Zensur-Skandal um Aserbaidschan-Pavillion

Biennale Venedig

Zensur-Skandal um Aserbaidschan-Pavillion

Präsident Ilcham Alijew ließ Skulpturen entfernen. Jetzt schweigt Regierung.

Wirbel um Zensur auf der 54. Kunstbiennale von Venedig: Wie eine Sprecherin der internationalen Kunstschau am Donnerstag, 9.6., bestätigte, hat die Regierung von Aserbaidschan Skulpturen von ihrem Pavillon entfernen lassen. "Wir sind darüber unterrichtet worden, aber solange es keine offizielle Erklärung der Regierung des Landes gibt, können wir nicht reagieren", erklärte Sprecherin Claudia Zini. Doch die Regierung in Baku schweigt bisher, während die betroffene Künstlerin und der Kurator über "Zensur" klagen.

Abstrakte Skulpturen
Bei den Kunstwerken handelt es sich um zwei am Eingang des Länder-Pavillons postierte abstrakte Skulpturen der Künstlerin Aidan Salachowa. Zuerst waren sie auf Anweisung von Präsident Ilcham Alijew verhüllt worden, nun wurden sie endgültig entfernt. Alijew hatte den Pavillon in der vergangenen Woche besucht und befunden, dass die umstrittenen Skulpturen dem Ansehen des Islam und damit der islamisch geprägten Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan schaden.

Schadet dem Ansehen

"Kunst zu entfernen ist 'Zensur', und die schadet dem Ansehen mehr als die Skulpturen", protestierten der Kommissar des Pavillons Tschingis Farsalijew, Kuratorin Beral Madra und die betroffene Künstlerin Aidan Salachowa. Auch russische Medien sprachen am Donnerstag von Zensur.

Der aserbaidschanische Pavillon mit den Arbeiten von Aidan Salachowa ist einer von 89 Länderbeiträgen, die seit Samstag und noch bis zum 27. November in der Lagunenstadt zu sehen sind. Die Künstlerin lebt in Moskau und hat dort eine eigene Galerie für zeitgenössische Kunst