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Die Geschichte des Hahnenkammrennens

Mythos Hahnenkamm

Die Geschichte des Hahnenkammrennens

Jedes Jahr kommen die besten Skifahrer der Welt nach Kitzbühel, um sich beim Hahnenkammrennen der Herausforderung der legendärsten Sportstadt zu stellen. 2021 findet das spektakulärste Skirennen bereits zum 81. Mal statt. 

Das bevorstehende Hahnenkammrennen soll von 22. bis 24. Jänner 2021 über die Bühne gehen. Es handelt sich dabei bereits um die 81. Auflage des Klassikers, der erstmals 1931 stattfand. Das Hahnenkammrennen steht für Legenden, spektakuläre Leistungen, Promis und Tradition. Die angesehensten Rennen sind die Streif-Abfahrt und der Slalom am Ganslernhang. Lesen Sie von der Geschichte, den interessantesten Fakten und den Highlights des legendärsten Skirennens.

Die Streif - die berühmteste Abfahrtsstrecke der Welt

Die bekannte Abfahrtsrennstrecke beginnt auf 1.665 Metern Seehöhe am Hahnenkamm und endet nach 3.312 Metern auf 805 Metern Seehöhe bei der „Rasmusleitn“ Nahe der Stadt Kitzbühel. Am steilsten ist die Strecke am Anfang, bei der so genannten „Mausefalle“ mit 85 % Gefälle. Die Rennfahrer springen in der Mausefalle bis zu 80 Meter weit und erreichen in der Zielkompression Geschwindigkeiten von über 140 Kilometer pro Stunde.

© Getty Images

 

Zwischen Jubel und Todesangst

Die Streif gilt als anspruchsvollste und gefährlichste Abfahrt der Welt. Wer hier gewinnen möchte, muss volles Risiko eingehen und im schlimmsten Fall sogar ein Saison- oder gar Karriereende in Kauf nehmen. Die Strecke verlangt den Rennfahrern psychisch und physisch alles ab. Der Österreicher Stephan Eberharter sprach beispielsweise vor seinem Start 1991 von Todesangst. Es ist daher nicht überraschend, dass schon einige an der Herausforderung gescheitert sind. Selbst die besten Skifahrer wie Aksel Lund Svindal, Olympiasieger und zweifacher Abfahrts-Weltmeister, stießen auf der Streif an ihre Grenzen. 2016 bedeutete ein Sturz an der Hausbergkante für ihn das Saisonende mit Kreuzband- und Meniskusriss. Nachdem Sturz wird diskutiert, ob die Streif entschärft werden sollte, doch ausgerechnet Aksel Lund Svindal ist dagegen. Die Abfahrt in Kitzbühel ist nun mal eine besondere Herausforderung und ein Skirennen der Extraklasse.

Der Ursprung des Hahnenkammrennens

Die Geschichte des Skifahrens in Kitzbühel führt bereits zurück in das Jahr 1892, als Pionier Franz Reisch die ersten Skischwünge zog. Schon zwei Jahre später gab es die ersten urkundlich erwähnten Skirennen. 1902 wurde dann der Wintersportverein in Kitzbühel gegründet. Das Hahnenkammrennen feierte dann erst Ende März 1931 mit 26 Sportlern in der Abfahrt seine Premiere. Damals wusste noch keiner, wie erfolgreich das Skirennen später werden sollte. Im Sommer nach dem ersten Rennen schlossen sich der Wintersportverein, die Skiriege und der Kitzbühler Ski Club (K.S.C.) zusammen. Auch heute noch ist der K.S.C. der Organisator des mittlerweile legendären Hahnenkammrennens.

Die ersten Sieger:innen in Kitzbühel

Für die ersten Rennen gab es mehrere Streckenführungen. Zwei der ersten Sieger waren mit Fredl Friedensbacher und Hans Mariacher Österreicher. Zu Beginn wurden auch Damen-Rennen in Kitzbühel gefahren. Rini Andretta gewann damals die erste Abfahrt. Das letzte Damen-Rennen ging 1961 über die Bühne und wurde von Traudl Hecher gewonnen. 

Ungebrochene Rekorde aus Anfangszeit

1936 siegte der Arlberger Rudi Matt mit einem herausragenden Vorsprung von 9,35 Sekunden vor dem Landsmann Kurt Egert. Im Jahr 1937 wurde die Streif dann erstmals entsprechend dem heutigen Streckenverlauf gefahren. In diesem Jahr siegte der Einheimische Thaddäus Schwabl mit einem Rekordvorsprung von 6,3 Sekunden. Wegen des Krieges wurde das nächste Rennen erst wieder neun Jahre später gefahren. Dieses wurde erneut von Schwabl gewonnen. 

Ikonen der 50er Jahre

In den 50er Jahren ließen Toni Sailer, Christian Pravda, Fritz Huber und Anderl Molterer als Kitzbühler Wunderteam weder in der Abfahrt, Kombination oder im Slalom andere Sieger zu. 

