einer Schwerpunktaktion in Margareten 169 verkehrsrechtliche Anzeigen und 34 Organmandate vorwiegend wegen überhöhter Geschwindigkeit ausgestellt. Mehrere Anzeigen gab es wegen Missachtung der Covid-19-Maßnahmen. Außerdem wurde ein Dealer mit 2,8 Kilogramm Marihuana in einem Park festgenommen. Die Beamten zeigten sieben Drogenlenker an, vier Autofahrer waren ohne Lenkberechtigung unterwegs.

 13:04

Papst würdigte "Helden" im Kampf gegen Pandemie

Papst Franziskus hat am Palmsonntag die Gläubigen angesichts der Coronavirus-Pandemie aufgerufen, die ernsten Dinge des Lebens ernst zu nehmen und sich nicht in Belanglosigkeiten zu verlieren. "Wir müssen wiederzuentdecken, dass das Leben zu nichts dient, wenn man nicht dient. Denn das Leben wird an der Liebe gemessen", sagte der Papst in seiner Predigt.

Die Jugendlichen rief der Papst auf, auf die wahren Helden zu schauen, die in diesen Tagen der Pandemie zum Vorschein kommen. "Es sind nicht diejenigen, die Ruhm, Geld und Erfolg haben, sondern diejenigen, die in Selbsthingabe anderen dienen. Fühlt euch berufen, euer Leben einzusetzen. Habt keine Angst, es für Gott und die anderen zu geben, ihr werdet dabei gewinnen", sagte der Pontifex.

"Versuchen wir, mit denen Kontakt zu halten, die leiden, die allein sind und bedürftig. Denken wir nicht nur an das, was uns fehlt, sondern auch an das Gute, das wir tun können", sagte der Heilige Vater.

 12:58

WKÖ-Chef für überlegtes schrittweises Wiederhochfahren

WKÖ-Präsident Harald Mahrer spricht sich zur Verkürzung der Corona-Krisen-Belastung für ein wohlüberlegtes, schrittweises Wiederhochfahren der heimischen Wirtschaft aus. Aus seiner Sicht wäre schon geholfen, wenn etwa kleine Elektronik-, Sportartikel- oder Spielzeughändler im April wieder aufsperren könnten - immer unter Maßgabe von Mindestabstand und Hygienemaßnahmen, so Mahrer am Sonntag.

Damit die Unternehmen rechtzeitig Vorbereitungen treffen können - für Waren, Mitarbeiter, Desinfektionsmittel, Masken -, sollte die Regierung möglichst früh sagen, wann diese "Phase 1" kommen könne. "Wenn es uns gelingt, im zweiten Quartal Schritt für Schritt hochzufahren, können wir uns im dritten Quartal vielleicht in eine großflächige Normalisierung bewegen", meinte der Wirtschaftskammer-Präsident in einem Online-Gespräch mit Journalisten.

In einem weiteren Schritt könnten - nach ersten zusätzlichen Bereichen für den Handel - Geschäfte mit "mehr Fläche" und "mehr Leuten" folgen, so Mahrer. Wo aber "viele Leute" tätig seien und es zu sehr engen Kontakten zwischen Menschen komme, werde man aber länger zuwarten müssen; damit meine er persönliche Dienstleistungen wie Friseure, Massagen, Pediküre, Maniküre, "die kommen sicher nicht in der ersten Phase". Mit einem Monatsdatum könne man das derzeit nicht versehen. Den Rahmen vorgeben würden hier die Reproduktionsrate des Virus und die gesundheitspolitischen Maßnahmen.

 12:58

Tschechiens Präsident wirft EU "Versagen" vor

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat der EU "Versagen" im Kampf gegen das Coronavirus vorgeworfen. In einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung "Blesk" (Online) argumentierte er, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe sich ursprünglich gegen das Schließen der Grenzen ausgesprochen.

Der Staatschef sagte weiter, er sei froh, dass die tschechische Regierung die Grenzen geschlossen habe. Wenn man die Grenzen offen gelassen hätte, hätte dies eine "Explosion einer unvergleichbar stärkeren Pandemie" bedeutet, so Zeman.

Die Coronavirus-Krise werde die EU "bestimmt schwächen". Die Pandemie habe deren "Unfähigkeit einer koordinierten Aktion" gezeigt. Demgegenüber hätten die nationalen Staaten die Fähigkeit, die Pandemie zu bekämpfen, bewiesen.

In Tschechien wurden bis Sonntagvormittag 4.474 Fälle von Coronavirus-Infektionen registriert. 62 Menschen starben, 78 sind wieder geheilt. Bis Mitte April rechnet man mit 8.000 und bis Ende April mit 15.000 Infektionsfällen.

Tschechische Politiker und Experten zeigten sich in den vergangenen Tagen leicht optimistisch, weil es nach ihren Worten gelungen sei, die Pandemie in Grenzen zu halten. Nach Ostern will die Regierung einige Beschränkungen schrittweise aufheben. Gleichzeitig sollte die sogenannte "intelligente Quarantäne" praktiziert werden, in der man Daten von Handy-Providern und Bankkarten-Gesellschaften nutzen werde, hieß es.

 12:57

Vorarlberger Tourismussparte startet Gutschein-System

Tschechien und eine Initiative in Wien haben es bereits vorgemacht, nun hat auch die Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg ein Gutschein-System zur Unterstützung der heimischen Gastronomie gestartet. Unter "iss-ghoerig.at" können seit diesem Wochenende Gutscheine gekauft und eingelöst werden können, wenn die Betriebe wieder offen haben.

Die Initiative soll beitragen, die Betriebe bis dahin finanziell über Wasser zu halten. "Gerade jetzt zählen digitale Wege mehr denn je: Dem Lieblingslokal oder Lieblingscafé kann schon jetzt sehr geholfen werden, indem Gutscheine für die Zeit nach der Corona-Krise gekauft werden. Vorfreude ist ja auch eine der schönsten Freuden", sagt Harald Furtner, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft. Das Prinzip und die Benutzeroberfläche seien bewusst einfach gehalten und sowohl für die Betriebe als auch die Kunden gratis, sprich ohne Vermittlungskosten.

Fündig Gewordene füllen direkt ein Online-Formular aus, geben den Gutscheinwert an und überweisen den Betrag. Die Zahlungsabwicklung erfolgt direkt zwischen Unternehmen und Kunden. Die Betriebe übermitteln nach Zahlungseingang den Gutschein per E-Mail.

 12:49

Infektions-Zahlen in Spanien steigen deutlich langsamer

Die seit rund drei Wochen anhaltende Ausgangssperre im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien zeigt offenbar Erfolge. Binnen der letzten 24 Stunden seien nur noch gut 6.000 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mit. Die Gesamtzahl stieg damit auf mehr als 130.000.

Gleichzeitig wurden wieder fast 4.000 an Covid-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind mehr als 38.000 Betroffene wieder gesund. Die Zuwachsraten sinken ebenfalls. Bei den Neuinfektionen fiel sie auf unter fünf Prozent. Der positive Trend, unter anderem auch bei der Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und Intensivstationen, wird von den Experten des Gesundheitsministeriums seit Tagen bescheinigt.

Auch die Zahl der neuen Todesfälle geht weiter zurück. Innerhalb von 24 Stunden starben den amtlichen Angaben zufolge 674 Menschen, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert waren. Damit wurden erstmals nach neun Tagen weniger als 800 neue Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl kletterte bis Sonntag auf 12.418.

