Cannes 2010

Kein Top-Favorit für die Goldene Palme

Teilen

Jury-Präsident Tim Burton sagte zu Beginn des Festivals: 'Wir wollen Filme, die uns berühren'.

Cannes stand noch nie in dem Ruf, eine Plattform für massentaugliches Kino zu sein. Schaffte es doch bisher kaum ein prämierter, geschweige denn nominierter Film des Festivals zu einem Millionenpublikum. In diesem Jahr allerdings verlangen viele der 19 Wettbewerbsfilme dem Zuschauer derart viel ab, dass sich manch einer schon Woody Allens ebenso launische wie zynische Komödie "You Will Meet A Tall Dark Stranger" in den Wettbewerb wünschte. So fielen einige Beiträge umgehend wegen Langweile ("My Joy"), Brutalität ("Outrage") oder Banalität ("La Princesse de Montpensier") bei den Kritiken durch. An den meisten scheiden sich die Geister, und nur ganz wenige werden als klare Favoriten gehandelt - wie "Des Hommes et des Dieux" vom Franzosen Xavier Beauvois.

"Des Hommes et des Dieux"
Behutsam und ohne Pathos erzählt der Regisseur in dem zweistündigen Film von katholischen Mönchen eines Klosters in Nordafrika, die friedlich mit den muslimischen Dorfbewohnern zusammen leben. Doch irgendwann erreicht der fundamentalistische Terror das Kloster, die Mönche sollen das Land verlassen. Sehr eindringlich zeigt Beauvois die Gewissenskonflikte der Geistlichen, die ihrem Auftrag Gottes nachkommen und die Dorfbewohner nicht im Stich lassen wollen und dennoch auch um ihr eigenes Leben fürchten. Er porträtiert sie als Menschen, die nicht in einem Elfenbeinturm theologischer Dogmen leben. Zudem greift er in seinem durchaus poetischen Werk, das auf einer wahren Begebenheit beruht, den hochaktuellen und problematischen Dialog zwischen Christen und Muslimen auf.

"Poetry"
Poetisch ist auch der Film des Südkoreaners Lee Chang-dong - und das nicht nur wegen seines Titels "Poetry". Zwar begibt sich darin die 66-jährige Mija über die Poesie auf die Suche nach der Schönheit im Leben, wird aber zugleich mit den Grausamkeiten und der von Männern und Geld beherrschten Welt sowie der eigenen Sprachlosigkeit schmerzlich konfrontiert. Doch ist es vor allem die langsame, kunstvolle Erzählweise, die so beeindruckt. Dazu trägt auch die großartige Hauptdarstellerin Yun Junghee bei, die erstmals seit mehr als 15 Jahren wieder auf der Leinwand zu sehen ist und bereits als beste Schauspielerin des Festivals gehandelt wird.

"Another Year"
Ihr könnte die Britin Lesley Manville als Mary in Mike Leighs "Another Year" Konkurrenz machen. Das Sozialdrama über ein glückliches Paar kurz vor der Pensionierung und ihren gescheiterten Freunden, die allein sind, zuviel Alkohol trinken und mit ihrem Leid ganz unterschiedlich umgehen, mag etwas zu konventionell, wenig ungewöhnlich und teils zu klischeehaft sein. Trotzdem handelten auch dieses Werk einige als Favoriten.

"Biutiful"
An "Biutiful" vom Mexikaner Alejandro Gonzalez Inarritu, der bereits 2006 für "Babel" in Cannes mit dem besten Preis für die Regie ausgezeichnet war, scheiden sich ebenso die Geister. Es ist ein Film über Liebe, verpasste Chancen und das Vatersein. Denn der todkranke Uxbal, eindringlich gespielt von Javier Bardem, der als Kandidat für den besten Darsteller gilt, versucht kurz vor seinem Tod seinen beiden Kindern noch ein besseres Leben vorzubereiten, scheitert aber kläglich, da er sich als Kleinkrimineller mit Herz immer wieder in Geschäfte einlässt, die schief laufen.

