50 Millionen sahen Neujahrskonzert

Konzert-Kritik

50 Millionen sahen Neujahrskonzert

Die Programmauswahl war nicht optimal – dennoch Erfolg für "die Wiener".

Der indische Pultstar Zubin Mehta ist nicht der sensibelste Vertreter seiner Zunft, gehört aber zu den publikumswirksamsten Dirigenten. Am 1. Jänner dirigierte er zum fünften Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Vom ORF live übertragen, wurde das musikalische Großereignis von 50 Millionen Menschen in 90 Ländern miterlebt.

Wenig überzeugend war die Programmauswahl. Von „Walzerkönig“ Johann Strauß erklangen, inklusive Zugaben (Donauwalzer und Explosions-Polka), elf Werke, unter denen die Walzer Accelerationen und Wein, Weib und Gesang am meisten beeindruckten.

Von Schanis genialem Bruder Josef Strauß waren aus unerfindlichen Gründen nur zwei Stücke zu hören: Wiener Leben und das schönste Stück des Konzerts, der bezaubernde Walzer Dorfschwalben aus Österreich, der mit zwitschernden Schwalben die Verschmelzung des biedermeierlichen Wiener Ländlerstils und des virtuosen Wiener Walzers meisterhaft präsentiert.

Wunderbares First Couple des Wr. Staatsballetts
Dazu kamen drei wilde Schnellpolkas des jüngsten Strauß-Bruders Eduard, genannt „der schöne Edi“, und (neben dem Radetzkymarsch) ein einziges Stück von Johann Strauß Vater: der wenig bekannte Freiheits-Marsch. Eine hübsche Ouvertüre von Franz von Suppé und der bereits 2010 im Neujahrskonzert überflüssige Champagner-Galopp von Hans Christian Lumbye komplettierten das Angebot.

Die Balletteinlagen zu zwei Johann-Strauß-Stücken in der Choreografie Davide Bombanas kamen aus der Uni Wien: die Studenten-Polka in schlichtem, strengem Schwarz-Weiß und der Walzer Wein, Weib und Gesang mit dem wunderbaren First Couple des Wiener Staatsballetts, Olga Esina und Kirill Kourlaev, als Solisten.

Diashow: Traumhaftes Neujahrskonzert 2015

Traumhaftes Neujahrskonzert 2015

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    Das Programm
    Das detaillierte Programm für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2015 beinhaltete neben den obligatorischen Kompositionen der Strauß-Familie heuer auch Werke von Franz von Suppe und des in Österreich weniger bekannten Dänen Hans Christian Lumbye (1810-1874), dem "Strauß des Nordens".

    1. Franz von Suppe) - Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien (Ouvertüre)                             
    2. Johann Strauß Sohn - Märchen aus dem Orient (Walzer) op. 444
    3. Josef Strauß - Wiener Leben. (Polka francaise) op. 218
    4. Eduard Strauß - Wo man lacht und lebt (Polka schnell) op. 108
    5. Josef Strauß - Dorfschwalben aus Österreich (Walzer) op. 164
    6. Johann Strauß Sohn - Vom Donaustrande (Polka schnell) op. 356
    7. Johann Strauß Sohn - Perpetuum mobile op. 257
    8. Johann Strauß Sohn - Accelerationen (Walzer) op. 234
    9. Johann Strauß Sohn  - Elektro-magnetische Polka op. 110
    10. Eduard Strauß) - Mit Dampf (Polka schnell) op. 70
    11. Johann Strauß Sohn - An der Elbe (Walzer)  op. 477
    12. Hans Christian Lumbye - Champagner-Galopp op. 14
    13. Johann Strauß Sohn - Studenten-Polka op. 263
    14. Johann Strauß Vater - Freiheits-Marsch  op. 226
    15. Johann Strauß Sohn - Annen-Polka op. 117
    16. Johann Strauß Sohn - Wein, Weib und Gesang (Walzer) op. 333
    17. Eduard Strauß - Mi Chic (Polka schnell) op. 221
    18. Danach Zugaben, traditionell unter anderem mit Johann Strauß Jun. "An der schönen blauen Donau" und dem "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß Vater.