Ruhe an der Zinsfront

Infina Kredit Index (IKI)

Ruhe an der Zinsfront

Der IKI gilt als Frühindikator für Konditionentrends am Kreditmarkt.

Der Kampf der Geldhäuser um Kreditkunden mit guter Bonität hat für ein sehr attraktives Zinspreisgefüge gesorgt. Dies gilt sowohl für variabel als auch für fix verzinste Wohnbaukredite. Insgesamt kann man die Entwicklung des Infina Kredit Index (IKI) im vierten Quartal 2018 jedoch als ruhig bezeichnen. Unverändert ist, dass die Preisabstände zwischen variabel und fix verzinsten Krediten (allerdings abhängig von der Dauer des Fixzinssatzes) nicht allzu groß sind. Erwähnenswert ist auch die weiterhin flache Zinskurve bei den Swapsätzen, deren Höhe maßgeblichen Einfluss auf die langfristigen Fixzinssätze haben.

Die Highlights des Infina Kredit Index für das 4. Quartal 2018:

Die Konjunkturabkühlung in der Eurozone beschleunigt sich etwas. Rohstoffpreise und Inflationsrate sind auf dem Rückzug und die EZB dürfte sich mit Leitzinsanhebungen bis mindestens 2020 zurückhalten.

Beginnend mit dem zweiten Quartal 2018, hat ein massiver Konditionenwettbewerb und ein Kampf um “gute Kreditkunden” im Wohnbaukreditgeschäft eingesetzt. Dieser Wettbewerb setzte sich fort.

Eine Ursache dafür ist, dass sich heimische Kreditinstitute - vor allem auch auf Druck der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) - immer weniger durch Produktmerkmale wie lange Kreditlaufzeiten, maximalem Endalter von Kreditkunden oder dem Erfordernis geringer Eigenmittel voneinander abgrenzen können.

Der damit immer stärker werdende Wettbewerb, wird daher folgerichtig über den “Preis des Kredites” und damit über die Zinskondition ausgetragen.

Kreditinstitute müssen allerdings auch wieder verstärkt auf Rentabilität achten. Hintergrund ist das Regulierungswerk Basel IV, das voraussichtlich 2022 zu wirken beginnen und letztlich erhöhte Eigenmittelanforderungen der Kreditinstitute zur Folge haben wird.

Trotz der Schwankungen der EUR-Swapsätze, veränderten sich die Fixzinskonditionen des IKI im letzten Quartal 2018 nur gering.

Die jüngsten Rückgänge bei den langfristigen EUR-Swapsätze führten hingegen wieder zu Zinsreduktionen im Fixzinsbereich, wobei sich diese Entwicklung im IKI erst im ersten Quartal 2019 auswirken wird.

Die Zinsaufschläge der Kreditinstitute bei variabel verzinsten Krediten sind im Gesamtjahr 2018 deutlich zurückgegangen. Im letzten Quartal 2018 war hingegen ein marginaler Anstieg festzustellen.

Ausblick: Der Immobilienboom und die Nachfrage nach Wohnbaukrediten halten in Österreich weiter an. Allerdings dürfte in einigen Immobiliensegmenten der Preisplafond langsam erreicht sein. Die Konjunktur hat sich auf einem gesunden Maß eingependelt und unselbständig Beschäftigte können trotz mäßiger Inflation mit Gehaltssteigerungen rechnen. Hinzu kommen steuerliche Erleichterungen wie der Familienbonus, die auch die Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer verbessern.

Da durch die EZB aktuell noch nicht mit Leitzinsanhebungen zu rechnen ist, werden auch die Kreditzinsen für Wohnbaukredite auf Sicht niedrig bleiben. Diese Entwicklung wird zusätzlich durch den Einstieg neuer Marktteilnehmer in Österreich befeuert, die rasch Marktanteile gewinnen möchten. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass die Zinskurve wieder steiler wird. Dies würde dann einen größeren Zinsabstand zwischen variabel und fix verzinsten Krediten bedeuten. Bis dahin dürfte aber noch Zeit vergehen, sodass Kreditnehmer weiterhin sehr günstige, fix verzinste Kredite erhalten und sich langfristig gegen Zinsanstiege absichern können.

Infina Kredit INDEX (IKI) in voller Länge

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