Chaos bei nächtlichem Spiele-Verkauf

Deutschland

Chaos bei nächtlichem Spiele-Verkauf

Das neue World of Warcraft-Spiel "Burning Crusade" sorgte in Deutschlands Elektromärkten für Chaos. Hunderte Leute warteten um Mitternacht auf den Sonderverkauf.

Fans von Computerspielen können ganz schön ungeduldig sein, wenn es um die Veröffentlichung eines neuen Kult-Spiels geht. Am 16. Februar wurde "Burning Crusade" veröffentlicht. In Deutschland veranstalteten die Elektromärkte mitternächtliche Verkaufsaktionen, um die Wartezeit zu verkürzen. Sämtliche Media-Markt-Fillialen in Deutschland waren von 0 bis 2 Uhr morgen geöffnet. Wie erwartet, war der Andrang groß.

Scheibe eingedrückt
Es herrschten chaotische Zustände, bei denen sogar mehrere Menschen verletzt wurden. Nach Angaben der Polizei hatten sich in Köln gegen 24 Uhr bereits 600 bis 800 Kunden vor dem Geschäft in der Innenstadt versammelt, als zwei der vorhandenen vier Kaufhaustüren geöffnet wurden. Die Spielfanatiker drückten dabei so fest dagegen, dass die Scheibe einer verschlossenen Tür zerbrach. Drei Kunden zogen sich Schnittverletzungen zu, einer der Verletzten musste mit dem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Dann kam die Lautsprecherdurchsache: Es stehe ein Kontingent von 1700 Spielen zur Verfügung. Erst dann entspannte sich die Lage.

Flaschen gingen zu Bruch
In Bochum kam es ebenfalls zu einem heftigen Gerangel um die Spiele. Es seien unter anderem Flaschen zu Bruch gegangen, berichtet die Polizei.

Spiel auch in Österreich
Seit Dienstag wird "The Burning Crusade" auch in den USA sowie anderen europäischen Ländern, auch in Österreich, vertrieben und soll in Kürze auch in Australien, Neuseeland, Korea, Singapur und Thailand erhältlich sein. In Österreich war das Spiel ohne Vorreservierung jedoch nur schwer erhältlich und großteils sofort ausverkauft. So manch Spieler von "Burning Crusade" wurde am Mittwoch bereits mit dunklen Augenringen nach einer durchgespielten Nacht auf Wiens Straßen beobachtet.

40 Prozent sind süchtig
Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, berichtet von Untersuchungen, wonach 61 Prozent der befragten Spieler von World of Warcraft angeben, mehr als vier Stunden täglich damit zuzubringen. "Ein Drittel bis 40 Prozent von ihnen sind süchtig", sagte Pfeiffer am Montag vor ausländischen Journalisten in Berlin.

Acht Millionen Spieler
Rund acht Millionen Menschen weltweit spielen inzwischen das im November 2004 gestartete "World of Warcraft", bei dem Mitspieler Charakterrollen auf der Seite der "Allianz" oder der "Horde" einnehmen und durch die Erfüllung von Aufgaben oder Missionen Erfahrungspunkte und Belohnungen sammeln können. Die Anzahl der europäischen Spieler, die ein Abonnement für das kostenpflichtige Spiel haben, wird von der zum französischen Telekommunikations- und Medienkonzern Vivendi gehörenden Blizzard Entertainment mit 1,5 Millionen angegeben.

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