Sean Connery: 'Bester Bond' von allen ist 90

Runder Geburtstag

Sean Connery: 'Bester Bond' von allen ist 90

Schottischer Schauspierl Sean Connery und Bond-Legende ist 90 Jahre alt.

Kurz vor seinem Geburtstag am 25.8. wurde der schottische Schauspieler Sean Connery (89) von britischen Lesern der Film- und Fernsehzeitschrift "Radio Times" zum besten James-Bond-Darsteller aller Zeiten gewählt . An der Umfrage, die wie ein Turnier mit mehreren Runden konzipiert war, hatten 14.000 Menschen teilgenommen. 

Bond Girl Andress: Glückwünsche

Grüße zu seinem Ehrentag schickte das erste "Bond Girl" überhaupt, Ursula Andress, sich der Meinung anschließend: "Für mich bist und bleibst Du der Beste für alle Zeiten", schrieb die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress (84) in einem Glückwunsch, den die Boulevardzeitung "Blick" am Dienstag veröffentlichte. Andress hatte Connery in der Rolle des Geheimagenten ihrer Majestät 1962 in dem Streifen "James Bond jagt Dr. No" den Kopf verdreht. Ihr Auftritt als Muschelsucherin Honey Rider in einem für damalige Verhältnisse sexy weißen Bikini ging in die Filmgeschichte ein.
 
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In Freundschaft verbunden

Sie verbinde bis heute eine Freundschaft, sagte Andress. "Wenn heute noch so viele Menschen Bond lieben und die Filme anschauen, dann weil DU so gut warst!", schrieb sie. Die Schweizerin lebt seit langem in der Nähe von Rom. 

Connery: Seine Karriere

Bevor Connery zur Schauspielerei kam, hatte er als Milchmann und Lkw-Fahrer gearbeitet. Er posierte am Edinburgh College of Art als Aktmodell für Kunststudenten und - da kann nicht mal sein durchtrainierter Bond-Nachfolger Daniel Craig mithalten - er wurde 1953 Dritter bei der Wahl zum Mr. Universum. Eine mögliche Karriere als Fußballer lehnte der junge Connery ab, weil er langfristig mehr Potenzial in der Schauspielerei sah. Nach Engagements im Theater und Fernsehen kamen zunehmend Filmrollen dazu. Aber erst Bond brachte Connerys Karriere richtig in Schwung. "Es war enorm. Damals hätte ich das nie gedacht", sagte er 2003 in einer BBC-Talkshow. "Niemand hat geahnt, was das für ein Erfolg werden würde." Spätestens der dritte Film "Goldfinger" (1964) löste eine globale Bond-Manie aus, die Connery jedoch nervte. Nach seinem fünften Agenteneinsatz "Man lebt nur zweimal" (1967) hatte er genug.

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Revival: Bond-Geld für Stiftung

Als sein Nachfolger George Lazenby schon nach einem Film die Lust auf Bond verlor, ließ sich Connery überraschend zu einem Comeback in "Diamantenfieber" (1971) überreden. "Ich hab gedacht: Mensch, für nur 14 Wochen Arbeit wäre das doch eine gute Idee", erklärte Connery später. Mit dem Geld gründete er eine Stiftung, um schottische Jugendliche während der Ausbildung finanziell zu unterstützen. "Nie wieder Bond", soll er danach gesagt haben - und spielte ihn doch wieder. "Sag niemals nie" lautete der augenzwinkernde Titel. Das Remake des 1965er Bond-Streifens "Feuerball" zählt nicht zur offiziellen Bond-Reihe und lief 1983 in Konkurrenz zu "Octopussy" mit Roger Moore. Connery, der sich stets schlecht bezahlt fühlte, sah darin eine Gelegenheit, den Bond-Machern eins auszuwischen.

Image-Wechsel

Jenseits von 007 überzeugte der Schauspieler als aufmüpfiger Soldat im Antikriegsdrama "Ein Haufen toller Hunde", neben seinem Freund Michael Caine als Abenteurer in "Der Mann, der König sein wollte" oder als verzweifelter Polizist, der im Psychothriller "Sein Leben in meiner Gewalt" an einem Fall von Kindesmissbrauch zerbricht. Kritiker lobten diese Filme, Kassenschlager wurden sie aber nicht. Connerys Versuch, sich vom Bond-Image zu lösen, führte mitunter auch zu kuriosen Rollen. In dem trashigen Science-Fiction-Flop "Zardoz" von 1974 trug er nur ein Suspensorium und schwarze Stiefel, dazu Biker-Bart und Pferdeschwanz. Weniger Bond-Flair geht kaum.

Weitere Rollen von Connery

Erst Mitte der 80er-Jahre etablierte sich Connery wirklich in Hollywood. Er war der coole Schwertkämpfer Ramirez im Fantasyhit "Highlander", begeisterte als Mönch im Mittelalter-Krimi "Der Name der Rose" und amüsierte das Publikum als kauziger Vater von Indiana Jones. Sein Image als Sexsymbol behielt er dabei. 1989 erklärte das "People"-Magazin den damals 59-Jährigen zum "Sexiest Man Alive" - und kürte ihn 1999 sogar zum "Sexiest Man Of The Century". Seine schauspielerische Leistung als hartnäckiger Polizist in "Die Unbestechlichen" brachte ihm einen Oscar als Bester Nebendarsteller ein. Seine Dankesrede leitete der Schotte 1988 mit den Worten ein: "Guten Abend meine Damen und Herren, Freunde und ein paar Feinde." Der unbequeme Connery war berüchtigt dafür, Studios zu verklagen. "Ich mag Fairness, es geht nicht nur ums Geld", erklärte er 1990 in der Talkshow von Moderator Terry Wogan, "es geht auch ums Prinzip." Im Jahr 2000 schlug ihn Königin Elizabeth II. in seiner Heimatstadt Edinburgh zum Ritter. Und das, obwohl sich Sir Sean immer wieder für die schottische Unabhängigkeit ausgesprochen hatte. Privat ist der begeisterte Golfer Connery seit 1975 in zweiter Ehe mit der Malerin Micheline Roquebrune verheiratet, die gerade ihren 91. Geburtstag feierte. Die beiden leben auf den Bahamas. Sein einziger Sohn Jason Connery stammt aus der ersten Ehe mit der Schauspielerin Diane Cilento.

Lebt nun zurückgezogen: Connery

Seinen letzten Filmauftritt hatte der Schauspieler 2003 in dem Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen". Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Interviews gibt Sean Connery nicht mehr, auch politisch mischt er sich schon lange nicht mehr ein. Heute sieht man ihn nur noch gelegentlich auf Fotos und in Videos, die seine Enkelin Saskia Connery bei Instagram veröffentlicht.