Klaus Eberhartinger (l.) und Thomas Spitzer von der EAV

Konzertkritik

EAV: Erstklassige Hits und zweideutige Gags

Klaus Eberhartinger und Co. begeisterten bei ihrem Konzert in der Wiener Stadthalle. 140 Minuten Hits und Gags am laufenden Band.

„Heute werden wir uns der Liebe nähern. Von allen Seiten – auch von hinten!“ In der gut gefüllten Wiener Stadthalle (6.000 Besucher, nur Sitzplätze) gibt Conférencier Klaus Eberhartinger gleich in der Anfangsmoderation zwischen dem kitschig-opulenten Opener Amore und dem 1988er Uralt-Hit Schweinefunk das Motto für die kommenden 140 Konzert-Minuten: erstklassige Hits und zweideutige Gags. Und die EAV ist in diesen beiden Disziplinen absolute Weltklasse! Besticht doch das von ÖSTERREICH präsentierte Tour-Highlight, wie schon die 32 Konzerte davor, als grandioses Hit- und Gag-Feuerwerk.

30 Jahre Blödel-Pop
Unter frenetischem Applaus und nicht enden wollendem Gelächter liefert die EAV auf einer futuristischen Megabühne mit fluoreszierenden Bar-Elementen und überdimensionaler Showtreppe eine fulminante, 38 Songs (!) starke Werkschau aus mittlerweile 30 Jahren Blödel-Pop. Gekonnt, und von 15 skurrilen Verkleidungen begleitet, vermischt Eberhartinger dabei dadaesken Sinnlos-Pop à la Agadla Gu Gu oder Zwirch & Zwabel mit Nachdenklichem wie der Irak-Kriegs-Nummer Mein Gott. Selbst 80er-Jahre-Klassiker wie Märchenprinz oder Küss die Hand, schöne Frau klingen dabei nicht antiquiert.

Hit-Medley
Nach zwei Stunden – als musikalisches Allgemeingut fungierende Hits wie Fata Morgana, Samurai oder An der Copacabana sind längst abgefeuert – zeigt die EAV dann ihren wahren musikalischen Sonderstatus und liefert als Zugabe ein knapp zehnminütiges Hitmedley mit Frauenluder, Ding Dong, Heiße Nächte in Palermo, 3 weiße Tauben und 300 PS. Wer es sich erlauben kann, derartige Gassenhauer bloß in Stakkato-Kurzversionen durchzupeitschen, hat wahrhaft Großes hinterlassen.

Am 14. April geht es weiter: EAV in der Helmut-List-Halle in Graz, 20: Uhr