Auch photokina im Zeichen der KI

Weltgrößte Fotomesse

Auch photokina im Zeichen der KI

Der Fotomarkt steckt seit Jahren im Umbruch. Dafür ist vor allem der enorme Smartphone-Boom ausschlaggebend. Viele Nutzer setzen mittlerweile lieber auf ihre Handy-Kamera als auf eine separate Digicam. Die weltgrößte Branchenmesse photokina reagiert und stellt sich inhaltlich neu auf. Mit dem Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) ist der große Branchentreff am Mittwoch in Köln an den Start gegangen. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn KI spielte in diesem Jahr bei allen großen Technik- bzw. IT-Messen (IFA, CEBIT, CES, etc.) eine zentrale Rolle.

Zudem wollen mehrere Hersteller mit neuen spiegellosen Systemkameras punkten, die bei Auflösung und Bildqualität oder auch der Verschmelzung von Foto und Video "neue Maßstäbe" setzen könnten. Fujifilm zeigt etwa die erste spiegellose Mittelformatkamera mit über 100 MP. Angesichts eines sich stark wandelnden Marktes verfolgt die internationale Branchenschau diesmal ein verändertes Konzept, wie Photoindustrie-Verband (PIV) und Koelnmesse mitteilten.

KI für Berufs- und Hobbyfotografen

Viele Anbieter werben mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz für Berufs- und Hobbyfotografen. KI und die neuen Bildtechnologien führten zu einer Reihe von Vorteilen, betonte der Verband. So könne etwa der Ort einer Aufnahme auch ohne GPS-Positionsdaten erkannt werden. Fehlende Bildbereiche würden ergänzt oder Verwacklungen herausgerechnet. Einsatzfelder seien auch Autoindustrie, Medizintechnik, Handel oder robotergestützte Produktion. Zudem gehören den boomenden Fotodrohnen und Sofortbildkameras die Bühne bis zum Samstag.

Die Photokina will für die jüngere Zielgruppe attraktiver werden. Digitale Bildbearbeitung, Bewegtbild und mobile Bildkommunikation sollen stärker ins Blickfeld rücken. Diesmal sind auf der Messe 812 Aussteller aus 66 Ländern - 2016 waren es knapp 1.000 Anbieter aus 40 Ländern. Die Fachmesse wird von sechs auf vier Tage verkürzt und statt alle zwei Jahre nun jährlich ausgerichtet.

Absatz von Digicams weiter rückläufig

Die Umstellung ist auch eine Reaktion auf den Umbruch im Fotomarkt, die Branche fast nur noch als "Imaging-Markt" bezeichnet. Die Absätze für Digitalkameras werden laut Photo-Industrieverband in Deutschland auch 2018 weiter schrumpfen: Voraussichtlich werden 2,35 Millionen Kameras verkauft - ein Rückgang um 12 Prozent im Vergleich zu 2017. Wertmäßig sei mit einem Absinken um 9 Prozent auf 970 Millionen Euro zu rechnen, also erstmals unter die 1-Milliarde-Euro-Marke. Hier macht sich die starke Konkurrenz durch Smartphones bemerkbar.

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