Minichmayr feierte mit "Gnade" Premiere

62 Berlinale

Minichmayr feierte mit "Gnade" Premiere

Fahrerflucht mit Todesfolge als Ehekitt -  Kampf der Mimin mit Kälte und Dunkelheit.

Funkelnder Schnee, blaues Eis, klirrende Kälte und kaum Licht: Polarnacht in Hammerfest. Niels und Maria sind mit ihrem Sohn Markus von Hamburg nach Nordnorwegen übersiedelt, weil Niels hier eine Stelle auf einer Gasplattform auf einer Insel vor der Stadt angenommen hat. Das ist die Ausgangsposition von "Gnade" von Matthias Glasner, der am 16.2 als dritter deutscher Beitrag im Wettbewerb der 62. Berlinale läuft. In der Rolle von Maria wirkt Birgit Minichmayr mit, die bei den Filmfestspielen schon mal einen Silbernen Bären gewann.

Minichmayr spielt mit Jürgen Vogel
Inoffiziell hat die Familie den Ortswechsel in der Hoffnung vollzogen, die Ehe dadurch retten zu können. Was auch geschieht, aber anders als es sich die Eheleute vorgestellt haben: Maria (Birgit Minichmayr), die in einer Klinik für Sterbende arbeitet, hat bei der Heimfahrt in der Dunkelheit mit dem Auto einen Zusammenprall. Sie hält kurz an, fährt aber dann in Panik nach Hause. Niels (Jürgen Vogel), ihr Mann, macht sich mit seinem Wagen auf die Suche, kann aber nichts entdecken. Tags darauf steht es in der Zeitung: Ein 16-jähriges Mädchen war auf ihrem Heimweg von einem Auto erfasst und getötet worden.

Zusammenfnden durch Schmerz
In vielen anderen solchen Fällen gehen an so etwas Ehen kaputt, in diesem wird eine gerettet. Paradoxerweise zerbricht das Verhältnis von Niels mit einer Arbeitskollegin. Niels und Maria finden in ihrem Schmerz wieder zusammen, wenngleich auch nicht zu ihrem Sohn, dem im ganzen Film nur wenig elterliche Aufmerksamkeit zuteilwird.

Film bildet Realität ab

"Gnade" ist ein Film mit unspektakulärer Handlung und gerade deshalb fesselnd. Er behandelt ein Thema, das überall passieren kann, auch in jedem Provinzkaff bei uns, wo jeder jeden kennt - ähnlich in Hammerfest. Im Gegensatz etwa zu den überlangen chinesischen Historiengemälden dieses Wettbewerbs, wo fast im Minutentakt Blut über die Leinwand spritzt und Menschen in Kompaniestärke aus dem Bild ins Jenseits gesprengt werden, zeigt dieser Film ein Problem von nebenan. Nicht nur ein Problem, ein Geschehen, das einen nagenden Schmerz hinterlässt, der nicht vergeht, eine Tragödie, die zeigt, wie schlimm es ist, wenn auch nur ein einziges Menschenleben ausgelöscht wird. Es wird sich auf jeden Fall zeigen, ob Minichmayr ihre Sach in "Gnade" gut gemacht hat, denn am Samstag, den 18.2 werden in der deutschen Hauptstadt die Goldenen und Silbernen Bären verteilt.

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