Traumnovelle

Theaterkritik

Auf den Spuren von Tom Cruise

Premiere für Schnitzlers "Traumnovelle" in der Josefstadt.

Schnitzler hat Hochsaison. In München inszeniert Martin Kusej Das weite Land, in Klagenfurt läuft Josef Köpplingers Interpretation dieses famosen Stücks und am Burgtheater Alvis Hermanis’ diesbezügliche Regieübung. In der Josefstadt hatte am Donnerstag Igor Bauersimas Dramatisierung und Inszenierung von Schnitzlers Traumnovelle Premiere.

Film
Skurril: An der Burg hatte man von Hermanis’ seltsam „filmischer“ Schnitzler-Interpretation schnell genug; in der Josefstadt dachte man ständig an die Stanley-Kubrick-Verfilmung der TraumnovelleEyes Wide Shut mit Tom Cruise und Nicole Kidman – der man in der Josefstadt freilich nicht das Wasser reichen konnte.

Ein verlorener Abend wie Das weite Land am Burgtheater war’s trotzdem nicht. Alexander Pschill als junger Arzt, der zu einem mörderischen Upper-Class-Ball eingeladen wird, hatte lebhafte Momente. Hilde ­Dalik als seine Ehefrau blieb dagegen blass. Dem Regisseur ist unter geschicktem Einsatz sparsamer Mittel (Filmprojektionen etc.) ein streckenweise spannender Theater-Albtraum geglückt – Applaus, einige Bravos.