George CLOONEY / Venedig

Venedig

George Clooney zieht alle in seinen Bann

Polit-Drama "The Ides of March": Starker Auftakt für Filmfestspiele von Venedig.

Besser hätte dieser Auftakt nicht ausfallen können: Mit George Clooneys fesselndem Polit-Dram a The Ides of March startete Venedig Mittwochabend in die 68. Filmfestspiele. Der italophile Hollywoodstar, der am Comosee residiert, fühlt sich am Lido sichtlich wohl wie zu Hause. Er brachte nicht nur jede Menge guter Stimmung und einen ganzen Tross an Freunden, wie u.a. Supermodel Cindy Crawford und Randy Gerber nach Venedig mit, sondern auch seine bislang vierte Regiearbeit, die bei Kritikern blendend ankam:

Ein ganz großer Wurf sei das Drama um demokratische Irrungen und den Pressesekretär eines US-Präsidentschaftskandidaten, der vom Idealisten zum Realisten wird. „Wir wollten diesen Film eigentlich schon vor zwei Jahren drehen“, verrät Clooney im ÖSTERREICH-Talk, „aber damals gab es so viel Euphorie wegen der Wahl von Barack Obama. Wir mussten abwarten, bis die Leute wieder zynischer werden.“

Diashow: Filmfestival Venedig: Die Stars am Lido

Filmfestival Venedig: Die Stars am Lido

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    Schon gilt Clooney als Top-Favorit für den Goldenen Löwen. Doch die Konkurrenz ist groß, z.B. Roman Polanskis Der Gott des Gemetzels mit Christoph Waltz (auch seit Mittwoch vor Ort!), Jodie Foster und Kate Winslet, der heute am Programm steht. Am Donnerstag hat der in Wien abgedrehte Sigmund-Freud-Film A Dangerous Method mit Viggo Mortensen und Keira Knightley Premiere.

    Madonna-Festspiele
    Ab Donnerstag wird jedoch Madonna alle in den Schatten stellen: Die Pop-Queen präsentiert außerhalb des Wettbewerbs ihre zweite Regiearbeit W.E, ein romantisches Drama, in dem sie sich der Liebesgeschichte zwischen König Edward VIII. und der geschiedenen Wallis Simpson annimmt.

    Dazu moderiert Madonna morgen für das das Modehaus Gucci den Women in Cinema-Award, der herausragende Leistungen von Frauen im Filmgeschäft würdigt.
     

    Clooney-Film: Ein ganz großer Wurf

    Machtgieriger Clooney. Charme, Esprit und kluge Thesen, die eine bessere Welt versprechen: Einem Präsidentschaftskandidaten, wie ihn George Clooney in The Ides Of March spielt, würden Herzen und Stimmen zufliegen.

    Doch dem Star geht es hier nicht darum, sein Strahlemann-Image zu pflegen. Der Regisseur Clooney gibt dem Darsteller Clooney nur eine Nebenrolle – und stattet ihn mit bösen Macken aus. Hinter der charismatischen Fassade stecken Machtgier und kaltes Kalkül.

    The Ides of March ist ein knallhartes Drama über Schein und Sein in der Demokratie. Im Zentrum steht der famose Jungstar Ryan Gosling als Pressesekretär des Kandidaten, der lernt, dass man mit Idealismus in der Politik keine zehn Meter weit kommt. Und der sich rasch den Verhältnissen anpasst. Zynisch und großartig zugleich.

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