"Chongqing Blues"
Vatersein ist überhaupt das große Thema des 63. Festivals an der Croisette: In "Chongqing Blues" des Chinesen Wang Xiashuai begibt sich ein Vater, 14 Jahre nachdem er seine Familie verlassen hat, auf die Suche nach seinem inzwischen toten Sohn, der - wie er dann erfährt - immer auf seinen Vater gewartet hat. Wang Xuegi spielt diesen Vater mit so einer seltsam melancholischen Unberührtheit und doch fühlt und sieht der Zuschauer den ganzen Schmerz dieses Mannes, der sich nicht nur auf die Suche nach seinem Sohn, sondern auch nach seinen eigenen verloren gegangenen Werten macht.

"A Crying Man"
Ebenfalls um die Schuld eines Vaters geht es im ersten Wettbewerbsbeitrag aus dem Tschad. In "A Crying Man" erzählt Regisseur Mahamat-Saleh Haroun von einem Mann, der seinen Job als Pool-Aufseher in einem Hotel an seinen Sohn verliert und den Buben wenig später in dem vom Bürgerkrieg erschütterten Land an das Militär ausliefert, um sich selbst zu retten. Den Verrat muss er bitter bezahlen. Politischen Umbrüchen und ihren Folgen auf das persönliche Leben der Menschen widmet sich auch Ken Loach in "Route Irish", Söldner in Irak, die teils sinn- und skrupellos ihre Macht ausspielen. Gewohnt sozialkritisch und auf der Suche nach der Wahrheit gehört auch Loach zu den Anwärtern auf die Goldene Palme.

"Wir wollen Filme, die uns berühren"
Jury-Präsident Tim Burton hatte zu Beginn des Festivals die Parole ausgegeben: "Wir wollen Filme, die uns berühren." Und das ist vielen der 19 Beiträgen gelungen. Zudem sei ihm und seinen acht Mitstreitern in der Jury das Element der Überraschung wichtig. Und so wird Burton am Sonntag, 23.5., bei der Preisverleihung sicher auch für eine Überraschung sorgen, denn dafür war Cannes schon immer gut.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.

Helen Mirren und Taylor Hackford

Eva Longoria

Denise Rich und Massimo Gargia

Jury-Mitglied Kate Beckinsale

Jean-Claude Van Damme mit seiner Frau

Marjane Satrapi und Vincent Perez

Lin Peng

Sarah Marshall und Jean-Claude Jitrois

Carey Mulligan, Michael Douglas und Shia LaBeouf beim "Wall Street: Money Never Sleeps" Fototermin.

Liam Gallagher in Siegerpose: Er zeigt "The Longes Cocktail Party".

Salma Hayek und Kristin Scott Thomas beim Eröffnungsdinner mit Hotel Majestic.

Regisseur Pedro Almodovar unterwegs in Cannes.

Kate Beckinsale zeigte bei der "Wall Street"-Premiere viel Dekolleté.

Meg Ryan strahlte beim "Countdown To Zero"-Photocall.

Michael Douglas und Shia LaBeouf besuchten die Premiere von "Wall Street: Money Never Sleeps".

Evangeline Lilly in einem komischen Kleid bei der Premiere von "You Will Meet A Tall Dark Stranger".

Jennifer Lopez stieg im berühmten Eden Rock ab.

Ex-Superman Dean Cain spazierte durch die Stadt.

Naomi Campbell mit ihrem Freund.

Die schöne Naomi Watts.

Jennifer Hudson und Terrence Howard bei der "Winnie"-Pressekonferenz.

Michelle Yeoh.

Salma Hayek und Francois-Henri Pinault.

Woody Allen und Ehefrau Soon-Yi beim Verlassen der "You Will Meet A Tall Dark Stranger"-Vorführung.

Carey Mulligan.

Eva Herzigova im kleinen Schwarzen.

Wo es eine Party gibt, darf Lindsay Lohan nicht fehlen...

Evangeline Lilly bei "The Princess of Montpensier".

Javier Bardem stellt sich den Fotografen.

Ganz natürlich: Juliette Binoche.

Claudia Cardinale.

Die Grande Dame des französischen Films, Catherine Deneuve.

Windiger Job: Eva Herzigova.

Süß: Schauspielerin Elsa Pataky.

Jean-Claude van Damme mit seiner Frau Gladys.

Schauspielerin Marion Cotillard.

Kate Beckinsale in einem eleganten Tunika-Kleid.

Elegant: Naomi Campbell in Gold-Robe bei der "Biutiful"-Premiere.

Sänger Benjamin Biolay, Carla Brunis angeblicher Lover (dementiert).

Fotografin Ellen von Unwerth.

Schauspielerin Kate Beckinsale ist Jurymitglied.

Die Party-Fraktion erobert Cannes: Familie Hilton kam vollzählig zum exklusiven Chopard-Abend - Barron, Mama Kathy, Nicky, Paris und Papa Rick.

Adriana Karembeu im grauen Prinzessinen-Kleid.

Tim Burton, der Präsident der Filmfestspiele in Cannes, mit Isabelle Huppert.

Hätten Sie sie erkannt? Das ist Ex-Bond-Girl Ursula Andress.

Sie bemüht sich, doch Lilos Lächeln wirkt etwas gequält.

Lindsay Lohan schaut grimmig drein: Wohl weil sie den Red Carpet mit Erzfeindin Paris teilen muss.

Schauspieler Billy Zane.

Eva Herzigova im superkurzen Minikleid.

Naomi Campbell und Vladimir Doronin ließen sich den exklusiven Abend nicht entgehen.

Afterparty: Lindsay hat die Fassung wieder erlangt.

Paris checkt, ob noch alles an seinem Platz ist.

Auch Emmanuelle Beart zog es zur Afterparty in den "VIP Room".

Liebenswürdig: Marion Cotillard nahm sich Zeit für Fans.

Auch Nicky Hilton durfte nicht fehlen.

Die Hilton-Schwester not amused.

David Furnish, der Lebensgefährt von Elton John.

Botox-Fratze Meg Ryan und Produzent Lawrence Bender.

Schlichte Eleganz: Naomi Watts.

Auch Madonna-Lover Jesus Luz durfte kommen.

Auch Lilos Begleiter wirkte nicht mehr ganz Herr seiner selbst.

An der Hand eines Unbekannte stolperte Lindsay nach Hause. Peinlich: Sie fiel wieder einmal hin!

Kein Wunder: Sie konnte nicht einmal mehr die Augen offen halten.

Lohan wirkte am Ende benommen.

Leichte Schieflage: Gerade stehen war nicht mehr so einfach.

Isabelle Adjani und Fawaz Gruosi.

Ebenfalls in Cannes: Desinger Karl Lagerfeld.

Juliette Binoche kamen die Tränen, als sie über die Situation der Künstler im Iran sprach.

Johnny Depp unterwirft sich keinem Mode-Diktat.

Paris Hilton besuchte die noble "De Grisogono"-Party.

Ryan Gosling kam mit Nachwuchs-Star Faith Wladyka zur "Blue Valentine"-Afterparty.

Gael Garcia Bernal.

Rachels Bilson in Leoparden-Print.

Topmodel Doutzen Kroes zog bei der "Of Gods and Men"-Premiere alle Blicke auf sich.

Michelle Wiliams im Romantik-Look.

Emmanuelle Beart.

Glenn Close trug zur Premiere von "Tamara Drewe" Pantoffel.

Ein Bild von einem Mann: Model Andres Veloncoso kam ohne Freundin Kylie Minogue.

Ivana Trump und Massimo Gargia.

Schmuse-Sänger Lionel Richie.

Schauspielerin Ornella Muti.

Naomi Campbell war zum Glück milde gestimmt.

Lawrence Bender und Meg Ryan.

Ex-Formel-1-Boss Flavio Briatore und Ehefrau Elisabetta Gregoraci.

Bezaubernd: Sängerin Cheryl Cole.

Schauspieler Billy Zane mit hübscher Begleiterin.

Paulo Coelho kam mit Freunden zur Vorführung von "Schastye Moe".

In einem rosaroten Alptraum zur "Poetry"-Premiere: Elizabeth Banks.

Mick Jagger kam zur Präsentation der Premiere "Stones in Exile".

Supermodel Karolina Kurkova.

Am Ende der Chanel-Party brauchte Johnny Depp eine Geh-Hilfe.

Carine Roitfeld, die Chefin der französischen Vogue.

Karl Lagerfeld schaffte es noch auf seinen eigenen Beinen.

Emily Blunt.

Kate Beckinsale bezaubert auch in den frühen Morgenstunden.

Gut getarnt: Benicio del Toro.

Schauspielerin Michelle Rodriguez versuchte sich als DJane.

Schauspielerin Elizabeth Banks.

"Fair Game"-Cocktail, hosted by Giorgio Armani. Naomi Watts war dabei.

Star-Aufputz bei Grisogono: will.i.am, Cheryl Cole und Fawaz Gruosi.

Sängerin Natalie Imbruglia.

Rachel Bilson und Ryan Gosling feierten beim "Art of Elysium Paradis Dinner and Party".

Hoher Besuch: Monegassen-Prinz Pierre Casiraghi bei der Replay Party in der Star Style Lounge.

Cuba Gooding Jr. und Produzent Ryan Kavanaugh in Partylaune.

Geiger David Garrett mit blonder Begleiterin im Hotel du Cap.

Lässig: Ornella Muti.

Adrien Brody.

Olivier Martinez, der Ex von Kylie Minogue.

Mischa Barton mit Replay-CEO Martteo Sinigaglia.

Paris Hilton feiert ohne Pause!

Kirsten Dunst in Schwarz. Ob sie wohl auf eine Stylistin verzichtet hat?

Karl Lagerfeld mit Baptiste Giabiconi.

Schauspielerin Joely Richardson.

Designer Tom Ford und Vogue-Chefin Carine Roitfeld.

Ornella Muti in unschuldiges Weiß gehüllt.

OC-Star Rachel Bilson.

Film-Star Elizabeth Banks.

Gern mit Shades unterwegs: Benici del Toro.

Paris Hilton lässt keine Party aus.

Immer ein bisschen zu knapp bekleidet: Victoria Silvstedt.

Warum verzieht Ivana Trump das Gesicht so?

Supermodel Karolina Kurkova.

Emily Blunt.

Star-Designer Roberto Cavalli.

Ebenfalls unter den Gästen: Sängerin Mary J. Blige.

Elizabeth Banks bei "Artists for Peace and Justice" im VIP Room.

Charlene Wittstock.

Film-Beau Gerard Butler kam solo.

Ja, und auch Paris war dabei...

Sexy: Michelle Williams zeigt Bein.

Kult-Designer Giorgio Armani.

Ganz lässig: Benicio del Toro.

Ex-Spider-Man-Bösewicht James Franco.

Fesches Trio: Jimmy Jean Louis (Heroes), Regisseur Paul Haggis und Gerard Butler.

Lionel Richie und Chopard-Co-Präsidentin Caroline Gruosi-Scheufele.

"Grey's Anatomy"-Neuzugang Jesse Williams.

Komisches Teil: Diane Kruger im schwarz-weißen Fetzenkleid.

Marion Cotillard.

Rolling Stone Mick Jagger.

Mischa Barton scheint sich endlich wieder gefangen zu haben.

Jurymitglied Kate Beckinsale kam ebenfalls zur "Cinema Against Aids"-Benefizgala.

Supermodel Naomi Campbell feiert für den guten Zweck.

Der Höhepunkt der Cannes-Partys: Die amfAR-Gala im Hotel du Cap.

Ryan Gosling küsst einen unbekannten Party-Gast.

Michelle Rodriguez bekennt Mut zur Farbe.

Grace Jones verhüllte sich. Warum bloß?

Russel Crowe brachte Danielle Spencer mit.

Sie kam nicht allein: Mama Kathy und Bruder Barron Nicholas waren auch dabei.

Juliette Binoche wurde zur besten Schauspielerin gekürt

Der Spanier Javier Bardem wurde bester Darsteller...

... genauso wie Elio Germano aus "La Nostra Vita"

Apichatpong Weerasethakul erhielt die Goldene Palme für "Uncle Boonmee"