Ungeachtet der positiven Entwicklung ist Spanien weiter weltweit eines der am stärksten von der Krise betroffenen Länder. Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte eine Verlängerung des seit dem 15. März geltenden Alarmzustands samt Ausgangsbeschränkungen um zwei weitere Wochen bis 25. April an. Diese Entscheidung muss noch vom Parlament gebilligt werden.

 12:46

Hofer will nach Krise "Österreich-Konvent" neu beleben

FPÖ-Obmann Norbert Hofer plädiert dafür, nach der Corona-Krise den Österreich-Konvent wieder ins Leben zu rufen. "Wir haben gesehen, dass wir ein Zuviel an Bürokratie haben", sagte er am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" angesichts der seiner Meinung nach langsamen Wirtschaftshilfen. Zudem würde sich Hofer gerne von der EU als "politische Union" verabschieden, wie er sagte.

Der Österreich-Konvent war ein politischer Verfassungskonvent in den Jahren 2003 bis 2005, bei dem über Vorschläge für eine grundlegende Staats- und Verfassungsreform beraten wurde. Für Hofer wäre es an der Zeit, dieses Gremium wieder zu installieren. Stockende Hilfen für Unternehmen seien nämlich auf eine überbordende Bürokratie zurückzuführen, findet er.

Auf europäischer Ebene will Hofer zwar "eine starke wirtschaftliche Union, aber keine bürokratische Union". Diese habe nämlich nichts zur Bewältigung der Krise beigetragen und müsse daraus lernen. Diese werde aber nur dann überleben, "wenn wir bereit sind, neu zu denken". Geschehen solle dies über neue politische Verträge, wo die politische Union "zurückdrängt" werde - mitsamt laut dem FPÖ-Obmann unnötigen Richtlinien.

Beim "Ungarn-Bashing", wo durch ein Notstandsgesetz das Parlament faktisch entmachtet wurde, will Hofer nicht mitmachen, wie er sagte. "Das ist ein völliger Unsinn. Ich bin nicht bereit, auf diese Diskussion einzugehen." Der FPÖ-Obmann zeigte sich stattdessen überzeugt, dass die Notverordnung in Ungarn auch wieder aufgehoben wird - genauso wie in Österreich die Beschränkungen wieder enden würden.

Hofer

Der Oster-Erlass des Gesundheitsministeriums gehört für Hofer dringend repariert. "Das greift ins Hausrecht ein, ins private Familienleben", sagte er. Der Erlass sei völlig ohne Rechtsgrundlage. Tracking der Bürger mittels Handy oder über Schlüsselanhänger, wie es Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angedacht hatte, lehnt er ebenso dezidiert ab. Für die Konzerne könnten die Daten ein "Riesengeschäft" sein. Zudem gebe es auch viele andere ansteckende Krankheiten.

Den Handel und Schulen will Hofer bald wieder geöffnet sehen. Der FPÖ-Chef drängt weiterhin auf frühe Lockerungen der Beschränkungen durch die Regierung. Eine Öffnung der Straßen für Fußgänger etwa in Wien hält er für "absurd", stattdessen würde er lieber die Bundesgärten wieder aufsperren lassen. Wenn Menschen die Regeln einhalten, müsste man ihnen auch die Chance geben rauszugehen.

Dass die FPÖ-Mandatare bei der jüngsten Nationalratssitzung demonstrativ auf Schutzmasken verzichten haben, verteidigte Hofer. "Wir werden die Maske tragen, wenn die Menschen in Österreich mit Masken versorgt sind", meinte er dazu.

Es sei ein falsches Signal, als erstes die Politiker damit auszustatten. Insgesamt zeigt sich Hofer optimistisch, dass auch der Tourismus in Österreich bald wieder funktioniert. Es sei aber notwendig, sich für die Vorkommnisse in Tirol zu entschuldigen.

 12:45

Hilfsorganisation: Lage für Arme in Afrika dramatisch

In Afrikas Armenvierteln könnten die Maßnahmen gegen das Coronavirus nach Einschätzung von Helfern zur tödlichen Falle werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer vom Sonntag müssen Arme rausgehen, um Geld zu verdienen. Doch würden die Ausgangssperren, die eine Verbreitung des Virus eindämmen sollen, teils mit massiver Gewalt durchgesetzt.

Dies sei lebensbedrohlich für den ärmsten Teil der Bevölkerung. "Ihnen bleibt nur die Wahl: am Coronavirus oder am Hunger zu sterben", sagt Salimane Issifou, Leiter der SOS-Kinderdörfer im westafrikanischen Staat Benin. In den Ländern südlich der Sahara leben den Angaben der Hilfsorganisation zufolge 413 Millionen Menschen in extremer Armut - mehr als die Hälfte aller Armen weltweit.

Zwar versuchten die meisten Regierungen, die Armen zu unterstützen, aber das seien Tropfen auf den heißen Stein. So hätten dort 565 Millionen Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen, 330 Millionen kein sauberes Wasser. Abstand halten sei in überfüllten Slums wie in Kibala in Kenia oder in den Townships von Südafrika nicht möglich.

 12:30

EU-Innenkommissarin erwartet Normalisierung an Grenzen nach Ostern

Die Lage an den Schengen-Binnengrenzen könnte sich nach Einschätzung der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson schon bald normalisieren. "Ich hoffe, dass wir nach Ostern Schritt für Schritt an den Grenzen wieder zu vollständiger Normalität zurückkommen", sagte Johansson dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Immerhin gebe es das neuartige Coronavirus in allen Mitgliedstaaten, genauso wie Regeln zum Abstand halten. "Da machen Grenzkontrollen nicht viel Sinn", sagte die EU-Kommissarin.

Zudem sei der Binnenraum ohne Grenzen eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche Erholung. "Der Güterverkehr über die Grenze läuft derzeit schon wieder, Arbeitspendler können die Grenzen ebenfalls weiterhin überqueren", so Johansson.

 12:26

Schutzmasken "made in Vorarlberg": Details vorgestellt

Die Vorarlberger Landesregierung hat am Sonntagvormittag nähere Details zu den FFP2-Schutzmasken vorgestellt, die in Vorarlberg produziert werden und am Samstag von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) angekündigt wurden.

Das dahinter stehende Konsortium von sechs Vorarlberger Unternehmen hatte vor vier Wochen mit der Lösung der Aufgabenstellung begonnen und nach zwei Wochen mit der Produktion beginnen können, erklärte Günter Grabher von der Plattform "Smart Textiles Austria" in der Videopressekonferenz des Landes. Die größte Herausforderung seien dabei weniger die Materialien gewesen, sondern das Zusammenführen der einzelnen Komponenten für die dezentral ablaufende Produktion.

Seit Sonntag sei auch die vorgeschriebene Nachverfolgbarkeit jener Masken gesichert ist, die als zweites Produkt mit einem zusätzlichen Filter ausgestattet sind und ausschließlich dem medizinischen Personal zur Verfügung steht. Für dieses Produkt sei derzeit das Prüfverfahren im Gang.

Schon die FFP2-Masken zeichnen sich vor allem durch drei besondere Komponenten aus, erläuterte Grabher. Die Außenschicht ist plasmabeschichtet und hydrophob und damit öl-, wasser- und schmutzabweisend, die Schnüre erlauben die Masken so anzulegen, dass sie dicht ans Gesicht angelegt werden und schließlich weise der verwendete Stoff bereits eine Filterleistung von 70 Prozent auf. Grabher: "Normaler Stoff hat eine Filterleistung von null."

