Elina Garanca

Weltstar

Die Woche der Elina Garanca

"Anna Bolena", Matinee, Konzerte. Top-Erfolg auch für ORF.

Gestern sang sie in der Wiener Staatsoper und im Fernsehen Anna Bolenas Rivalin: Als Giovanna Seymour glänzte Elina Garanca durch ihre "prächtige Stimme" und ihre "rollengerechte Härte und Kühle".

Diese Woche wird man die aus dem lettischen Riga gebürtige Mezzo-Primadonna noch öfters bewundern können: Auch kommenden Freitag (8. April) singt sie – an der Seite von Anna Netrebko, Elisabeth Kulman und Ildebrando D’Arcangelo – in Donizettis Anna Bolena . (Tipp: Wer für die heillos ausverkaufte Vorstellung keine Karten hat, kann sie sich auf der LED-Leinwand vor der Staatsoper anschauen.)

Bereits diesen Mittwoch ist Garanca Stargast bei der Siemens Academy of Life, wo sie über ihre Karriere-Geheimnisse plaudern wird.

Diashow: Staatsoper Anna Bolena mit Netrebko und Garanca

Opern-Matinee
Und am kommenden Sonntag (10. April, 11 Uhr) steht die Künstlerin Rede und Antwort bei einem Publikumsgespräch der "Opernfreunde" in der Wiener Staatsoper (Tickets für die Matinee: 10 Euro für Mitglieder, sonst 15 Euro).

Auch am 11. und 14. April ist die mit dem aus Gibraltar gebürtigen Dirigenten Karel Mark Chichon verheiratete Sängerin noch als König Heinrichs Geliebte zu erleben.

Zwei große Konzertauftritte folgen kurze Zeit später: Am 22. Juni singt Garanca im Esterházy-Schlosspark von Eisenstadt, und am 6. Juli lädt sie zum Garanca and Friends-Ope(r)n-Air ins Stift Göttweig.

Wien-Pläne
Ein weiterer bevorstehender Höhepunkt ihrer zielstrebigen Karriere: Im Dezember singt sie – mit Netrebko als Donna Anna – die Donna Elvira in Don Giovanni zur Saison-Eröffnung der Mailänder Scala. Und 2012 will sie – aus Verbundenheit mit der neuen Direktion – wieder häufiger an der Staatsoper (La Clemenza di Tito) auftreten. Möglicherweise wird sie dann neben ihrer Villa bei Malaga auch wieder Wien zur Lieblingsresidenz küren.


Lesen sie die TV-Kritik von ÖSTERREICH-Redakteur Karl Löbl zur "Anna Bolena"-Übertragung auf der nächsten Seite.

Ein gelungener TV-Start für die Direktion Dominique Meyer

Die "Anna Bolena"-Übertragung
Transfer von Oper ins Fernsehen ist schwierig, weil die meisten singenden Menschen Distanz zum Zuschauer brauchen. Denn die Tonproduktion ist ein technischer Vorgang, der manchmal desillusionierend wirkt. Diese Distanz verweigert die Nahaufnahme. Elina Garanca meistert dieses Problem noch besser als Anna Netrebko, doch sind Mimik und vokaler Ausdruck beider Sängerinnen so stark, dass die dramatische Illusion gewahrt bleibt.

Donizettis Oper hat allerdings nur wenig Action, was im Fernsehen ungewohnt ist. Trotzdem war es richtig, dass sich der ORF zur Übertragung dieser Produktion entschieden hat. Eine bessere Besetzung und größeres Aufsehen hätte man sich für Anna Bolena nicht wünschen können. Ein prima TV-Start für die Direktion Meyer.

"Vom Thron zum Schafott"
Von all den PR-Maßnahmen und Begleitprogrammen des ORF zum Opern-Event war diese Dokumentation von Barbara Pichler-Hausegger ein Musterbeispiel dafür, wie man Historie fernsehgerecht lehrreich, also anregend und optisch opulent aufbereiten kann. Originalschauplätze, Opernsituationen, Filmausschnitte vernünftig gemischt, dazu ein englischer Historiker, der die wahre Geschichte von Heinrich VIII. und seinen Frauen spannend und sogar mit einigem Witz erzählt. Guter Off-Text, exzellenter Schnitt. Bravo!