Die meisten Siege am Hahnenkamm

Der Kitzbüheler Anderl Molterer gilt mit insgesamt neun Siegen als „Mister Hahnenkamm“, Toni Sailer triumphiert hingegen fünfmal am Hahnenkamm. Sailer wurde zum „schwarzen Blitz aus Kitz“.

Karl Schranz mit sechs Siegen am Hahnenkamm

Ein Duell zwischen Karl Schranz und Jean-Claude Killy sorgte Jahre lang für Spannung auf der Streif. Der St. Antoner Schranz zählt mit sechs Siegen, vier davon in der Abfahrt, ebenfalls zu den erfolgreichsten Rennläufern des Hahnenkammrennens. Jean-Claude Killy gilt als bester Allrounder des Hahnenkammrennens, den außer ihm ist es niemandem mehr gelungen Abfahrt, Slalom und Kombination zu gewinnen.

Die meisten Siege in der Abfahrt auf der Streif

Mit einer Zeit von 1:57,72 Minuten und 0,98 Sekunden Vorsprung auf den Amerikaner Bode Miller gewinnt der Schweizer Didier Cuche im Jahr 2011 zum vierten Mal die Abfahrt (2008, 2010 und Sprintabfahrt 1998) und zum insgesamt fünften Mal (mit Super-G 2010) in Kitzbühel. Der Schweizer ist somit Rekordhalter auf der Streif, hinter ihm folgen Karl Schranz und Franz Klammer mit jeweils vier Siegen in der Abfahrt.

Klammer-"Mania"

Nachdem der Schweizer Roland Collombin 1973 und 1974 auf der Streif siegte, schaffte ein Jahr später der damals junge Kärntner Franz Klammer den Durchbruch. Mit seinem wilden Fahrstil gewann er gleich dreimal in Folge die Abfahrt und gewann unzählige Fans für sich. 

Der letzte Kitzbühler Sieger

1974 gewann mit Hansi Hinterseer zum letzten Mal ein Kitzbühler auf dem Hahnenkamm. 

Absolut synchron

Das Rennen 1978 geht in die Geschichte ein, denn die beiden Abfahrer Josef Walcher und Sepp Ferstl fuhren in diesem Jahr zeitgleich mit 2:07,81 auf den ersten Platz. 

Erster Nicht-Europäer gewinnt

Mit dem Kandier Ken Read gewann 1980 zum ersten Mal ein nicht europäischer Fahrer auf der Streif.

Schallmauer wird gebrochen

Im Jahr 1982 durchbrach Harti Weirather als erster Rennläufer mit einer Zeit von 1:57,20 die Schallmauer von zwei Minuten. Zehn Jahre lang blieb dieser Rekord unberührt.

Stenmark dominiert in den 80ern 

In den 80er Jahren war Stenmark das Maß der Dinge am Ganslernhang. Er holte fünf Siege in Kitzbühel.

Streckenrekord durch Fritz Strobl

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Die Siegerzeit von Fritz Strobl im Jahr 1997 geht mit 1:51,58 als Streckenrekord in die Geschichte des Hahnenkammrennens ein. Bis heute konnte diesen Rekord niemand unterbieten. 

Unglaubliche Leistungen in Kitzbühel

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In den vergangenen 30 Jahren sorgten zahlreiche Rennläufer für unvergessliche Momente auf dem Hahnenkamm. Auf der Streif gelang so einigen Österreichern der Sieg, von Patrick Ortlieb über Günther Mader, Hermann Maier, Stephan Eberharter, Hans Knaus, Michael Walchhofer, Hannes Reichelt bis hin zu Fritz Strobl. 2020 holte sich der Österreicher Matthias Mayer den Sieg in der Abfahrt. Auf dem Ganslernhang dominierte zu Beginn der 90er Jahre noch Alberto Tomba gefolgt von zahlreichen österreichischen Siegern wie Thomas Stangassinger, Thomas Sykora, Rainer Schönfelder, Mario Reiter, Benjamin Raich und Mario Matt. Auch Manfred Pranger und der legendäre Marcel Hirscher holten sich in Kitzbühel den Sieg. 
 

Ein Einblick in das Hahnenkammrennnen 

Zum 75-jährigen Jubiläum kamen die unvergesslichen Triumphe und folgenschweren Tragödien auf der Streif 2015 ins Kino. Der Film "Streif - One Hell of a Ride" bietet einzigartige Einblicke in die Geschichte des sagenumwobenen Abfahrtsrennens und in die Gedankenwelt der legendären Sportler. 

Highlights abseits der Piste

Das Hahnenkammrennen ist seit jeher eine Mischung aus einerseits atemberaubendem Sport und andererseits Glanz und Glamour abseits der Pisten. So ist das Rennen zu einer Weltmarke geworden, die zahlreiche Sponsoren, Politiker, Persönlichkeiten der Wirtschaft und Promis anlockt. Von Jahr zu Jahr wird das Event aus sportlicher aber auch aus Veranstaltungssicht immer professioneller.
 
Das kommende Hahnenkammrennen wird coronabedingt wohl etwas anders ablaufen als gewohnt, aber dennoch steht außer Frage, dass das Hahnenkammrennen das berühmteste Skirennen der Welt bleiben wird.
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