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) kündigte an, dass schrittweise bereits ab der kommenden Woche 70.000 Masken an die niedergelassenen Ärzte und den Pflegebereich in Vorarlberg ausgeliefert werden. Weitere 200.000 Masken habe das Land für den Spitalsbereich bestellt, der noch über gewisse Lagerbestände anderer Masken verfüge.

Möglich geworden sei alles in dieser kurzen Zeit nur deshalb, weil auf die Kompetenz und die Produktionskapazitäten der Textilunternehmen in Vorarlberg zurückgegriffen werden kann. Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP): "Vorarlberg ist das einzige Land in Europa, wo noch die komplette Wertschöpfungskette vorhanden ist." Eine Schlüsselrolle kommt bei der Maskenproduktion der Lustenauer Textilindustrie zu, so Grabher. Diese erfüllt mit ihren Maschinen - umgelegt auf Personen - im ersten Produktionsschritt die Leistung von 40.000 Näherinnen.

Allerdings werden für das Fertigstellen der Schutzmasken viele weitere Hände gebraucht. Landeshauptmann Wallner rief dazu auf, sich auf der Website www.schutzmasken-vorarlberg.at zu melden, wer dazu fähig ist. Mit dem Zusammenspiel des Konsortiums der Unternehmen der Hämmerle-Gruppe, Wolford, Getzner, Harald Hämmerle Stickerei, Bandex und Tecnoplast werde es möglich sein, "sich aus den engen Fesseln des Weltmarktes zu befreien" und die Krise besser durchzustehen, gab sich Wallner optimistisch. "Wir helfen uns selbst."

 11:58

Salvini fordert begrenzte Zulassung zu Ostermessen

Matteo Salvini, Chef der rechtsradikalen "Lega"-Partei in Italien, hat sich für eine begrenzte Zulassung von Ostergottesdiensten ausgesprochen. Er unterstütze die Forderungen derer, die "geordnet, gelassen und hygienisch angemessen" Kirchen betreten und dort Messen feiern wollten, so der frühere Innenminister in einem Interview mit dem TV-Sender Sky TG24 am Samstagabend.

Es gebe einen Appell an die Bischöfe, es Gläubigen zu gestatten, unter Berücksichtigung vorgeschriebener Abstände sowie mit Schutzmasken und Handschuhen, in begrenzter Zahl eine Kirche zu betreten, so wie es in Supermärkten möglich ist.

"Das heilige Osterfest, die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, kann für Millionen Italiener ein Moment der Hoffnung zum Leben sein", so der Chef der rechtsgerichteten Lega. Um aus der gegenwärtigen Krise herauszukommen, brauche es neben der Wissenschaft auch Gottes Hilfe sowie "den Schutz des unbefleckten Herzens von Maria".

 11:52

Klinik in Tel Aviv erlaubt Abschied von Sterbenden

Eines der größten Krankenhäuser Israels will es Angehörigen erlauben, sich in Schutzkleidung am Krankenbett von sterbenden Corona-Infizierten zu verabschieden. Im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv sei dies bereits Praxis, bestätigte ein Sprecher am Sonntag. Die Zeitung "Haaretz" schrieb, andere Krankenhäuser in Israel suchten ähnliche kreative Lösungen.

Der Ichilov-Leiter Professor Ronni Gamzu sagte: "Die Geschichten von Patienten, die allein sterben, entsetzen mich als Mensch und als Klinikchef, und wir dürfen es nicht zulassen, dass solche Dinge in unserem Gesundheitssystem passieren." Deshalb dürften nun Angehörige in voller Schutzausrüstung, die vom Krankenhaus geliefert wird, von ihren geliebten Menschen Abschied nehmen. Dies sei "unsere moralische Pflicht als medizinisches Personal und als Menschen", meinte Gamzu.

Weltweit gibt es schockierende persönliche Berichte von Angehörigen, die sich gar nicht oder nur über Video-Chat von Familienmitgliedern verabschieden konnten. In Österreich dürfen Sterbende im Krankenhaus weiter besucht werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei mehr als 8.000 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 46 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Mehrere Bevölkerungszentren, vor allem Wohngebiete strengreligiöser Juden, sind abgeriegelt worden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

 11:40

Papst feierte Palmsonntags-Messe im Vatikan ohne Pilger

Papst Franziskus hat am Sonntagvormittag die liturgische Feier zum Palmsonntag als Auftakt der Karwoche zelebriert. Wegen der Coronavirus-Epidemie erfolgte das Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem in einem Gottesdienst im Petersdom und ohne die traditionelle Prozession über den Petersplatz.

Der Papst zelebrierte die Messe am sogenannten Kathedra-Altar des Petersdoms zusammen mit Zeremonienmeister Guido Marini, einer Lektorin, einem Diakon sowie einer Schola, einem kleinen Chor. Wenige Anwesende verfolgten die Messe. Auf den Bänken wurde eine Distanz von einem Meter eingehalten, wie die Coronavirus-Schutzmaßnahmen vorsehen.

Übertragen wurde die Messe über Internetplattformen wie Vatican News und einzelne Fernseh- und Hörfunkanstalten. Die Fürbitten, bei großen Papstgottesdiensten in mehreren Sprachen vorgetragen, wurden dieses Mal nur auf Italienisch gehalten. Der vordere Bereich des Petersdomes war mit Palmzweigen und Olivenbäumen geschmückt.

Wegen der Coronavirus-Epidemie werden alle Feierlichkeiten der Osterwoche ohne Pilger abgehalten. Im Programm des Gründonnerstags fehlt dieses Jahr die Chrisam-Messe zur Weihe heiliger Öle. Auch die Eucharistiefeier zur Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu, die Papst Franziskus in Haft- oder Betreuungseinrichtungen zu halten pflegte und die von seinen Vorgängern in der Lateranbasilika gefeiert wurde, findet im Petersdom statt.

Am Karfreitag wurde die Zeremonie vom Leiden und Sterben Christi auf 18.00 Uhr verlegt. Der abendliche Kreuzweg, traditionell einer der stimmungsvollen Höhepunkte der römischen Kar- und Ostertage, beim Kolosseum wird auf den Stufen den Petersdoms abgehalten. Die Feier der Osternacht begeht der Papst am Samstagabend um 21.00 Uhr in der vatikanischen Basilika. Dort hält er am folgenden Ostersonntag relativ spät um 11.00 Uhr auch die Ostermesse; anschließend erteilt Franziskus den Segen "Urbi et orbi".

 11:38

88-Jähriger ist viertes Todesopfer in Kärnten

Ein 88 Jahre alter Mann ist am Samstag im Landeskrankenhaus Villach gestorben. Der Mann war, wie das Land Kärnten am Sonntag mitteilte, positiv auf das Coronavirus getestet worden, wies keine typischen Symptome auf, hatte aber mehrere Vorerkrankungen. Der Kärntner war am 27. März stationär im LKH Villach aufgenommen worden.

In Kärnten gab es mit Stand Sonntag, 11.00 Uhr, 311 bestätigte Corona-Infektionen. 35 Personen befanden sich in stationärer Spitalsbehandlung, 13 davon mussten intensivmedizinisch betreut werden. Die meisten Fälle gibt es in der Landeshauptstadt Klagenfurt mit 61, im Bezirk Hermagor gibt es hingegen keinen einzigen Infektionsfall.

