"La clemenza di Tito" bei den Innsbrucker Festwochen

Innsbrucker Festwochen

Mozart-Oper sorgte für triumphalen Auftakt

Mozarts "La clemenza di Tito" begeisterte das Premierenpublikum.

Mit "La clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart haben die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik am Mittwochabend (7. AUgust)  einen mehr als gelungenen Auftakt gefeiert. Das Premierenpublikum zeigte sich von der Inszenierung der Opera seria durch Christoph von Bernuth begeistert. Alessandro De Marchi, künstlerischer Leiter der Festwochen, übernahm selbst das Dirigentenpult der Academia Montis Regalis.

Jubel blieb Mozart verwehrt
Für die Krönungsfeierlichkeiten von Leopold II. schrieb Mozart die Oper über den römischen Kaiser, der seine Untertanen nicht durch Angst und Schrecken, sondern mit Milde und Güte regiert. Dennoch ist seine Herrschaft von Demokratie weit entfernt, denn nur aus machttaktischen Gründen setzt Tito die Gnade als Mittel zur Herrschaftssicherung ein. Den Erfolg seiner Oper konnte Mozart nicht mehr mitfeiern. Er starb nur wenige Monate nach deren Uraufführung im September 1791.

Tito wie Popstar gefeiert
Wie einen Popstar, der von seinen Fans bejubelt und begehrt wird, inszeniert Christoph von Bernuth seinen Tito. Das Volk, das durch den Chor der Academia Montis Regalis und zahllose Statisten auch auf der Bühne ein Gesicht und eine Stimme erhält, liegt dem Kaiser zu Füßen. Bernuth öffnet in seiner Inszenierung die imaginäre Wand zwischen Zuschauerraum und Bühne und sorgt damit für eine willkommene Abwechslung. Der Chor und auch die Schauspieler verlassen die Bühne und agieren mitunter im Zuschauerraum des Tiroler Landestheaters.

Musik rundet Bühnenspektakel ab
Di Marchis Version von "La clemenza di Tito" wird sehr stark durch die Musik getragen. Alle Rezitative werden durchgängig von einem Violoncello und einem Kontrabass begleitet. Eine Praxis, die auch in der Barockzeit Tradition hatte. Das Bühnenbild von Oliver Helf ist hingegen eher modern gehalten. Ein überdimensionierter Stuhl dient dem Kaiser als Thron. Durch einen geschickten Einsatz der Drehbühne im Tiroler Landestheater, geht das Kapitol in nur wenigen Augenblicken in einem lodernden Flammenmeer auf und verwandelt sich ebenso schnell in ein Amphitheater.

Sänger begeisterten  Opernfreunde
Auch die Sänger trugen wesentlich zum gelungenen Premierenabend bei. Vor allem Kate Aldrich brillierte als Sesto nicht nur durch ihre stimmliche Sicherheit, sondern auch durch ihr schauspielerisches Können. Dadurch wurden die Gewissenskonflikte des jungen Mannes bis in die letzten Reihen spürbar. Ebenfalls hervorragend waren Carlo Allemano in der Rolle des Tito und Nina Bernsteiner als Vitellia.

Info

"La clemenza di Tito", Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung), Christoph von Bernuth (Regie), Oliver Helf (Bühnenbild und Kostüme), Carlo Allemano (Tito Vespasiano), Nina Bernsteiner (Vitellia), Kate Aldrich (Sesto), Ann-Beth Solvang (Annio), Dana Marbach (Servilia), Marcell Bakonyi (Publio). Tiroler Landestheater, weitere Aufführungen am 9. August, 19 Uhr und 11. August 16 Uhr, Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Karten: 01 / 88 0 88, www.altemusik.at