Imago Dei

Kick off

"Festival Imago Dei" beschallt Krems

 Schöpfungsmesse, Mythen und Meeresalgen zur Eröffnung.

Mit einer Aufführung von Joseph Haydns "Schöpfungsmesse" im ausverkauften Klangraum Krems-Stein hat am 2. März die 14. Auflage des Osterfestivals Imago Dei begonnen. Unter dem Titel „Am Anfang war...“ werden bis 1. April an neun Veranstaltungstagen verschiedene Aspekte der Schöpfungsmythen thematisiert. Michael Köhlmeier hat am Eröffnungsabend seine erfrischend erzählten "Geschichten von der Bibel" beigesteuert.

Pure Klassik bei Eröffnung

Durchaus untypisch für die sonst beim Festival vertretene stilistische und regionale Vielfalt stand also diesmal pure Klassik auf dem Programm. Haydns Sakralwerk, dessen Beiname nicht vom Komponisten stammt, kam im Ambiente der seit dem 18. Jahrhundert säkularisierten Minoritenkirche besonders gut zur Geltung. Alfred Endelweber leitete versiert und beseelt das Instrumentalensemble Cappella Musica Sacra sowie den Chorus Musica Sacra Krems, das Solistenquartett - Ellen van Lier (Sopran), Martina Mikelic (Alt), Bernhard Berchtold (Tenor) und Markus Volpert (Bass) - fügte sich gut ins Geschehen ein.

Musikwissenschaftler mit kirchenmusikalischem Schwerpunkt

Die vom Musikwissenschafter Manfred Permoser konstatierte Heiterkeit in Haydns kirchenmusikalischem Schaffen korrespondierte bestens mit Köhlmeiers literarischen Intermezzi, in denen er bis zu alten babylonischen Mythen zurückgriff, aber auch den Geschichten aus der Genesis des Alten Testaments lakonische Leichtigkeit und tiefgründigen Humor verlieh. Den Urzustand der Schöpfung thematisiert auch eine Installation im Kapitelsaal: Die Schweizer Künstlerin Ursula Scherrer und die US-amerikanische Sängerin und Komponistin Shelley Hirsch haben den Raum unter Verwendung von Meeresalgen mit einem Licht- und Klangkonzept gestaltet, in dem das schöpferische Urchaos symbolisiert wird.

Einige Konzerte bereits ausverkauft
Bereits ausverkauft ist auch der Auftritt des iranischen Ensembles Shams - zum ersten Mal in Österreich - mit Sufi-Musik und Derwischtanz am 9. März. Zwei Abende bestreitet der lettische Jugendchor "Kamer...": mit Motetten und Madrigalen am 15. März im Kolomanisaal von Stift Melk, am 16. März - wieder in Krems - unter Mitwirkung von Ernst Kovacic (Violine) und Nicolas Altstaedt (Cello) mit Werken von Sven David Sandström, Juris Karlsons, Peteris Vasks und Sofia Gubaidulina ("Gesänge von Sonne und Mond").

Info
Alle Informationen rund um das Festival erhalten Sie unter www.klangraum.at.