Adolf Loos: "LOOS. Zeitgenössisch" im MAK

100 Jahre Architektur

Adolf Loos: "LOOS. Zeitgenössisch" im MAK

Rezeption des österreichischen Architekten und Publizisten Adolf Loos.

William Shakespeare und Adolf Loos werden wohl nicht oft in einem Atemzug genannt. Für die Ausstellung "LOOS. Zeitgenössisch" im Wiener MAK am 12. März  eröffnet wird, war dieser Vergleich aber ein zentraler Ausgangspunkt. "Beide nutzten eine internationale Sprache", erklärte Gastkurator Yehuda E. Safran im Rahmen der Presseführung. "Das ist und war für Architektur immer der Fall." Bis 23. Juni darf nun dem Einfluss des österreichischen Architekten auf zeitgenössische Baukultur und Design nachgespürt werden, womit knapp 100 Jahre abgehandelt werden.

Schau in Kooperation mit der Columbia University  
Im Zentrum der Ausstellung, die in Kooperation mit der Columbia University (New York) entstanden ist und bereits im CAAA Guimaraes in Portugal gezeigt wurde, stehen Interviews, die Safran mit zeitgenössischen Architekten geführt hat. Von Hans Hollein über Hermann Czech und Toyo Ito bis zu Paulo Mendes da Rocha und Steven Holl kommen unterschiedlichste Akteure der Szene per Video zu Wort. "Wenn Sie Zeit und Lust haben, könnten Sie wohl 24 Stunden in dieser Schau verbringen", bemerkte MAK-Kurator Rainald Franz angesichts der umfangreichen Aufarbeitung.


Skizzen, Modelle und mehr

Der Kunstblättersaal beherbergt daneben aber auch etliche Skizzen, Modelle und Fotografien, die einerseits von Loos selbst stammen, andererseits von Kollegen wie Friedrich Kiesler, Eileen Gray oder Heinz Frank angefertigt wurden. Letzterer markiert auch eine Besonderheit der Wiener Station dieser Ausstellung, wurde diese doch im Unterschied zu Guimaraes mit einigen Exponaten erweitert. Neben Skizzen zur Villa Karma im schweizerischen Clarens oder Entwürfen für ein Haus in Venedig darf aber natürlich das 1911 fertiggestellte Looshaus am Michaelerplatz in Wien nicht fehlen. Was Loos-Schüler wie Ulrich Straub, Heinrich Kulka oder Oskar Kokoschka von ihrem Lehrer hielten, ist wiederum anhand etlicher Briefe nachzulesen.

Zeigt die Stärken des Architeken
Für MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein analysiert die Ausstellung "mit aller Schärfe" die Bedeutung des 1933 verstorbenen Architekten und Publizisten und schlägt auch eine "Brücke von der Wiener zur digitalen Moderne". Aktuelle Positionen stammen etwa von Hubmann-Vass Architekten, die Loos' Gläserentwürfe für Wodka- und Champagnersets verwirklicht haben. "Wir verstehen die Schau auch als Zeichen dafür, dass Loos in diesem Museum angekommen ist", ergänzte Franz, der damit die Loos-Forschung in Österreich auf einem neuen Niveau verankert sieht. Noch weitergetrieben werden soll diese auch durch das Rahmenprogramm: Bereits am 13. März  werden Safran und Christopher Long Vorträge halten, am 23. April ist eine Gesprächsrunde mit Hermann Czech und Markus Kristan geplant und am 27. April steht der Film "Loos ornamental" von Heinz Emigholz an. Anschließend wird die Ausstellung ab Juli an der Columbia University gezeigt, begleitend findet im New Yorker MoMA ein Symposium statt.

Info
Die Ausstellung "LOOS. Zeitgenössisch" in Kooperation mit der Columbia University finder von 13. März bis 23. Juni im MAK statt. Alle Informationen rund um die Schau erhalten Sie unter www.mak.at.

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