Cannes: Alkoholikerfilm mit Mel Gibson

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Cannes: Alkoholikerfilm mit Mel Gibson

Triumph für Kaurismäki und ein Achtungserfolg für Jodi Foster.

Donnernde Ovationen für den Finnen Aki Kaurismäki. Freundlicher Beifall für Jodie Foster : Die Festival-Dramaturgie von Cannes brachte am Dienstag, 17.5., nacheinander zwei Dramen, die sehr persönliche Schicksale schildern, an den Start. Aki Kaurismäki (Leningrad Cowboys) verlegt seinen Kosmos kauziger Charaktere in Le Havre nach Frankreich. Sein Film dreht sich um einen knorrigen Lebenskünstler, um eine Krebserkrankung und um einen jungen Flüchtling aus Afrika, der einen Weg nach England sucht. Der Regisseur („Mein Film ist ein halbrealistisches Märchen“) verknüpft gewohnte Zutaten wie Melancholie, Einsamkeit und ultratrockenen Humor mit einem neuen Element: Le Havre findet zu einem wundersamen und doch glaubhaften Happy End.

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    Psychodrama
    Jodie Foster geht es in Der Biber als Regisseurin bedeutend konventioneller an. Das Psychodrama schildert den Fall eines schwerst depressiven Mannes (Mel Gibson), der nach einem Selbstmordversuch durch eine freiwillige Persönlichkeitsspaltung Halt sucht: Er spricht nur noch in der Person eines Plüschbibers. Die Wirkung der beinharten Story leidet an der Vermischung mit Hollywood-Kitsch. Foster im Gespräch: „Ich inszeniere Filme über spirituelle Krisen. Das wirkt wie ein Heilungsprozess und ist mein Weg, mit derlei Problemen umzugehen.“