 11:33

US-Polizisten beendeten Party von Pink-Floyd-Fans

Abruptes Ende eines Pink-Floyd-Gedächtniskonzerts: Im US-Bundesstaat New Jersey haben Polizisten eine sogenannte Corona-Party von Fans der britischen Rockband aufgelöst. Dutzende Partygäste seien wegen Verstößen gegen die Regeln zur physischen Distanzierung ermahnt worden, teilte die Polizei der Stadt Rumson Samstagabend (Ortszeit) mit. Daraufhin hätten die Partygäste die Beamten wüst beschimpft.

Nach Polizeiangaben hatten sich rund 30 Gäste im Vorgarten eines Hauses im New Yorker Vorort Rumson versammelt, um dem Auftritt einer Pink-Floyd-Coverband zu folgen. Die Organisatoren übertrugen das verbotene Konzert zusätzlich live im Internet.

Die herbeigerufenen Polizisten trafen nach eigenen Angaben auf eine feindselige Menschenmenge. Als die Beamten den Partygästen gesagt hätten, dass sie das Grundstück verlassen müssten, hätten die Konzertteilnehmer geflucht und "Willkommen in Nazi-Deutschland" gerufen, schrieb die Polizei auf Facebook.

Die Beamten hätten dann die Einstellung des Konzerts angeordnet. Den Beamten bereite es keinerlei Vergnügen, "irgendjemandes Spaß zu ruinieren", betonte die Polizei. "Allerdings haben wir alle eine Verantwortung, diese Pandemie ernst zu nehmen und uns an die Vorgaben zur sozialen Distanzierung zu halten."

Wegen der Coronavirus-Pandemie gelten im Bundesstaat New Jersey Ausgangsbeschränkungen. Gouverneur Phil Murphy ordnete im März zudem die Schließung fast aller Geschäfte an. Im Internet richtete er sich mehrfach an die Bevölkerung mit der Bitte, sich an die Regeln zu halten. "Ich kann nicht glauben, dass ich das überhaupt sagen muss", schrieb er vergangene Woche auf Twitter. "Aber so weit ist es gekommen. Keine Corona-Partys. Sie sind verboten, gefährlich und dumm."

 11:22

ÖGB-Chef will leichteren Zugriff auf Abfertigungsgelder

Weil in der Corona-Krise binnen kürzester Zeit über 200.000 Menschen zusätzlich arbeitslos geworden sind, fordert Gewerkschaftsbund-Präsident Wolfgang Katzian einen leichteren Zugriff auf die Ansprüche aus der "Abfertigung neu". An sich kann man sich die Ansprüche nur dann auszahlen lassen, wenn man zumindest drei Jahre gearbeitet hat - viele könnten das Geld nun aber dringend brauchen, so Katzian.

Um eine finanzielle Notlage zu überbrücken, würden arbeitslos gewordene Menschen auch auf ihre Abfertigungsansprüche zurückgreifen, da seien ihnen aber rechtlich verwehrt. Deshalb sollte die Auszahlung jetzt unabhängig von der Beitragsdauer bei einer Arbeitgeberkündigung ermöglicht werden. Das wäre ein "wichtiger Schritt" und eine "kleine Hilfe", meinte der ÖGB-Chef am Sonntag in einem Statement auf Twitter.

 11:09

Oster-Erlass - Anschober verspricht Aufklärung am Montag

Der Oster-Erlass des Gesundheitsministeriums hat am Wochenende für reichlich Kritik und Verwirrung gesorgt. Laut Gesundheitsministerium soll der Erlass gerade rund um das Osterfest große Zusammenkünfte auch in Haushalten verhindern. Zudem sollen dadurch "Corona-Partys" unterbunden werden. Für Montag versprach Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Aufklärung.

Der Gesundheitsminister entschuldigte sich am Samstagabend via Twitter für die Verwirrung. "Kritik verstanden", schrieb der Minister.

Der Erlass, der bereits am 2. April an die Landeshauptleute ging, wurde am Samstag zunächst unterschiedlich interpretiert. Konkret heißt es darin dass "sämtliche Zusammenkünfte in einem geschlossenen Raum, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen, die nicht im selben Haushalt leben, ab Erhalt dieses Erlasses bis auf Weiteres zu untersagen" sind.

Daraufhin wurde einerseits schlussgefolgert, dass keine Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen in einem Raum, außer sie leben im selben Haushalt, erlaubt sind. Doch laut Gesundheitsministerium war damit gemeint, dass sich in Räumen höchstens fünf Personen zusammenfinden dürfen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. Das heißt, leben im gemeinsamen Haushalt zum Beispiel schon vier Personen, dürfen trotzdem fünf Personen dazukommen.

Anschober kündigte via Twitter an, dass am Montag ein Gesamterlass präsentiert wird, der klarstellt, welche Verkehrsbeschränkungen bestehen und dass externe und interne Veranstaltungen verboten sind. Damit soll den Behörden eine Handhabung gegen "Corona-Partys" ermöglicht werden. Außerdem soll die Teilnahmebeschränkungen für Hochzeiten und Begräbnisse festgelegt werden.

Anschober wies außerdem darauf hin, dass die Verkehrsbeschränkungen weiterhin gelten. Ausnahmen gibt es nur für vier Grüne. "Natürlich wird Polizei nicht Wohnungen bespitzeln. Aber der Erlass bringt Rechtsgrundlage für Unterbinden von Corona-Partys. Und er ist ein Appell gegen jede Art privater Osterfeste", schrieb der Gesundheitsminister.

 11:02

Innenminister Nehammer & Frauenministerin Raab mit PK zu häuslicher Gewalt

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 10:29

In Wien nur 31 Neu-Erkrankungen in 24 Stunden

Die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen in Wien ist zwischen Samstag und Sonntag ist deutlich gesunken: Aktuell (Stand: 10.00 Uhr) gibt es in der Bundeshauptstadt 1.732 nachweislich infizierte Personen, hieß es am Sonntag in einer Aussendung. Das sind um 31 mehr als noch 24 Stunden zuvor. Der Anstieg liegt bei rund 1,8 Prozent und ist damit verhältnismäßig gering.

40 Personen haben Covid-19 nicht überlebt, das sind um drei mehr als 24 Stunden zuvor. Drei Männer im Alter von 72, 81 und 92 Jahren sind verstorben.

Langsam, aber stetig steigt die Zahl der wieder Gesunden: Mittlerweile sind es 125 Personen. Das sind um sechs mehr seit dem gestrigen Samstag.

Verhältnismäßig ruhig scheint es gestern auch bei der Hotline 1450 zugegangen zu sein, wo sich Personen melden sollen, die vermuten sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Es gab weniger als 1.000 Anrufe, konkret 982 Anrufe.

 10:04

Aktuelle Kennzahlen aus Wien

Die Landessanitätsdirektion Wien und der medizinische Krisenstab der Stadt Wien informieren regelmäßig über die aktuellen Fallzahlen und weitere Kennzahlen zum Covid-19-Virus:

Stand Sonntag, 5. April 2020, 10.00 Uhr, sind in Wien 1.732 Erkrankungen bestätigt. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt 40. Drei Männer (92, 81 bzw. 72 Jahre alt) sind verstorben.

