11. März 2019 16:58
Alle heimischen Netze top
T-Mobile gewinnt erstmals "Chip"-Netztest
Auch A1 und „3“ haben beim großen Test mit der Note „sehr gut“ abgeschnitten.
T-Mobile gewinnt erstmals "Chip"-Netztest
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Wie Connect führt auch das deutsche Fachmagazin Chip jährlich einen großen Netztest durch. Dessen Ergebnisse wurden am Montag veröffentlicht. Und dabei kam es zu einem Wechsel an der Spitze. Erstmals gewinnt T-Mobile Austria die Auzeichnung "Bestes Netz". A1 verliert seinen angestammten ersten Platz, liegt aber dicht hinter der Tochter der Deutschen Telekom. Hutchinson Drei Austria („3“) landet auf dem dritten Platz und erhält ebenfalls die Schulnote "sehr gut". Den aktuellen Connect-Test konnte ebenfalls T-Mobile gewinnen und auch hier bekamen alle drei Anbieter ein „Sehr gut“.

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VoLTE als Knackpunkt

Traditionell gilt: Österreichs Mobilfunknetze sind schnell, gut ausgebaut und preiswert. Seit 2018 haben sich alle Netzbetreiber noch einmal spürbar verbessert. Das bestätigt der aktuelle Netztest, den Chip heuer wieder gemeinsam mit den Experten von Net Check durchgeführt hat. Ein wichtiger Grund für die Veränderungen: Dieses Jahr bietet nicht nur A1 die Telefonie über den 4G-Mobilfunkstandard VoLTE an. Mittlerweile haben T-Mobile und „3“ ihr Manko ausgeglichen und „Voice over LTE“ freigeschaltet. Ganze zwei Plätze gewinnt der Magenta-Riese im Vergleich zum Vorjahr und zieht damit erstmals an der Konkurrenz vorbei. A1 wechselt die Gold- gegen eine Silbermedaille ein. „3“ rutscht auf den dritten Rang.

Selbst Dritter, fast so gut wie deutsche Nr. 1

Beim mobilen Surfen entlang der Messstrecke ist die schnelle Funktechnik LTE in allen Netzen zu rund 99 Prozent verfügbar. „Lange Zeit setzte A1 die Maßstäbe und war strukturell im Vorteil“, erklärt Wolfgang Pauler, Testchef bei Chip. „Unter anderem durch das technische Upgrade auf VoLTE bei T-Mobile und Drei verändert sich nun zum ersten Mal die lange unangefochtene Hackordnung der Netzbetreiber.“ T-Mobile erhält die Schulnote 1,24. Auch in den beiden Wertungskategorien „Telefonie“ sowie „Mobiles Internet“ erzielt der Netzbetreiber das beste Ergebnis. A1 verfehlt seinen angestammten ersten Platz nur um Haaresbreite mit der Gesamtnote 1,27. T-Mobile verbindet die Telefonate seiner Kunden schneller und bietet auch die beste Sprachqualität, während A1 beim Rufaufbau kleine Schwächen zeigt. „3“ landet auf dem dritten Platz. Die Bewertung 1,4 zeigt aber, dass die Tochter der chinesischen CK Hutchison Holdings nach wie vor in derselben Liga spielt wie die Konkurrenz. Pikant: Der Letzte im Österreich-Netztest liegt auf Augenhöhe mit dem deutschen Netztest-Sieger Telekom (Note 1,36).

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Surfen mit Highspeed

Die Performancelücke zwischen Stadt und Land fällt bei den drei großen heimischen Providern moderat aus. Nicht nur in den Städten, auch auf den Verbindungsstraßen zeigen alle drei Netze eine ausgezeichnete Leistung. Mit schnellen 60 MBit/s positioniert sich T-Mobile in Österreich noch hinter Drei (67 MBit/s) und Speed-Meister A1 (über 78 MBit/s). Zum Vergleich: In Deutschland schneidet die Telekom auf den Verbindungsstraßen am besten ab – mit 44 MBit/s. Zudem machen die Netze so gut wie keine Fehler: Das Abrufen von YouTube-Livestreams in FullHD verläuft fast immer reibungslos.

Baustelle Fernzüge

Verbesserungspotential gibt es bei der Verbindung in Zügen. A1 bietet hier das beste Netz und liegt beim Telefonieren mit einer Quote von 6,7 Prozent an abgebrochenen Gesprächen vorne. T-Mobile kommt auf 8,6 Prozent. Auch das Surfen funktioniert nicht reibungslos. Der Up- bzw. Download einer Datei sowie der Abruf eines Livestreams von YouTube gelingt selbst bei A1 „nur“ in 94 Prozent aller Fälle. Das sind über fünf Prozent weniger als in den Städten. Insgesamt bescheinigt der Chip Netztest allen Netzen ein „gutes“ Ergebnis in den Zügen – mindestens eine Klasse besser als in Deutschland. Das Niveau der Schweiz bleibt allerdings unerreicht.

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So wird getestet

Die Testingenieure von Net Check legten insgesamt über 7.500 Kilometer mit speziellen Messfahrzeugen und Rucksäcken durch Österreich zurück. Ihre Fahrt führte sie vom Bodensee im Westen bis ins Burgenland im Osten. Mehr als 1.500 Kilometer waren sie mit Fernzügen unterwegs. Die Tester nahmen fünf Metropolen, zehn mittelgroße und 20 kleinere Städte genauer unter die Lupe und achteten besonders auf die Netzqualität an vielbesuchten Hotspots, darunter Sehenswürdigkeiten, Flughäfen, Bahnhöfe und Einkaufszentren. Die Experten führten die Tests mit 18 Smartphones des Samsung Galaxy S8 durch, gesteuert durch automatisierte Messsysteme des Messtechnik-Herstellers Rohde & Schwarz Mobile Network Testing.

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