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Candide-Preis 2011

Pfui! Prämierung für Handke verweigert

Schriftsteller von Sponsor als "Querulant" und "Schizopath" bezeichnet.

Eine Auszeichnung mit Beigeschmack: Wie die Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) am Mittwoch, 21.9. berichtete, wird der österreichische Schriftsteller Peter Handke mit dem Candide-Preis 2011 geehrt. Die deutsch-französische Literaturauszeichnung der Stadt Minden wäre eigentlich mit 15.000 Euro dotiert und hätte Handke am 30. Oktober überreicht werden sollen. Der Hauptsponsor der Auszeichnung, die Firma Kolbus, zeigte sich mit der Jury-Entscheidung allerdings nicht einverstanden - das Preisgeld wird folglich einbehalten.

Dürfen Sponsoren das?
Konkret dürfte Handkes Haltung zum Balkan-Krieg den Ärger des Sponsors auf sich gezogen haben. So erklärte etwa Jury-Mitglied Gerd Voswinkel, dass der Geschäftsführer von Kolbus, Kai Büntemeyer, ihm gegenüber von Handke als "Querulant" und "Schizopath" gesprochen habe. Man befürchte eine Schädigung der internationalen Geschäftsbeziehungen, allen voran mit amerikanischen Partnern. Da die Intervention des Sponsors in die Preisträgerentscheidung einen Vertragsbruch darstellt, wurde die Zusammenarbeit des Literarischen Vereins der ostwestfälischen Stadt Minden und Kolbus eingestellt.

Mitglied will Geld stiften
Der SZ zufolge hat sich Jury-Mitglied Franziska Augstein bereiterklärt, das Preisgeld einmalig aus ihrem Privatvermögen zu stiften, was Handke jedoch nicht annehmen wollte. Nun wird der Preis als ideelle Ehrung überreicht, wofür der Schriftsteller allerdings nicht nach Minden reisen wird. Die Auszeichnung war 2007 ins Leben gerufen worden und sollte jährlich an einen zeitgenössischen Autoren vergeben werden.