125 Personen sind gesundet und genesen.

Die Gesundheitshotline 1450 hat 982 Anrufe entgegengenommen. Informationen für die Bevölkerung erteilt auch die Service-Nummer der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621.

 10:04

93-Jähriger ist 35. Corona-Todesopfer in Tirol

Ein 93 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen ist am Samstag im Bezirk Landeck mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Laut dem Land Tirol ist er das 35. Todesopfer des Coronavirus in dem Bundesland. Mit Stand von Sonntagmorgen waren in Tirol 1.862 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der noch in Auswertung befindlichen Testungen lag bei 1.243 - 984 Personen sind inzwischen genesen.

 09:56

Ärztekammer für Schutzmasken im öffentlichen Leben

Die Ärztekammer (ÖÄK) ist für das Tragen von einfachen Schutzmasken im öffentlichen Leben zur Eindämmung des Coronavirus. Aufgrund fehlender Symptomatik sei vielen Menschen nicht bewusst, dass sie trotzdem Covid-19-positiv seien und damit andere Personen infizieren könnten, betonte ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres am Sonntag in einer Aussendung. Die Tragepflicht in Supermärkten ab Montag begrüßte er.

Durch das Tragen einfacher Schutzmasken werde verhindert, dass etwa bei Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektionen andere Menschen angesteckt würden, meinte Szekeres , der die ab 6. April geltende Schutzmaskenpflicht beim Einkauf in Supermärkten "ausdrücklich begrüßt". Auch im öffentlichen Bereich sollten einfache OP-Masken verwendet werden, wie sie jetzt auch in den Supermärkten verteilt werden.

Im Notfall könnten auch selbstgenähte Masken beziehungsweise ein dicht um Mund und Nase gelegter Schal benützt werden, empfiehlt die Ärztekammer. Wichtig dabei sei, dass die Masken Mund und Nase zur Gänze bedecken sowie deutlich unter das Kinn reichen. Zusätzlich müssten auch allgemeine Hygienestandards - insbesondere die regelmäßige Händehygiene – sowie die Abstandsregel von mindestens einem Meter zu anderen Personen eingehalten werden.

Wichtig zu wissen ist für Szekeres aber, dass einfache chirurgische oder selbstgenähte Masken die Träger kaum vor Viren schützten: "Aber sie bremsen den Ausstoß von Sekrettröpfchen, die beim Husten oder Niesen ohne Mundschutz mit bis zu 180 km/h in die Umgebung geschossen werden." Auch trotz Schutzmaske müsse man sich zudem immer so verhalten, als ob keine getragen würde und Abstand einhalten.

Masken der höchsten Schutzkategorie (FFP2- und FFP3-Masken) müssen auch laut ÖÄK nur im direkten Kontakt mit infizierten Patienten getragen werden. Für den Alltagsgebrauch seien diese nicht nötig und können sogar kontraproduktiv sein, so Szekeres.

 09:51

Trump will US-Profisport schnellstmöglich zurückbringen

US-Präsident Donald Trump hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den großen amerikanischen Ligen. Das erklärte Trump nach einer Telefonkonferenz mit den Liga-Chefs und weiteren Verantwortlichen aus dem Profisport am Samstag (Ortszeit) in Washington. "Ich möchte die Fans zurück in den Arenen. Sobald wir bereit sind", sagte Trump danach.

"Ich kann Ihnen kein Datum nennen, aber ich denke, das wird eher früher als später sein", ergänzte der US-Präsident.

Der Spielbetrieb in der Basketball-Liga NBA und der Eishockey-Liga NHL ist wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit unterbrochen, der Saisonstart der Baseball-Liga MLB und der Fußball-Liga MLS ist verschoben. Trump habe in der Telefonkonferenz erklärt, er denke, dass die Football-Liga NFL ihre neue Saison wie üblich im September beginnen könne, berichtete der US-Sender ESPN. Auch NFL-Chef Roger Goodell hatte an dem Gespräch teilgenommen.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kann sich einen Saisonstart im American Football am 10. September derzeit nicht vorstellen: "Ich sehe nicht, dass das in diesem Bundesstaat passiert", sagte Newsom nach Angaben der Nachrichtenagentur AP.

Die Ligen präsentierten in der Konferenz Berichten zufolge mehrere Szenarien dafür, wann sie ihren Betrieb aufnehmen wollen. Offizielle Informationen dazu gab es jedoch nicht. "Wir wollen bald zurückkommen, sehr bald" sagte Trump.

 09:22

Drei weitere Tote in Niederösterreich

Die NÖ Landeskliniken-Holding hat Sonntagfrüh drei weitere Covid-19-Tote gemeldet. Die Zahl der Opfer in Krankenhäusern des Landes ist demnach auf 31 gestiegen.

Laut Bernhard Jany von der Klinken-Holding starben in Melk ein 89-Jähriger und in Lilienfeld ein 81- sowie ein 92-Jähriger. Alle Männer hatten dem Sprecher zufolge auch an Grunderkrankungen gelitten.

 09:22

Deutsche Industrie erwartet starke globale Rezession

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet angesichts der Corona-Krise heftige Folgen für die deutsche und internationale Wirtschaft. "Für Deutschland muss im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von drei bis sechs Prozent gerechnet werden", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang "Welt am Sonntag" (WamS).

Für diese Annahme geht der BDI von einer Unterbrechung der wirtschaftlichen Aktivitäten von maximal sechs Wochen aus. Sechs Prozent entsprächen dem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland in Folge der Finanzkrise im Jahr 2009.

Lang geht davon aus, dass heuer eine "kräftigte Rezession" weder in den USA noch in Europa zu vermeiden sei. In Eurozone und EU werde die Wirtschaftskraft drei bis fünf Prozent sinken. In den USA werde sie um zwei bis vier Prozent wegbrechen. Für China, den Ausgangsort der jetzigen Krise, rechnet der Verband dagegen mit einem Wachstum von bis zu zwei Prozent.

 09:12

448 Covid-19-Patienten in Niederösterreich genesen

In Niederösterreich ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen bis Sonntagfrüh im 24-Stunden-Vergleich um 32 auf 1.863 gestiegen (Quelle: Corona-Informationsportal des Gesundheitsministeriums). Der Sanitätsstab des Landes bezifferte die Gesamtzahl der bisher durchgeführten Testungen mit 11.397. Diesen Angaben zufolge sind 448 Patienten wieder genesen.

Die nach Bezirken meisten bestätigten positiven Fälle gab es unverändert in Amstetten (210), St. Pölten (208) und Neunkirchen (146). Es folgten Korneuburg und Tulln (je 124), Mödling (122), Krems (115), Melk (114), Baden (96), Mistelbach und Scheibbs (je 94), die Landeshauptstadt St. Pölten (59), Bruck a.d. Leitha und Gänserndorf (je 58), Lilienfeld (36), Wiener Neustadt (35), Zwettl (32), die Städte Krems und Wiener Neustadt (je 28), der Bezirk Horn (23), Waidhofen an der Ybbs-Stadt (22) sowie die Bezirke Hollabrunn (17), Waidhofen a.d. Thaya (14) und Gmünd (sechs).

 08:46

Zweites Flüchtlingslager in Griechenland unter Quarantäne

Griechenland hat ein zweites Flüchtlingslager nach einem Infektionsfall für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Ein 53-jähriger Mann aus Afghanistan in dem Lager Malakasa rund 40 Kilometer nordöstlich von Athen sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilt die Regierung mit. Er sei in ein Krankenhaus in die Hauptstadt verlegt worden.

