Herbert von Karajan: 25. Todestag

Unsterblicher Musiker

Herbert von Karajan: 25. Todestag

Den Namen Von Karajan umweht nach wie vor die Magie der Klassik.

"Generalmusikdirektor Europas", "Strippenzieher", "Klangmagier" - auch 25 Jahre nach seinem Tod verkörpert Herbert von Karajan den Inbegriff des Dirigenten. Zwar haben neue Generationen von Kapellmeistern die Podien erobert - Barenboim, Jansons, Rattle, Welser-Möst. Kein anderer Maestro wird aber - sogar über den Tod hinaus - so mit Superlativen überhäuft. Heute, am 16 Juli vor genau 25 Jahren starb der Virtuose in Anif in Salzburg.

Verstaubt oder genial?
Kritiker empfehlen Karajan-Aufnahmen, etwa von Sibelius oder Beethoven, noch immer als Grundausstattung eines jeden Klassik-Fans. Sie kritisieren dabei aber auch Karajans "Breitwandsound", der wohl dem Klangideal einer verblichenen Epoche entspricht. Der Philosoph Theodor W. Adorno sprach von Karajan als "Genius des Wirtschaftswunders". Der Glaube, es gebe ein Klangideal unabhängig von der Interpretation des Einzelwerks, habe bei den Hörern einen Nerv getroffen, schrieb der Musikwissenschafter Peter Uehling in einer Karajan-Biografie. Die Karajan-Nachfolger pflegen im 21. Jahrhundert die historische Aufführungspraxis und damit einen schlanken Klang.

Schatten der Vergangenheit
Während die Kritik an Karajans Klangvorstellungen eher die Musikliebhaber bewegte, zog die Mitgliedschaft des Dirigenten in der NSDAP weitere Kreise. Karajan war bereits in die Partei eingetreten, als er mit 26 Jahren in Aachen zu Deutschlands jüngstem Generalmusikdirektor aufstieg. Seine Nähe zu den Nazis diente seiner Karriere. 1937 debütierte er mit "Tristan und Isolde" in Wien, ein Jahr später leitete er den "Fidelio" in Berlin.

Er wich zunächst ins Ausland aus und erreicht an der Spitze der Berliner Philharmoniker, wo er fast 35 Jahre blieb, den Höhepunkt seiner Karriere. 1989 schließlich kam es zum Streit mit den Philharmonikern. Karajan zog sich nach Anif bei Salzburg zurück. Dort starb er am 16. Juli 1989 mit 81 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

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