Serafin: "Die Natur hat uns verarscht"

Premieren-Pech

Serafin: "Die Natur hat uns verarscht"

Während im ORF die Aufzeichnung der Generalprobe lief, ging die „Zigeunerbaron“-Premiere in Mörbisch baden.

Letzten Donnerstag, 20.30 Uhr: Die Besucher der Zigeunerbaron-Premiere in Mörbisch wurden via Lautsprecher vertröstet – Sturm und Guss machten den pünktlichen Beginn der Vorstellung unmöglich. Um 21.45 Uhr schien der Start plausibel. Doch als die 6.200 Zuschauer ihre Plätze eingenommen hatten, begann es erneut aus allen Schleusen zu schütten. Um 22 Uhr musste Intendant Harald Serafin – „sehr traurig“ – die Premiere absagen. Wir sprachen mit ihm am trüben Tag danach ...

ÖSTERREICH: Sie selbst mussten, nachdem am Ende keine Hoffnung mehr bestand, die Besucher nach Hause schicken!
Harald Serafin: Ich war sehr deprimiert. Wir hatten sechs Wochen lang eine tolle Probenarbeit – und dann das! Nachher hat sich jeder in irgendein Loch geflüchtet, um sich auszuweinen.
ÖSTERREICH: Es konnte niemand etwas dafür.
Serafin: Es war Schicksal. Es war kein menschliches Versagen. Und es ist ja zum Glück kein Unfall passiert. Trotzdem hat uns das alle sehr gepackt.

ÖSTERREICH: Hatten Sie via Computer nicht alle Gewitterfronten vorhersehen können?
Serafin: Wir sahen alle Wetterfronten. Aber diese eine, die uns dann – als wir mit der Vorstellung endlich beginnen wollten – den Rest gab, sollte laut Computer an uns vorbei schleichen ... Da fühlte sich das Publikum dann endgültig von der Natur verarscht. Was natürlich furchtbar traurig war, denn wir hätten das gerne durchgezogen. Wir hätten auch bis Mitternacht gespielt.
ÖSTERREICH: Bedeutet so ein Totalausfall eine große finanzielle Einbuße?
Serafin: Das bezahlt alles die Versicherung. Aber es wird trotzdem kompliziert, weil man zum Beispiel mit den ganzen Reisebüros Kontakt aufnehmen muss ... Jedenfalls möchte ich an alle Mörbisch-Fans appellieren: Es gibt noch 30 Vorstellungen! Der Zigeunerbaron ist wunderbar, und ich bitte Euch, zu kommen!