Ö3-Bühne fällt Sicherheit zum Opfer

Donauinselfest

Ö3-Bühne fällt Sicherheit zum Opfer

Mit Radio-Wien-Bühne zusammengelegt - Weniger Programm, mehr Überwachung.

Weniger Bühnen, mehr Videoüberwachung: Das von der Wiener SPÖ veranstaltete Donauinselfest bringt diesen Sommer einige Änderungen. Die beliebte Ö3-Bühne verschwindet. Sie wird mit der Radio-Wien-Festbühne zusammengelegt. Grund ist ein neues Sicherheitskonzept, das mehr Freiräume und verstärkte Videokontrolle vorsieht. Der Volksmusikbühne wird beim urbanen Freiluftfest, das von 24. bis 26. Juni stattfindet, hingegen mehr Platz eingeräumt, kündigte Cheforganisator Sascha Kostelecky in einer Pressekonferenz an. Bands und Künstler wurden noch keine verraten.

Sicherheit
Man sei im Vorjahr aufgrund des großen Andrangs vor allem rund um das bisherige Ö3-Areal sicherheitstechnisch absolut am Limit gewesen, erklärte der Projektleiter. Der Standort bei der Floridsdorfer Brücke wird folglich dieses Jahr freibleiben, weshalb die Stage weichen und mit der Radio-Wien- zur "ORF-Bühne" fusionieren muss. Ö3 wird am Freitag und Sonntag die Acts stellen, der Lokalsender am Samstag für das Programm verantwortlich zeichnen.

Auch weniger Bands
Insgesamt gibt es statt 21 Showinseln im Vorjahr heuer nur noch 18, wobei man auch auf die Radio-Arabella- Bühne nahe der großen Festbühne verzichten muss. Folglich gebe es auch weniger Bands, räumte Kostelecky ein. Stundenmäßig gebe es beim Programm allerdings keinerlei Abstriche, da das Angebot für Familien und actionaffine Insulaner ausgebaut wird.

Kostenfactor nicht schuld
Mit dem Kostenfaktor habe die Reduzierung des Line-ups nichts zu tun, wurde versichert. Das Budget sei gleich hoch wie im Vorjahr und liege bei rund 4,5 Mio. Euro, wobei die Stadt 1,45 Mio. Euro an Subventionen zuschießt. Rechnet man die für die Veranstaltungspartner anfallenden Kosten dazu, schlägt die Open-Air-Sause - sie findet zum mittlerweile 28. Mal statt - laut Kostelecky mit rund 5,5 Mio. Euro zu Buche.

Videoüberwachung
Neben der Schaffung von zusätzlichen Freiräumen wird dieses Jahr Videoüberwachung groß geschrieben. So sollen heuer alle Zu- und Abgänge ausnahmslos mit Kameras kontrolliert werden. Damit werde eine bessere Lenkung der Besucherströme möglich, erklärte SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch. "Es geht uns nicht darum, einen neuen Besucherrekord zu erzielen", die drei Mio. Gäste aus 2010 sollen aus Sicherheitsgründen nicht übertroffen werden.

Mit Sicherheit Spaß

Mit dem Ausbau des Nachmittagsprogramms strebe man zudem eine bessere Verteilung der Massen über den gesamten Tag an. Um einen Teil des Partyvolks schon früher auf die Insel zu locken, wird beispielsweise die Volksmusik- und Schlagerbühne zur zweitgrößten Bühne nach der ORF-Stage ausgebaut und zwischen S-Bahn-Brücke und Brigittenauer Brücke verfrachtet. Am Samstag und Sonntag kann bereits ab der Mittagszeit beim Frühschoppen geschunkelt werden. Darüber hinaus wird das Kinder- und Familienangebot erweitert und eine neue Themeninsel mit Sportprogramm ins Leben gerufen.

Die Veranstaltung steht heuer unter dem Motto "Mit Sicherheit Spaß". Was den musikalischen Spaßfaktor betrifft, hüllten sich die Organisatoren heute noch in Schweigen. Erste Acts sollen erst gegen Ende April verraten werden.