Huawei hat Android-Gegner fast fertig

"Hongmeng" einsatzbereit

Huawei hat Android-Gegner fast fertig

Der unter US-Sanktionen leidende chinesische Telekom-Konzern Huawei steht vor der Einführung eines eigenen Betriebssystems. "Hongmeng" (Codename) könne das US-System "Android" ablösen, sagte der ranghohe Huawei-Manager Andrew Williamson. Sollte der Handelsstreit USA/China eskalieren, könne das System "binnen Monaten" eingeführt werden. Google will zwar eine Ausnahmeregelung für Huawei, doch ob sich die US-Regierung darauf einlässt, ist fraglich. Zudem hat der Facebook-Konzern die Vorinstallation seiner Apps (WhatsApp, Instagram, Messenger) auf Huawei-Handys bereits gestoppt. Deshalb kommt der Konzern um die rasche Fertigstellung der hauseigenen Alternative nicht herum.

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Für viele Geräte und mit Android-Apps kompatibel

Hongmeng soll unter dem Namen "ArkOS" starten und werde derzeit vor allem in China getestet. Huawei hat dafür bereits in zahlreichen Ländern Patentrechte angemeldet. Wie berichtet, soll der Android-Gegner auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und auf tragbaren Geräten (Wearables) laufen. Zuletzt kündigte ein Huawei-Manager an, dass das eigene Betriebssystem mit Android-Apps kompatibel sei. Das würde wiederum bedeuten, dass so gut wie alle bekannten Android-Anwendungen auch auf den neuen Huawei-Smartphones funktionieren würden. Dazu müssten sie aber auch im eigenen Huawei App Store angeboten werden. Wenn US-Konzerne wie Facebook (WhatsApp, Instagram, Messenger), Microsoft (Office, Skype, etc.), Google (GMail, Maps, YouTube, etc.), Snapchat oder Twitter ihre Anwendungen aufgrund der Sanktionen jedoch nicht zur Verfügung stellen, dann hilft auch das nicht viel.

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Hauptproblem würde nicht schlagend

Sollten die Apps jedoch bereitgestellt werden, gäbe es für die Nutzer der Geräte so gut wie keine Einschränkungen. Die Kompatibilität könnte auch das größte Problem bei der Entwicklung eines eigenen Operating Systems (OS) aus der Welt schaffen. Daran sind nämlich schon andere Technologiegiganten (Nokia, Blackberry, Microsoft oder Samsung) teils krachend gescheitert - denn die Plattformen müssen zugleich Nutzer und App-Entwickler überzeugen. Experten betonten, dass die rein technische Entwicklung nur einen Teil der Herausforderung ausmacht. Sich eine kritische Nutzermasse zu sichern und das Vertrauen der wichtigen App-Entwickler in die Plattform zu festigen, könne Jahre dauern. Wenn HongMeng mit den Android-Apps kompatibel ist, wäre zumindest das Problem mit den Entwicklern gelöst. Denn sie müssten keine eigenen Anwendungen für das neue OS programmieren. Ob Huawei aber auch die Nutzer von "HongMeng" überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Viele Apps, die in China erlaubt sind, genügen den Sicherheitsansprüchen europäischer Nutzer nämlich nicht. 

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Schwarze Liste verbietet Zusammenarbeit

Huawei setzt bei seinen weltweit vertriebenen Smartphones bisher auf das Betriebssystem Android. Weil die US-Regierung im Handelsstreit mit China Huawei aber auf eine schwarze Liste gesetzt hat, haben es US-Firmen schwer, mit chinesischen Unternehmen noch weiter Geschäfte zu machen. Als Reaktion auf die Beschränkungen will Google die technische Unterstützung für Android bei Huawei aufkündigen. Damit bekämen Nutzer von Huawei-Handys künftig keine Android-Updates mehr. Künftige Handy-Modelle könnten auch nicht mehr auf beliebte Apps wie Googles Play Store, YouTube, den Browser Google Chrome und das E-Mail-Programm Gmail zugreifen. Um die Auswirkungen für Konsumenten abzumildern, hat die US-Regierung Huawei eine dreimonatige Galgenfrist eingeräumt. Diese läuft am 19. August 2019 ab.

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