Von Warhol bis Yoko Ono

Kulturherbst

Ausstellungen: Von Warhol bis Yoko Ono

Lentos widmet sich dem Phänomen "Glam" - "Salon der Angst" in Kunsthalle Wien.

Eine weitere Gegenüberstellung findet im Bank Austria Kunstforum statt, wo Andy Warhols "emblematische, konzentrierte Handschrift" ab 16. Oktober auf die "unmittelbare Wildheit" von Jean-Michel Basquiat trifft. Zu sehen sind sowohl Einzelwerke wie auch Gemeinschaftsarbeiten der US-amerikanischen Künstler aus den Jahren 1984/85. Ein Jahrzehnt früher ist die Ausstellung "GLAM! The Performance of Style" im Linzer Lentos angesiedelt. Die Schau spannt ab 19. Oktober den Bogen "von David Bowie über Glitter Rock und Roxy Music, über Stylisten und Modedesigner ... über Film, Fotografie und Grafikdesign bis zur bildenden Kunst – mit Künstlern wie Gilbert & George, David Hockney, Allen Jones und Richard Hamilton" und erörtert somit das Phänomen Glam, das in den frühen 1970er Jahren in Großbritannien seinen Ausgang nahm und Opulenz, Glanz und Extravaganz als Ausdrucksformen in die unterschiedlichsten Kunstsparten trug.

Vom Kommunismus zum Kapitalismus  

Der historische Wandel vom Kommunismus zum Kapitalismus und die damit verbundene Veränderung gesellschaftlicher Rollenbilder steht im Zentrum der Arbeit der 1976 in Tallinn geborenen Film- und Fotokünstlerin Marge Monko, die 2012 den Henkel Art.Award erhielt und somit auch eine damit verbundene Einzelausstellung im mumok, die ab 25. Oktober zu sehen ist. Inhaltliche Anknüpfungspunkte wird man ab 8. November dann in der Gruppenausstellung "and Materials and Money and Crisis" finden: Das mumok verspricht "eine experimentelle Auseinandersetzung mit Materialität und der Bedeutung des Kapitals in der Kunst" und zeigt in der von Richard Birkett kuratierten Schau Arbeiten von Sam Lewitt, dessen neue Werke ebenso zu sehen sind wie Arbeiten von Gareth James, Henrik Olesen, Pratchaya Phinthong, R. H. Quaytman oder Cheyney Thompson.

Kunsthalle unter neuen Führung

Ein Haus weiter zeigt der neue Kunsthallen-Leiter Nicolaus Schafhausen ab 6. September die erste "richtige" Ausstellung seit seinem Amtsantritt. Die Schau "Salon der Angst" untersucht die "kulturelle Prägung individueller wie kollektiver Angsterlebnisse" mithilfe von Werken von so unterschiedlichen Künstlern wie James Ensor, Alfred Kubin, Harun Farocki oder Marko Lulic. Keine Angst haben muss man vor Jonathan Meese, obgleich er sich als Enfant terrible der Kunstwelt mittlerweile sogar Gerichtsverfahren eingehandelt hat, indem er seine Forderung nach der "Dikatur der Kunst" immer wieder mit dem verbotenen Hitler-Gruß untermauert. Sein malerisches Werk steht ab 16. November im Zentrum einer Retrospektive im Salzburger Museum der Moderne. "Meesemaler - Malermeese" nennt sich die Schau, die einen Überblick über Meeses Entwicklung der vergangenen 20 Jahre gibt, in denen er sich mit den verschiedenen Gattungen wie Historienbild, Porträt, Selbstporträt und Freundschaftsbild auseinandergesetzt hat.

Krems mit Yoko Ono Schwerpunk

Während sich das Essl Museum in Klosterneuburg dem österreichischen Maler Kurt Kocherscheidt in einer breit angelegten Retrospektive widmet (ab 4. September), liefert die Kunsthalle Krems die erste umfassende Retrospektive in Österreich zu Yoko Ono mit der "Half-A-Wind Show" ab 20. Oktober. Ebenfalls mit einem Beatle, nämlich mit Paul, verheiratet war Linda McCartney, deren Fotos noch bis zum 6. Oktober im Kunsthaus Wien zu sehen sind. Zehn Tage darauf eröffnet dort bereits die nächste Schau, in der Fotos berühmte Künstler ins Zentrum stellen: Der Schweizer Fotograf Michel Comte lichtete so unterschiedliche Ikonen wie Sylvester Stallone, Iggy Pop oder Sophia Loren ab (ab 17. Oktober). Eine "Wiederentdeckung" der österreichisch-britischen Fotografin Edith Tudor-Hart nimmt man sich im Wien Museum ab dem 26. September vor. Das Theatermuseum untersucht unter dem Titel "Im Rausch der Kirschblüten" ab 17. Oktober den Einfluss des japanischen Theaters auf Europas Bühnenwelten.

Romuald Hazoume im Kunshaus Graz 
"Ungewöhnliche Sichtweisen im Zusammenhang mit dem postkolonialen Diskurs" bietet das Kunsthaus Graz ab 21. September mit der Ausstellung des afrikanischen Künstlers Romuald Hazoume, der mit seiner NGO "Beninese Solidarity with Endangered Westerners" antritt, den eurozentristischen Kulturanspruch auszuhebeln und tradierte Verhältnisse umzukehren. Neue Arbeiten von Franz Graf sind unterdessen im "Bruseum" der Neuen Galerie Graz zu sehen: Der Künstler hat sich intensiv mit dem Werk von Günter Brus auseinandergesetzt, mit dessen Arbeiten er ab 19. September einen Dialog "über die Nachtschatten des Lebens entspinnt".  Von 19. Oktober bis 12. Jänner 2014 präsentiert das Kunsthaus Bregenz Barbara Kruger: Die politisch engagierte und feministisch orientierte Künstlerin aus den USA ist mit einer Einzelausstellung vertreten, zeigt einen Überblick über ihre Medienvielfalt und realisiert neue Installationen speziell für die besondere Architektur von Peter Zumthor.