Facetime-Gegner von Google ist da

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Facetime-Gegner von Google ist da

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Gratis-Anwendung "Duo" wurde auf der I/O 2016 erstmals vorgestellt.

Google will mit einer neuen App stärker bei Videoanrufen mitmischen. Der US-Internet-Konzern brachte am Dienstag die im Mai im Rahmen der Entwicklerkonferenz I/O 2016 angekündigte Anwendung "Duo" (kostenlos für Android und iOS) heraus. Es ist ein dicht besetzter Markt: Die App tritt gegen Videogespräche unter anderem im Facebook Messenger oder Microsofts Skype an, zudem hat Apple den Dienst Facetime, der allerdings nur auf Geräten des Konzerns läuft.

Einfacher als Hangouts

Von Google selbst gab es bereits den Dienst "Hangouts", doch "Duo" soll einfacher zu nutzen sein und eine bessere Qualität bieten. Der Internet-Riese reagiert mit dem Neustart auch darauf, dass "Hangouts" in der Gunst der Nutzer von der Konkurrenz abgehängt wurde.

Video zum Thema: Meet Google Duo

"Kuckuck" als Top-Feature

Eine Funktion von "Duo", die andere Services bisher nicht haben, heißt in der deutschen Version "Kuckuck": Es ist die Möglichkeit, das Bild des anrufenden Nutzers zu sehen, schon bevor man entscheidet, ob man den Anruf annimmt. Neben "Duo" wurde auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Mai auch der Kurzmitteilungsdienst "Allo" angekündigt. Die beiden Anwendungen könnten später miteinander verzahnt werden, sagte Google-Manager Nick Fox der "Financial Times". In Facebooks Messenger sind Text und Video bereits in einer App zusammengeführt. Zudem wird auch vom Dienst WhatsApp, der ebenfalls zum weltgrößten Online-Netzwerk gehört, eine Videotelefonie-Funktion erwartet. Beide Apps haben jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer.

Verknüpfung mit Telefonnummer

Google habe keine Pläne, mit dem Produkt Geld zu verdienen, sagte Fox. Anders als "Hangouts" wird "Duo" nicht mit dem Google-Konto eines Nutzers, sondern ähnlich wie WhatsApp mit der Telefonnummer verknüpft. Die App soll auch bei schlechten Datenverbindungen funktionieren und damit für den Einsatz in Entwicklungsländern optimiert sein.

Fotos von den Neuheiten der Google I/O 2016

Für Google-Chef Sundar Pichai war die I/O 2016 eine Premiere: Er eröffnete zwar auch früher schon die Konferenzen, jetzt ist er aber offiziell der Firmenlenker.

Mit dem Umzug auf ein Freiluft-Gelände unter kalifornischer Sonne bekommt die Konferenz, die heuer vom 18. bis 20. Mai über die Bühne geht, Festivalcharakter.

Der Internet-Konzern stellte unter anderem einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor.

Auch insgesamt will Google seine Nutzer verstärkt über den neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem "Google Assistant" solle man sich einfach unterhalten können.

Damit wolle Google nützlicher werden. "Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln", sagte Pichai.

Der Lautsprecher mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Sprachbefehl Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen.

Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen.

Zu den Partnerdiensten gehören bereits MyTaxi, der Fahrdienst-Vermittler Uber, WhatsApp und Musikdienste wie Spotify. Lautsprecher in verschiedenen Räumen können miteinander verbunden werden und zusammenarbeiten.

Als weitere Neuheit zeigte Google den Messenger Allo, der mit ähnlichen Diensten vor allem von Facebook konkurrieren wird. Auch hier steht die Spracheingabe im Vordergrund. Außerdem...

...kann der Kurzmitteilungsdienst mit Hilfe künstlicher Intelligenz passende Antworten oder eine Auswahl von Restaurants oder Filmen vorschlagen.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Inkognito-Modus sollen für den Datenschutz sorgen.

Neu ist auch die App "Duo" für Videoanrufe, die im Sommer für Android-und Apple-Geräte eingeführt werden soll.

Bei der nächsten Android-Version, die bisher nur unter dem vorläufigen Namen "N" bekannt ist, verbesserte Google unter anderem die Sicherheit.

Selbst hochauflösende Spiele sollen in noch nie dagewesener Qualität funktionieren.

Mit der eigenen Plattform "Daydream" (Tagtraum) für Inhalte, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann, will Google auch dieses Wachstumsfeld besetzen.

Google zeigte auch ein neues Daydream-Headset, in dem die kompatiblen Smartphone eingeklinkt werden können, sowie...

...einen dazu passenden Controller. Die neue Hardware soll im Herblst 2016 auf den Markt kommen.

Google wird Nutzer von Computer-Uhren mit seinem Betriebssystem künftig auch Text mit Hilfe einer kleinen Tastatur und Schrifterkennung eingeben lassen. Das gehöre zu den neuen Funktionen der neuen Software-Version Android Wear 2.0.

Für Entwickler wurde ein neues Komplettpaket vorgestellt, mit dem Apps ganz einfach und plattformübergreifend entwickelt werden können.

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