Deutsche Regierung schockt Apple

Zwangszugriff auf iPhone-Chip

Deutsche Regierung schockt Apple

Neues Gesetz will Zugang zum iPhone-Chip erzwingen.

Ein deutscher Gesetzesentwurf könnte das heutige Geschäftsmodell von  Apple  bei seiner Bezahlplattform Apple Pay torpedieren. Eine von den Regierungsfraktionen in Berlin eingebrachte Änderung könnte Apple dazu zwingen, Banken und Zahlungsdiensten direkten Zugang zum NFC-Chip der iPhones zum kontaktlosen Bezahlen zu öffnen. Aktuell geht das nur über die  Apple-Pay -Funktion, wofür die Finanzunternehmen Vereinbarungen mit dem US-Konzern abschließen.

>>>Nachlesen:  EU-Kartellamt nimmt Apple Pay ins Visier

Bezahl-Apps der Banken können bisher nicht auf den NFC-Chip im iPhone oder der Apple Watch zugreifen, sondern müssen auf umständlichere Datenübertragungsmethoden wie das Einlesen von QR-Codes ausweichen. NFC steht für Near Field Communication und ist eine Schnittstelle für kontaktlose Datenübertragung.

>>>Nachlesen:  So funktioniert Apple Pay in Österreich

Gesetz sieht direkten Zugriff vor

Der Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen sieht vor, dass Infrastruktur-Betreiber Zahlungsdiensten Zugang zur Infrastruktur gewähren müssen - "gegen angemessenes Entgelt und unter Verwendung angemessener Zugangsbedingungen". Das Gesetz dient eigentlich zur Umsetzung der europäischen Geldwäsche-Richtlinie - der Punkt, der ausdrücklich der NFC-Öffnung dienen soll, wurde aber hinzugefügt. Es sollte am Donnerstagabend im Bundestag beschlossen werden, muss aber auch noch in den Bundesrat.

>>>Nachlesen:  iPhone 11 mit stärkstem Preisverfall

Mehrere Beschwerden gegen Apple Pay in EU

Deutsche Banken und Sparkassen hatten lange einen direkten Zugang zur NFC-Schnittstelle der iPhones gefordert. Auf europäischer Ebene gibt es laut Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager diverse Beschwerden gegen Apple. Der Konzern begründet seine Position mit Benutzerfreundlichkeit und Datensicherheit. Der Zugriff auf die NFC-Antenne läuft über einen gesonderten Sicherheitschip, die sogenannte "Secure Enclave", in der Apple auch andere wertvolle Daten wie Passwörter absichert.

>>>Nachlesen:  Smarte Brille soll iPhone-Nachfolger werden

Apple zeigt sich überrascht

"Wir sind überrascht, wie plötzlich dieses Gesetzgebungsverfahren eingeleitet wurde", erklärte Apple. "Wir befürchten, dass der Gesetzesentwurf die Nutzerfreundlichkeit bei Zahlungen verschlechtern und den Datenschutz und die Sicherheit von Finanzdaten gefährden könnte." Apple würde mit der deutschen Regierung gern daran arbeiten, "die technischen Hintergründe von Apple Pay verständlich zu machen".

>>>Nachlesen:  iOS 13.2.2 behebt schweren iPhone-Fehler

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer   Datenschutzerklärung .
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten