Ein Blick in den Spiegel, ein Strich auf der Leinwand: Mit ruhigen, atmosphärischen Bildern des Malens beginnt Angelina Jolies viel diskutiertes Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey", bevor die 36-jährige Oscarpreisträgerin über ihre Protagonistin Ajla die Gräuel des Bosnienkrieges hereinbrechen lässt. Im Zentrum steht die Liebesgeschichte zwischen der bosniakischen Malerin und dem serbischen Soldaten Danijel, welche aber immer wieder von expliziten Bildern eingeholt und konterkariert wird. Ab 23.2 ist der beklemmende Film in den heimischen Kinos zu sehen.

Jolie Regie Debüt

Nur 12 Gäste bei Premiere in Serbien

Die serbische Presse hatte den Film im Vorfeld als "parteiisch" kritisiert.

Erst kürzlich wurde Angelina Jolie für ihr Regie-Debüt bei der 62. Berlinale in der deutschen Bundeshauptstadt gefeiert.  Auch wenige Tage nach der mit tausenden Zuschauern in Bosnien gefeierten Premiere des Regiedebüts "In the Land of Blood and Honey" von Jolie hat der Film in Serbien nur wenige Neugierige ins Kino gelockt. Lediglich zwölf Zuschauer kamen am 23.2  zum Start des Streifens in der Hauptstadt Belgrad, wie örtliche Medien berichteten. Von den zwölf Kinobesuchern hätten mehrere vorzeitig den Saal verlassen, berichtete das serbische Internetportal Mondo.

Hier der Trailer zum Film



Film erzählt von komplizierter Lovestory

Jolies erste Regiearbeit erzählt die komplizierte Liebesgeschichte zwischen einer Muslimin und dem Sohn eines bosnisch-serbischen Generals in den Wirren des Bosnien-Krieges (1992-95). Für den Film, der zahlreiche sehr brutale Szenen enthält, engagierte Jolie fast ausschließlich Schauspieler aus Ex-Jugoslawien.

Presse kritisierte Jolie Film im Vorfeld

Die serbische Presse hatte den Film als "parteiisch" kritisiert. Ein Vertreter der Belgrader Filmakademie, Mirko Beokovic, wurde in einem Medienbericht mit den Worten zitiert, der Film zeige die Bosnier als zivilisierte Menschen und die Serben als "wilde Bauern".

Liebesgeschichte mit politischem Schwerpunkt

Bei der Premiere des Kriegsdramas in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo war Jolie vergangene Woche von 5.000 Zuschauern in einer Sporthalle bejubelt worden. Sie habe "tiefe Gefühle für alle in diesem Land", sagte die Regisseurin, die mit ihrem Lebensgefährten Brad Pitt zu der Gala-Vorführung erschienen war. Während des Bosnien-Krieges zwischen Bosniaken (Muslimen), Serben und Kroaten wurden rund 100.000 Menschen Menschen getötet. Rund 20.000 überwiegend muslimische Frauen wurden in dem Konflikt Opfer von sexueller Gewalt.

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