Im Lager leben etwa 1.800 Menschen. "Wir werden unseren Plan so wie im anderen Fall umsetzen", sagte Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarakis im Radiosender Protothema.

Am Donnerstag hatten die Behörden das Flüchtlingslager Ritsona in Zentralgriechenland unter Quarantäne gestellt, nachdem dort 20 Asylsuchende positiv getestet worden waren. Dort leben rund 3.000 Menschen.

In den Lagern auf dem griechischen Festland ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis. Die Menschen leben dort in Wohncontainern nicht so eng beieinander wie auf den Inseln. Dort harren sie mehrheitlich in Zelten und provisorischen Unterkünften unter Plastikplanen aus.

In Griechenland sind bisher 68 Menschen an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Obwohl sich in Griechenland die Situation in den Flüchtlingslagern weiter zuspitzt, bleibt die österreichische Bundesregierung trotzdem dabei, keine Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, wie zwei Sprecher der APA am Donnerstag bestätigten. Österreich habe genug geleistet, hieß es seitens des außenpolitischen Sprechers, Etienne Berchtold, gegenüber der APA. "Es bleibt beim Nein", bestätigte auch Claudia Türtscher, die Sprecherin von Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP). Sie verwies auf die jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dazu, der keine zusätzlichen Flüchtlinge in Österreich aufnehmen will.

 08:36

Ostern heuer im Ausnahmezustand

Das Osterfest wird aufgrund des Coronavirus heuer im Ausnahmezustand begangen. Die heimische Bischofskonferenz hat einen Maßnahmenkatalog für alle Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht erstellt.

Die aktuelle Situation erfordert, dass die Osterliturgien nur in kleiner Besetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert werden: Jeder (gesunde) Priester, der einer Gemeinde vorsteht und einen geeigneten Kirchenraum zur Verfügung hat, soll vier Gläubige bitten, die ebenfalls gesund sind und nicht einer Risikogruppe angehören, mit ihm die Osterwoche liturgisch zu begehen, so Kathpress. Das Gros der Katholiken soll hingegen das zentrale christliche Fest zu Hause unter Nutzung von Medien und Internet oder aber als "Hauskirche" feiernd mitvollziehen.

Als Schauplatz sei ein Kirchenraum - sinnvollerweise der Altarraum - zu wählen, der sich für die nötige Distanz von mindestens einem Meter zwischen den Anwesenden eignet. Die Zugänge zur Kirche sind während der Osterliturgie verschlossen zu halten, damit sich niemand Zutritt verschaffen kann.

Die nötigen liturgischen Dienste sollten von Priester und dem ausgewähltem Quartett, dazu sollen Lektor, Kantor, Ministrant gehören, geleistet werden. Die Kommunion wird nur in Brotgestalt ausgeteilt, in Form einer größeren Hostie.

Für den Palmsonntag wird der kleinen Feiergruppe eine Palmprozession empfohlen, die jedenfalls im Kircheninneren mit Beginn beim Portal stattzufinden hat. Auf die traditionelle Fußwaschung, die am Gründonnerstag seit 1956 Teil der Messfeier vom letzten Abendmahl ist, wird heuer verzichtet. Die in der Karwoche gefeierten Chrisammessen verschiebt die Bischofskonferenz auf die Zeit nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Corona-Virus.

Zur Osternacht: "Wo es die räumlichen Verhältnisse nicht verantwortbar zulassen, kann auf das Osterfeuer verzichtet werden. Die Osterkerze wird in diesem Falle mit einem frischen Zündholz entzündet." Am Ostersonntag soll nach dem Wunsch der Bischöfe auf jeden Fall dafür gesorgt sein, dass die Osterkerze in allen Kirchen entzündet wurde. "Das Licht kann idealerweise aus einer Feier stammen, die zuvor in einer hauskirchlichen Feier gestaltet worden war."

Mehr Menschen als jemals zuvor werden die Karwoche und Ostern wegen der Corona-Pandemie vor den Fernsehern mitfeiern. Der ORF bietet ein reichhaltiges Angebot: Die Höhepunkte werden die Osteransprache einschließlich des Segens "Urbi et Orbi" von Papst Franziskus am Ostersonntag sein, sowie die von Kardinal Christoph Schönborn geleiteten Karwochen- und Ostergottesdienste aus dem Wiener Stephansdom. Die Liturgien finden unter strenger Beachtung der Regeln im kleinsten Kreis im großen Dom statt.

 08:26

TU-Berechnung: Ab 12. März rückläufige Virusreproduktion in Österreich

Ein positives Bild der Entwicklung rund um den Covid-19-Ausbruch in Österreich gibt eine neue Studie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU-Graz: Demnach ist die effektive Reproduktionsrate des Coronavirus seit 12. März kontinuierlich gesunken. Aktuell liegt die Steigerungsrate der Fallzahlen bei Null.

"Diese Analyse basiert auf den Daten der in das österreichische Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen (inzidenten) Covid-19-Fälle. Relevante Falldaten wurden von der Abteilung Infektionsepidemiologie und Surveillance der AGES bei den zuständigen Behörden erhoben und im EMS komplettiert. Die Auswertung wurde mit Daten zum Stand 3. April 2020 (15.20 Uhr) durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt waren 11.419 Covid-19-Fälle gemeldet", schreiben die Experten um Lukas Richter und Daniela Schmid in der Arbeit zu "Epidemiologischen Parametern" von Covid-19.

Die Hauptaussagen: "Das hier angewendete Modell liefert eine geschätzte tägliche Steigerungsrate von Null Prozent für den Zeitraum von 20. März bis 1. April. Aufgrund der Schwankungen der inzidenten (auftretenden; Anm.) Fälle innerhalb dieser Periode mit Fallzahlgipfel am 26. und 30. März gilt es abzuwarten, ob in den weiteren Tagen das tägliche Auftreten neuer Fälle ein Plateau einnimmt oder rückläufig ist. Die geschätzte tägliche effektive Reproduktionszahl und Steigerungsrate über die Zeit zeigen seit 12. März jedenfalls einen rückläufigen Trend."

Aus der grafischen Darstellung geht hervor, dass am 12. März in Österreich die effektive Reproduktionsrate des Virus noch ziemlich exakt zwischen 3,5 und 4,0 lag, dann aber ständig abnahm. Um den 23. März betrug sie nur noch 2. Das bedeutet, dass zur stärksten Zeit der Virusverbreitung eine angesteckte Person statistisch mehr als 3,5 weitere Menschen infizierte, dann entsprechend weniger. Die effektive Reproduktionszahl des Virus betrug laut den Berechnungen am 1. April nur noch 1,14. Für die Überwindung der Covid-19-Pandemie wäre eine Verringerung der Reproduktionszahl auf unter 1 notwendig. Das gilt für Österreich auch für die national effektive Reproduktionszahl.

Die Kurve der geschätzten täglichen Steigerungsrate der positiven SARS-CoV-2-Befunde zeigte in Österreich eine ähnliche Entwicklung wie jene der Reproduktionszahl. Sie fiel ebenso seit 12. März ständig: von knapp 40 Prozent an diesem Tag auf rund 20 Prozent am 22. März und Null Prozent am 1. April.

