Landschaft im Wind

Leopold Museum

6. Art Austria feierlich in Wien eröffnet

Erstmals "Art Awards" für "verkannte, etablierte und aufstrebende" Künstler.

Mit einer Neuerung geht die Art Austria heuer in ihr bereits sechstes Jahr: So werden ab dem 11. April bis zum 14. APril nicht nur 45 Aussteller auf 2.450 Quadratmetern im Leopold Museum österreichische Kunst anbieten, auch die Künstler selbst werden erstmals im Rahmen des "Art Austria Awards" gewürdigt. Mit je 10.000 Euro werden Gottfried Bechtold (Kategorie: "Verkannt"), Michael Kienzer ("Etabliert") und Christoph Weber ("Aufstrebend") ausgezeichnet. Ein Schwerpunktthema bilden Skulpturen, die jedoch nicht wie geplant in den öffentlichen Raum des Museumsquartiers hinauswachsen werden.

Relaitve junge Messe in Wien
Tobias Natter, als Direktor des Leopold Museums Gastgeber der Art Austria, würdigte die "relativ junge Messe" und hob deren Brückenfunktion zum Haus hervor, das sich ebenfalls der Spanne von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart verschrieben habe sowie spezielles Engagement für die österreichische Kunst zeige. Spannend empfinde er die "Reibungsfläche zwischen Sehen und Haben(wollen)", die sich an der Schnittstelle zwischen Museum und Messe dem Besucher biete, wie er bei der Presseführung am 10. April  sagte. In  die selbe Kerbe schlagen auch jene Aussteller, mit denen die APA im Rahmen des Presserundgangs sprach: So lobte Kerstin Mayrhofer von der erstmals teilnehmenden Charim Galerie die "angenehme Atmosphäre", da der typische "Messe-Charakter" im Leopold Museum, das die Art Austria auf gleich drei Ebenen beherbergt, fehle. In den Räumlichkeiten biete sich dem Besucher "die Vorstellung, wie die Werke im Wohnzimmer wirken würden", so Mayrhofer, die u.a. Werke von Lisl Ponger, Hubert Scheibl oder VALIE EXPORT (deren Werk aus der "Body Sign Action" um 35.000 Euro zu haben ist) anbietet.

Große Streuung erwünscht

Über die "größere Streuung des Publikums" freut sich Ursula Krinzinger im APA-Gespräch. Schließlich kämen zur Art Austria potenzielle Käufer, die man in einem Messegelände nicht erreichen könne. Und so bietet die Galeristin auch Neosammlern die Gelegenheit, Werke ab rund 1.500 Euro zu erwerben, etwa von Ulrike Lienbacher oder Zenita Komad. Ebenfalls bei Krinzinger beherbergt sind Arbeiten des "Art Austria Award"-Gewinners Gottfried Bechtold, dessen "Porsche"-Edition bereits um 500 Euro zu haben ist. Die Spannweite zwischen sehr etabliert und neu zu entdecken bietet etwa die Galerie Zimmermann Kratochwill, die sowohl Werke von Arnulf Rainer, Otto Mühl oder Hermann Nitsch (dessen Schüttbild um 40.000 Euro zu haben ist) wie auch Arbeiten des jungen Österreichers Alfredo Barsuglia führt. Die Galerie Heike Curtze setzt unter anderm auf Werke von Günter Brus, der aktuellen jungen Malerei gibt die Galerie Gerersdorfer eine Plattform und zeigt Arbeiten von Lena Göbel, Kevin A. Rausch oder Christoph Holzeis.

Messerundgang im Internet
Wem der Rundgang durch die Messe nicht möglich ist oder wer zu Hause noch einmal schmökern möchte, kann dies heuer erstmals auch vor dem eigenen Computer tun: So sei man "die erste Kunstmesse weltweit", wie es im Pressetext heißt, die die gesamte gehängte Messe aufwendig in Panoramaoptik abfotografiert und somit 24 Stunden täglich verfügbar gemacht hat. Nicht so öffentlich wie geplant ist hingegen das Schwerpunktthema Skulpturen: Aufgrund der Wetterlage der vergangenen Tage hat man sich dazu entschlossen, den geplanten Skulpturenpark innerhalb des Hauses zu realisieren, sodass man während des Messerundgangs immer wieder auf prominent platzierte Werke von Grete Yppen über Markus Wilfling, Aron Demetz oder Walter Angerer-Niketa bis hin zu VALIE EXPORTS "Heads - Aphärese" oder Kevin A. Rauschs verstörendem "Penthouse-Asylant" stößt.

Info
Art Austria. 11. bis 14. April, ab 11 Uhr, am Donnerstag bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 19 Uhr sowie am Sonntag bis 18 Uhr im Leopold Museum. Infos unter www.art-austria.info.