"Zeichnen für den Frieden" in Krems

Karikaturmuseum Krems

"Zeichnen für den Frieden" in Krems

Pazifistischer Kontrapunkt zum Weltkriegsgedenken im Jahr 2014.

Einen pazifistischen Kontrapunkt setzt das Karikaturmuseum Krems dem allgemeinen Gedenken zum Ersten Weltkrieg entgegen. Am Samstagvormittag (25. Jänner) hat Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) die von Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer im Ironimuskabinett des Hauses zusammengestellte Schau "Zeichnen für den Frieden. Die Friedenstaube in der Karikatur" eröffnet.

Die Friedenstaube im Zenturm

Als Blickfang im Foyer dient keine Karikatur, sondern eine von Picasso in Form einer Farblithografie gestaltete Friedenstaube, bewusst von einem Jagdrahmen umgeben. In mehr als 40 Exponaten zeigt das Karikaturmuseum pointierte zeichnerische Kommentare zum politischen Zeitgeschehen seit den 1950er-Jahren. Ob Kalter Krieg, Krisen, Konflikte oder Friedensbemühungen: Die Friedenstaube war stets im Einsatz. Dabei sind u.a. Arbeiten von Rudolf Angerer, Hellmuth Macheck, Erich Sokol, Erich Eibl und Gerhard Haderer vertreten. Auf der Facebook-Seite des Museums werden unter dem Motto "Zeichne für den Frieden!" bis 1. Juni kreative Inputs zum Thema gesammelt. Jene fünf Einsendungen mit den meisten "Likes" werden am Flatscreen im Schaufenster des Museums präsentiert und mit jeweils zwei Eintrittskarten und einem Ausstellungskatalog honoriert. Der Katalog enthält Beiträge von Gottfried Gusenbauer, Armin Laussegger und Reinhard Linke.


Federfieh mit großer Aussagekraft
"Die Friedenstaube musste oft Federn lassen. Die spitze Feder der Karikatur hat sie immer wieder als Motiv aufgenommen", erklärte Schwarz und betonte die Notwendigkeit des Engagements der Kunst für den Frieden. Bei einer von "Profil"-Chefredakteur Christian Rainer moderierten Podiumsdiskussion meinte Gustav Peichl, der sich nicht als Karikaturist, sondern als zeichnender Journalist bezeichnet, er hätte "Zeichnen gegen den Krieg" als Ausstellungstitel bevorzugt. Irene Höglinger-Neiva (Informationsdienst der Vereinten Nationen, Wien) berichtete von der seit 2006 bestehenden UN-Initiative "Cartooning for Peace". "Ein gewisses Maß an Verantwortung" vermisst Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Wien, im gelegentlich "allzu saloppen Umgang mit Provokation" sowie bei hetzerischen Karikaturen der Vergangenheit. Wie käuflich Künstler seien? Sängerin Timna Brauer: "Das ist eine Frage der persönlichen Ethik."

Info
Karikaturmuseum Krems: Zeichnen für den Frieden. Die Friedenstaube in der Karikatur. 26. Jänner bis Jänner 2015. www.karikaturmuseum.at

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