Die Entwicklung könnte sich auch bereits in der Zahl der hospitalisierten Covid-19-Patienten darstellen: Laut Angaben der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) hat sich bei ihrer Zahl möglicherweise bereits erstmals ein Plateau ergeben. Laut den Experten, zum Beispiel dem Past President der Fachgesellschaft, Rudolf Likar, müssten die Österreicher trotzdem bei der Einschränkung der Sozialkontakte bleiben: "Auch wenn es jetzt schön ist, und die Verlockung groß, über Ostern rauszugehen und Freunde zu treffen: Jetzt müssen wir unbedingt noch durchhalten mit den Eindämmungsmaßnahmen."

 08:09

Auschwitz-Überlebender Finsches sieht Krise gelassen

Obwohl er mit 92 Jahren zur Risikogruppe zählt und im Zweiten Weltkrieg im Untergrund und KZ viel Hunger leiden musste, sieht der in Wien lebende Auschwitz-Überlebende Erich Finsches die Corona-Krise gelassen. Mit dem Krieg sei die derzeitige Situation nicht vergleichbar. "Damals war ein Terrorregime und ein Menschen-Quälen, das ist ja heute nicht der Fall. Heute haben wir Gott sei Dank Freiheit."

Auch dass es zu einer Lebensmittelknappheit wie während des Krieges kommt, glaubt Finsches nicht. "Österreich hat genug Reserven. Die Lager sind voll", sagt Finsches im Telefongespräch mit der APA. "Der Krieg ist eine Sache von Menschen bewusst gemacht und menschenvernichtend gewesen. Das Hitler-Regime wollte einen Vernichtungskrieg und einen Ausbeutungskrieg. Hitler wollte ja die Welt praktisch unterjochen. Das, was heute ist, ist zwar eine Weltkatastrophe, aber nicht eine vergleichbare", meint Finsches. Vergleiche würde er eher zur Pest ziehen.

Erich Richard Finsches wurde als Jude von den Nazis verfolgt. Einer seiner Urgroßväter, ein protestantischer Kirchenoberer aus dem heutigen Tschechien, war Ende des 19. Jahrhunderts zum Judentum konvertiert. Sein Vater, der in Wien-Sechshaus einen Lebensmittelgroßhandel und eine Spirituosenherstellung betrieb, wurde bereits 1938 nach Dachau deportiert. Damals wurde auch Erich Finsches als Zehnjähriger von der Gestapo aufgegriffen. Er wurde gefoltert und in ein Arbeitslager am Erzberg in der Steiermark gesteckt.

Von dort gelang ihm die Flucht und es folgte eine Zeit als sogenanntes U-Boot in Wien. Doch er wurde erneut aufgegriffen und musste schwere Zwangsarbeit leisten - u.a. in einer Großwäscherei. Anfang April 1944 kam er in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Wer in Auschwitz gelandet und den Transport überlebt hatte, war "vorgesehen zur Vernichtung durch Arbeit", berichtet Finsches. Die Gefangenen bekamen kaum zu essen und zu trinken, nur geringe Mengen "hartes Brot und farbiges Wasser". Die SS misshandelte die Menschen mit Peitschenhieben oder Schlägen mit dem Gewehrkolben. "Die Lebenserwartung war allerhöchstens drei Monate."

Durch seine kommunikative Art, handwerkliches Geschick und die Fähigkeit wegen seiner Deutsch- und Ungarischkenntnisse als Dolmetscher zu dienen, hatte Finsches aber gute Kontakte zu einigen Kapos. Diese ließen ihm zusätzliche Rationen zukommen. Im September 1944 kam Finsches dann "auf Transport" nach Mühldorf am Inn in Bayern, wo die Nazis ein unterirdisches Flugzeugwerk bauen wollten. Er arbeitete in den Dachau-Nebenlagern Mühldorf und später Kaufering. Bei der Befreiung am 27. April 1945 wog er 27 Kilogramm.

Heute werde er von seiner Stieftochter versorgt, erzählt Finsches. Er halte sich mit seiner Frau in Niederösterreich auf und treffe niemanden. Solange das Coronavirus nicht eingedämmt ist, erachtet er die Maßnahmen der Regierung als sinnvoll und notwendig. Unverständnis zeigt er aber dafür, dass auch Einpersonenunternehmen schließen mussten. In solchen Geschäften könnten sich die Unternehmer durchaus schützen, meint Finsches. Auch plädiert er dafür, die Bundesgärten wieder zu öffnen. "Die Leute müssen doch hinaus können, weil wenn sie nicht hinaus können, werden sie narrisch." Außerdem erachte er die mangelnde Entschädigung für Notleidende nicht für richtig.

Furcht vor der Krankheit Covid-19 hat Finsches, der schon so viel erlebt hat, nicht: "Das ist eine Schicksalssache", sagt er. "Angst hab ich keine."

 07:54

Bürgermeister haften für Verstöße bei Gesundheitsdaten

Die Weitergabe von Daten Coronavirus-infizierter Personen an Bürgermeister bringt diese in eine heikle Lage. Diese sollten alle Vorgaben nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und des Datenschutzgesetzes implementieren, so der Anwalt Sascha Jung, der das Datenschutzteam von Jank Weiler Operenyi/Deloitte Legal leitet, zur APA. Die Bürgermeister würden nämlich persönlich für Verstöße haften.

Wie der Nationalrat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen hat, erhalten Bürgermeister nun Daten von Personen, die wegen Covid-19 abgesondert sind, um deren Versorgung zu gewährleisten. Diese haften damit auch persönlich für Geldbußen wegen allfälliger Datenschutzverstöße, so Jung. Bürgermeister dürfen die erhaltenen Daten dieser Personen zu keinem anderen Zweck verarbeiten und müssen geeignete Datensicherheitsmaßnahmen zum Schutz dieser Maßnahmen treffen.

"Besonders brisant" für Bürgermeister ist an dieser neuen Regelung der letzte Absatz des neuen Paragrafen 3a im Epidemiegesetz, wonach eine Regelung im Datenschutzgesetz in diesem Zusammenhang nicht anwendbar ist. Demnach können gegen Behörden, öffentliche Stellen und Körperschaften des öffentlichen Rechts keine Geldbußen wegen Datenschutzverstößen verhängt werden. Diese Ausnahme gilt für Bürgermeister nicht.

Jung rät den Bürgermeistern, sämtliche datenschutzrechtlichen Vorgaben der DSGVO und des DSG, insbesondere in Form des Verfahrensverzeichnisses, einer Datenschutzfolgenabschätzung sowie technischer und organisatorischer Sicherheitsmaßnahmen, zu implementieren - und zwar bevor sie Daten der betroffenen Personen verarbeiten. Gerade für Gesundheitsdaten gelte nämlich ein besonders hohes Schutzniveau.

 07:54

Bundesheer: Stellung bleibt bis auf weiteres ausgesetzt

Die Stellungen beim Bundesheer bleiben wegen des Coronavirus auch nach dem 20. April bis auf weiteres ausgesetzt. Darüber hat Verteidigungsministerin Claudia Tanner (ÖVP) in einem Brief, der der APA vorliegt, alle Bürgermeister des Landes informiert. Sie ersucht die Ortschefs, "diese Information der Bevölkerung mitzuteilen und auch in Ihre nächste amtliche Mitteilung an die Gemeindebürger aufzunehmen".

