Action im Kino

Farrell schießt scharf in "Dead Man Down"

Auftragskiller und Unfallopfer kümmern sich gegenseitig um ihre Narben.

Auf erfolgreichen europäischen Regisseuren lastet immer ein hoher Erwartungsdruck, wenn ihr Hollywood-Debüt bevorsteht: Der österreichische Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky hat sich zuletzt mit dem Thriller "Cold Blood" zwar ganz wacker, aber dennoch nicht überragend geschlagen. Und der Däne Niels Arden Oplev konnte sich nach seiner Bestseller-Verfilmung "Verblendung" vor Angeboten gar nicht retten. Doch warum er sich für das Rache-Drama "Dead Man Down" (ab 4. April im Kino) entschieden hat, bleibt ein Rätsel - sein Debüt ging jedenfalls ordentlich in die Hose.

Hier der Trailer zum Film



Top besetzter Action-Streifen

Dabei verspricht allein der Cast eigentlich eine interessante Mischung, treffen hier doch mit Colin Farrell, Noomi Rapace, Terrence Howard, Dominic Cooper und Isabelle Huppert durchwegs eigenwillige Charaktere aufeinander. Doch das Drehbuch von J.H. Wyman ist leider zum aus der Haut Fahren schlecht, die Plot-Twists lassen einen regelmäßig aufstöhnen, und Oplev scheint sich lieber mit Effekten als mit seinen Figuren auseinandergesetzt zu haben. Das Branchenblatt "Variety" schrieb in einer Kritik von "unverschämten Logiklöchern" und "Nachtprogramm-Kabelfernsehen-Klischees" - und das völlig zurecht.

Auftragskiller im Zentrum der Handlung

Farrell steht als Auftragskiller Victor im Mittelpunkt eines Films, der sich nicht so recht zwischen konsequentem Neo-Noir und psychologisch motiviertem Gewaltdrama entscheiden kann. Victor ist ein Handlanger des Unterweltbosses Alphonse (Howard), sinnt aber eigentlich auf Rache für den Tod seiner ermordeten Frau. Eines Tages trifft er auf Beatrice (Rapace), deren Gesicht aufgrund eines Autounfalls schlimm entstellt ist und die ebenfalls auf Rache aus ist. Victor und Beatrice beginnen sich gegenseitig zu helfen - und während sie gegenseitig ihre Narben heilen, naht der große Showdown.

Fazit
Am besten schlägt sich in dem seltsam emotions- und motivationslosen Drama noch Farrell, der seine Kamerapräsenz immer wieder geschickt auszuspielen versteht. Rapace dagegen - nicht zuletzt durch die "Millennium"-Trilogie zu Ruhm gelangt - ist mit einer unglaublich schwachen Figurenzeichnung gestraft, ebenso wie Huppert, bei der man sich als Mutter von Beatrice fragt, was sie wohl geritten haben mag, sich für so eine Rolle in solch einem Film herzugeben. "Tarantino trifft Hitchcock" sah der "Hollywood Reporter" zumindest den Versuch, urteilte schließlich aber auch hart: "Ein uninspiriertes US-Debüt."
 

 (Von Daniel Ebner/APA)

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