Konkurrenzlos: Neil Shicoff als Hoffmann

Opernkritik

Konkurrenzlos: Neil Shicoff als Hoffmann

Das Meisterwekr von Neil Shicoff bleibt unerreicht.

Neil Shicoff singt den Hoffmann an der Staatsoper, und das Haus erbebt ob solch elementarer Urgewalt. Als liebes- und trunksüchtiger Dichter in Offenbachs fantastischer Oper Les contes d’Hoffmann, die auf drei Erzählungen des romantischen Poeten E. T. A. Hoffmann basiert, ist der phänomenale US-Tenor ohne Konkurrenz.

Fiebrig
Der Sensibilissimus unter den Opernstars versteht es wie kein anderer, den herrlichen Schmelz seines Timbres mit der fiebrigen Intensität seiner Darstellung zu mischen, sodass schon in wenigen Takten aus funkelnden Tönen und Blicken ein destruktiver Antiheld entsteht. Den obsessiven Poeten, der seinen Zechkumpanen von drei albtraumhaften Liebesabenteuern – mit der Puppe Olympia, der Sängerin Antonia und der Kurtisane Giulietta – erzählt, charakterisiert Shicoff mit unterschiedlichen tenoralen Timbres: leicht, im Stil der Offenbach’schen Opéra comique im Olympia-Akt, lyrisch im romantischen Antonia-Akt, leidenschaftlich im Boudoir Giuliettas, dramatisch im Prolog und Epilog mit der hohen Ballade vom Zwerg Kleinzach.

Neben Shicoff bezaubert Daniela Fally als stratosphärische Olympia, Marina Rebeka ist eine stimmschöne Antonia; in den Rollen der Bösewichter beeindruckt der Bass Ildar Abdrazakov.

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