James Bond-Dreh in Altaussee

Startschuss

Bond: Dreharbeiten haben begonnen

Wenig Information für Medien- kaum Schaulustige bei eisigen Temperaturen.

Nichts Genaues weiß man nicht - die Dreharbeiten zum 24. Bond-Streifen "Spectre" dürften am Montag in Altaussee aber offenbar begonnen haben. Feuerwehrboote zogen am Vormittag eine Plätte über den See, das Holzboot wird in den Film miteingebunden. Zugleich klopften mehrere Männern Eis von den Rotorblättern der drei bereitgestellten Hubschrauber.

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Zeitdruck
Später startete eine Maschine für Luftaufnahmen und schwebte länger in niedriger Höhe über dem See. Zugleich stand ein Transporthelikopter für schwerere Lasten bereit - und ein Rettungshubschrauber "für den Fall der Fälle", wie Enrico Jakob von der CineStyria sagte. Schon in den vergangenen Tagen dürfte nicht nur Ausrüstung für den Dreh, sondern auch eine Reihe von Schneekanonen auf die Seewiese am anderen Ende des Sees gebracht worden sein. Ob sie bei natürlichem Schneefall überhaupt gebraucht werden, ist offen.

Die Zahl der Schaulustigen hielt sich am Montag in Grenzen, dazu blies der Wind wohl zu eisig. Nur wenige Spaziergänger und ein paar Kinder ließen sich das Treiben nicht entgehen. Angeblich hat Daniel Craig sein Hotel am Vormittag verlassen und einige Autogramme gegeben, eine Bestätigung dafür gab es nicht.

Allerdings läuft die Zeit, gedreht werden kann laut Jakob nur bis rund 15 Uhr, dann wird es zu dunkel. Am Plan für Montag stand offenbar eine Szene, eine weitere ist für morgen, Dienstag, angesetzt. Zum Inhalt des Films wollte Jakob nichts sagen. "Ich bin zu Stillschweigen verpflichtet." Fix ist nur, Actionszenen entstehen hier in Altaussee nicht. "Bei uns wird nichts in die Luft gesprengt", sagte er. Das "Tschin-Bumm" bleibt den zwei anderen Drehorten in Österreich, Sölden und Obertilliach, vorbehalten. "In Altaussee geht es um eine reine Spielszene mit dem Hauptdarsteller."

Gedreht wird am und um den See. In wie weit die Jagdhütte auf der Seewiese am anderen Seeende eingebunden wird, konnte Jakob nicht sagen. Inklusive der vielen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die mit zahlreichen Booten am See unterwegs waren, dürfte die Filmcrew im Ort rund 200 bis 300 Personen umfassen.

Jakob zeigte sich erfreut über die Wahl der Produktionsfirma: "In den vergangenen zehn Jahren hatten wir 230 bis 240 Produktionen im Bundesland, ein James Bond ist aber schon ein Highlight für das Filmland Steiermark." Mit wie viel Subventionen das Land den Dreh unterstütze, werde allerdings erst im März feststehen.

"Ich mache mir jetzt keine Illusionen darüber, wie gut der See im fertigen Film erkennbar sein wird. Vielleicht wird die Szene auch herausgeschnitten", sagte Ernst Kammerer, Chef des Tourismusverbandes Ausseerland, vorsichtig. Es gehe aber gar nicht so sehr um die Frage der Wiedererkennbarkeit des Ortes oder der Region. "Alleine dass wir als Drehort ausgewählt worden sind und als schöner Ort gelten, ist wichtig. Das taugt auch unseren Stammgästen. Und dass hier ein Bond entstanden ist, ist auch in Zukunft noch verwertbar. Bond ist Oberliga im Filmbereich, vielleicht nicht künstlerisch, aber in der Wahrnehmung in der ganzen Welt."