Müller-Stahl präsentiert Memoiren

Schauspieler und Schrifsteller

Müller-Stahl präsentiert Memoiren

Müller-Stahl erzählt sein Leben im Buch "Dreimal Deutschland und zurück".

Nur wenige Lebensgeschichten sind so stark mit Ost und West verbunden wie die von Armin Mueller-Stahl. 25 Jahre nach dem Mauerfall gibt der Ausnahmemime in seiner Autobiografie "Dreimal Deutschland und zurück" beeindruckend offen, humorvoll und uneitel Einblick in sein Leben in beiden Teilen Deutschlands.

Erinnerungen an drei Deutschlands
"Ich habe in drei Deutschlands gelebt und konnte mit keinem richtig warm werden", gesteht der heute 83-jährige Charakterdarsteller in seinen Memoiren, die "Merian"-Chefredakteur Andreas Hallaschka aufgeschrieben hat. "Ich konnte es nicht im Faschismus, ich konnte es nicht in der DDR, und ich mochte überhaupt nicht die 'Aufarbeiter' in der alten Bundesrepublik, die über die Menschen in der DDR richteten." Den größten Teil des Buches nimmt Mueller-Stahls Erinnerung an seine beispiellose Karriere im sozialistischen Teil Deutschlands ein.

Komponist im nächsten Leben
Als Mueller-Stahl sein Buch am Montagabend im Berliner Theater am Schiffbauerdamm vorstellt, in dem einst seine Karriere begann, wirkt er mit sich voll im Reinen. Selbstironisch und schlagfertig lässt er von ZDF-Moderator Wolfgang Herles auch nach sehr persönlichen Dingen befragen. Trotz allen Erfolgs, trotz der Liebe des Publikums und seiner zwei Oscar-Nominierungen ("Avalon" und "Shine") würde er im nächsten Leben lieber Dirigent und Komponist werden, gesteht er. "Von der Musik werde ich am meisten und am tiefsten berührt."

"Wossi"
1930 im ostpreußischen Tilsit geboren und im brandenburgischen Prenzlau aufgewachsen, lebte er als "Wossi" lange im gutbürgerlichen Westen Berlins, während er an der Ost-Berliner Volksbühne arbeitete. Nach dem Bau der Mauer ging er freiwillig in die DDR: "Ich hoffte auf die Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit." Mit Filmen wie "Königskinder" (1962), "Nackt unter Wölfen" (1963) und "Jakob der Lügner" (1974) wird er zum hochdekorierten Aushängeschild des DDR-Films, mit seinen Fernsehproduktionen zum Publikumsliebling.