Die Stellung wurde zunächst nur bis 20. April ausgesetzt. "Nachdem die Lage sich nicht im erhofften Umfang verbessert hat, haben wir entschieden, die Stellung bis auf weiteres auszusetzen. Dies dient dem Schutz der Stellungspflichtigen, ihrer Familien und somit auch Ihrer Gemeinde. Die Stellungspflichtigen werden, sobald sich die Lage verbessert hat und die Stellungsstraßen wieder öffnen, per Brief über ihren neuen Stellungstermin informiert", so Tanner.

 07:53

Homeschooling: Grüne wollen Endgeräte für alle Wiener Pflichtschüler

Die Wiener Grünen wollen beim Regierungspartner SPÖ ein eigenes Corona-Unterstützungspaket für Pflichtschüler durchsetzen. 15 Mio. Euro soll es umfassen, wie Klubobmann David Ellensohn der APA erklärte. Damit will er u.a. Kids mit Smartphones bzw. Laptops und Datenvolumen ausstatten. An Schulen soll es außerdem Beratungspersonal geben.

"Viele Kinder haben nicht die nötigen Hilfsmittel, um mit Homeschooling zurecht zu kommen", erklärte Ellensohn. Schon jetzt sei teils jeder fünfte Schüler für die Schule nicht mehr erreichbar. Kinder und Jugendliche, die nicht entsprechend ausgestattet seien und auch keine Hilfe von den Eltern bekommen könnten, würden infolge der Schulschließungen "noch weiter abrutschen", warnte der grüne Klubchef.

Um dem entgegenzuwirken, sollen - geht es nach den Grünen - all jene Pflichtschüler, die derzeit keine Smartphones oder Laptops haben, mit solchen versorgt werden. Die Klassenvorstände könnten den Bedarf in ihren Klassen rasch erheben, abgewickelt werden soll die Bestellung bzw. Ausgabe über die Bildungsdirektion, meint Ellensohn.

Schon nach den Osterferien könne mit der Ausrollung begonnen werden. Damit niemand in Versuchung kommt, einfach so Gratis-Handys abzustauben, soll die Hardware am Ende des Schuljahres zurückgegeben werden müssen. Ausreichend Datenvolumen brauche es für die betroffenen Schüler ebenfalls. Hier müsse die Stadt mit Netzbetreibern verhandeln, so die Idee des kleinen Wiener Koalitionspartners.

Außerdem plädieren die Grünen für Einzel- oder Gruppencoachings für Pädagogen an Schulen sowie die regelmäßige Anwesenheit von Beratungslehrern oder Psychologen, an die sich Kinder und Jugendliche bei Bedarf wenden können. An Standorten ohne Sekretariat sollte ein solches eingerichtet werden, forderte Ellensohn. Dieses könne sich dann darum kümmern, mit Schülern, die "verloren gegangen sind", wieder Kontakt aufzunehmen.

Für den Sommer wünscht sich der Klubobmann der Wiener Grünen einen Ausbau der Summer City Camps, die sich um die Schwächsten kümmern. Nach der Coronakrise brauche es außerdem Lehrerfortbildung im Bereich Digitalisierung und die Einrichtung userfreundlicher Lernplattformen.

15 Mio. Euro soll das Maßnahmenbündel schwer sein. Darüber will Ellensohn nun mit der SPÖ verhandeln.

Die Summe scheint nicht zufällig gewählt. "Es hat zuletzt große und kleine Hilfspakete gegeben für viele Bereiche - in Wien sogar ein Taxipaket von 15 Mio. Euro. Das sind uns die Schülerinnen und Schüler sicher auch wert", konnte sich Ellensohn einen Seitenhieb auf die SPÖ nicht verkneifen.

Der Hintergrund: 300.000 Wiener Senioren bekommen derzeit Post von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und werden darin informiert, dass sie sich bei Bedarf einen 50-Euro-Taxigutschein schicken lassen können, um damit Besorgungsfahrten zu machen oder sich Dinge liefern zu lassen. Dafür wurden unlängst 15 Mio. Euro locker gemacht. Die Grünen waren dem Vernehmen nach - wohl nicht zuletzt mit Blick auf die im Herbst anstehende Wien-Wahl - von dieser Aktion wenig begeistert.

 07:53

Queen beschwört britische Selbstdisziplin

Königin Elizabeth II. (93) ruft die Briten dazu auf, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. "Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind", wird die Queen am Sonntagabend in einer Ansprache an das britische Volk und den Commonwealth sagen.

Das geht aus Rede-Auszügen hervor, die vorab vom Buckingham-Palast veröffentlicht wurden. Die Ansprache gilt als Zeichen, dass die Regierung zunehmend über die rasch wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 beunruhigt ist.

Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bisher höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben in britischen Krankenhäusern 4.313 Menschen an der Lungenkrankheit, darunter auch ein fünf Jahre altes Kind. Medienberichten zufolge soll es sich um das bisher jüngste Opfer der Corona-Pandemie in Großbritannien handeln.

Die Rede der Queen soll am (heutigen) Sonntag um 20.00 Uhr (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden. Darin werde die Königin auch den Mitarbeitern des nationalen Gesundheitsdienstes NHS sowie anderen Menschen danken, die in der Krise besonders gefordert sind, hieß es.

 07:53

UEFA-Chef kritisierte FIFA für Geld-Verteilung

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat den Fußball-Weltverband für dessen Vorgehen bei der geplanten finanziellen Hilfe für Verbände, Vereine und Spieler in der Corona-Krise kritisiert. "Die Erklärung der FIFA dazu war, sie wollen es für die nutzen, die es dringend brauchen. Wir sollten dem zustimmen, so dass die FIFA dann entscheiden kann, wer wie viel Geld bekommt", sagte er im ZDF-Sportstudio.

Das sei nach seiner Auffassung etwas seltsam, ergänzte der Chef der Europäischen Fußball-Union. "So kann keiner kontrollieren, wohin die Summen fließen", kritisierte Ceferin den Weltverband. "Es braucht strikte Regularien dafür, man kann nicht einfach der FIFA überlassen, wohin die Summen fließen." Die FIFA hatte zuvor die Hilfsaktion angekündigt, ohne konkrete Summen zu nennen.

 07:53

Bis zu 1.800 Schüler werden in Osterferien betreut

Je nach Tag zwischen 1.400 und 1.800 Schüler unter 14 Jahren werden in den Osterferien an den Schulen betreut. Diesen Bedarf ergab eine vom Bildungsministerium beauftragte Erhebung. Für die Aufgabe haben sich knapp 22.000 Lehrer freiwillig gemeldet - eingesetzt werden zwischen 1.600 und 2.300.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind heuer viele Volksschulen bzw. AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen in den Ferien geöffnet. An ihnen sollen Kinder jener Eltern betreut werden, die etwa im Handel, bei Polizei, Rettung und in Spitäler gebraucht werden.

1.800 Schüler entsprechen rund 0,3 Prozent aller 682.000 Kinder und Jugendlichen an diesen Schulen. Zum Vergleich: Am Freitag waren etwas 2.300 anwesend.

Angeboten wird die Betreuung nicht an allen 4.600 Standorten, sondern österreichweit an rund 850. Keine großen Unterschiede gibt es beim Betreuungsbedarf zwischen den Bundesländern. Am geringsten ist er im Burgenland (0,16 Prozent der Schüler), am höchsten in Kärnten (0,38 Prozent).

 07:52

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Die oe24-Redaktion hält sie auch heute wieder zu allen aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise auf dem neuesten Stand.