"Dialoge Licht" - Tamara Stevanovich

"Dialoge Licht"

Zeitgenössisches Musik Festival erobert Salzburg

Stevanovich eröffnet Musikspektakel am 27. November in der Mozartstadt.

Vom 27. November bis 1. Dezember stehen die "Dialoge", das Festival zeitgenössischer Musik der Salzburger Stiftung Mozarteum, unter dem Zeichen "Licht". Musikalisch wird in zehn Konzerten, Gesprächen und DJ-Lounges die Musik von Mozart der von Charles Ives (1874-1954) und Georg Friedrich Haas gegenübergestellt. Brigitte Kowanz wird die Bühne, den Saal und die Foyers künstlerisch ausleuchten. Musikalisch eröffnet wird das Treiben von Tamara Stevanovich.

"Dialoge" geht in die 16. Runde
Die 16. "Dialoge" 2013 sind Hans Landesmann gewidmet, der dieses Festival auf verschiedene Weise beeinflusst hat. Zum einen war er persönlicher Mentor des künstlerischen Leiters der Stiftung, Matthias Schulz. Zum anderen war Landesmann lange Jahre Mitglied in Präsidium und Kuratorium der Stiftung. Und außerdem hat er das Programm der ersten "Dialoge" im Jahr 2004 konkret mitgestaltet. Die Stiftung präsentiert daher die Stücke "Für Hans Landesmann" von Georg Friedrich Haas sowie "Memorial" von Landesmann-Intimus Pierre Boulez im Rahmen des Abschlusskonzertes am 1. Dezember.

Optische Wahrnehmung beeinflusst das Hören 

Das aktuelle "Dialoge"-Programm stammt von Mattias Schulz, wurde aber von Komponist Georg Friedrich Haas substanziell beeinflusst. Haas hat sich in seinen Werken ja immer wieder mit Licht befasst, so werden auch heuer Stücke in völliger oder variabler Dunkelheit erklingen. Auch in dem Oeuvre von Charles Ives spielt Licht eine zentrale Rolle, häufig hat sich der Amerikaner in seinen Kompositionen auf Licht, Stimmungen und Atmosphären bezogen. "Wir wollen der Frage nachspüren, wie sehr die optische Wahrnehmung das Hören beeinflusst", erläuterte Schulz im APA-Gespräch. "Und ich kann versprechen, der Unterschied ist erstaunlich."

Top Acts auf der Bühne
Haas steuert diverse Uraufführungen bei, darunter ein Streichquartett auf Basis eines der 60 musikalischen Fragmente von Mozart. Auch die Viertelton-Musik spielt heuer eine Rolle, dies ist ebenfalls eine Klammer, die den amerikanischen und den österreichischen Komponisten umfasst. "Wichtig ist uns das Zerstören von Hörerwartungen", erklärte Schulz. "Nicht im destruktiven Sinn, aber unser Publikum will herausgefordert werden." Dafür hat Schulz Interpreten wie das Klangforum Wien, den Salzburger Bachchor, das Österreichische Ensemble für Neue Musik, das Arditti Quartett, das Mozarteumorchester, eine Reihe bekannter Pianisten und Violinisten wie Michael Barenboim, Carolin Widmann, Marino Formenti und Tamara Stefanowitsch oder die Glasharmonikaspielerin Christa Schönfeldinger engagiert.

Formate und Klänge neu erfinden  
"Es geht um künstlerisches Profil. Dieses Festival ist ein extrem wichtiger Motor der Stiftung", so Schulz. "Wichtiger als die Maximierung von Auslastungs- und Verkaufszahlen. Wir müssen Formate und Klänge neu erfinden sowie Kontakt halten mit den bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Und die 'Dialoge' sind unser Experimentierfeld. Wie eine Innovationswerkstatt in einer großen Firma. Die Ergebnisse dabei misst man nicht in simplen Zahlen. Aber natürlich brauchen wir Publikum, und wenn die Zahl der Festival-Abos steigt, so wie für die kommenden Tage, dann freut uns das sehr. Denn das Konzept eines Festivals wie diesem erschließt sich besonders eindrücklich, wenn man alle Konzerte erlebt."

Info
"Dialoge Licht" - Festival für zeitgenössische Musik der Stiftung Mozarteum von 27. November bis 1. Dezember. Werke von W.A. Mozart, Charles Ives und Georg Friedrich Haas sowie Lichtskulpturen und Beleuchtungen von Brigitte Kowanz. tickets@mozarteum.at, www.mozarteum.at