Wirbel um Entscheidung

Jüdisches Museum: Danielle Spera muss gehen

Das Jüdische Museum bekommt eine neue Leitung: Barbara Staudinger folgt auf Danielle Spera als Direktorin. Kritische Stimmen meinen, der Wechsel habe politische Hintergründe.

Die Zeit von Danielle Spera an der Spitze des Jüdischen Museums Wien geht zu Ende: Barbara Staudinger übernimmt ab Juli 2022 die Direktion der renommierten Einrichtung. Dies teilte die zuständige Wien Holding am Donnerstag via Aussendung mit. Die derzeitige Direktorin des Jüdischen Museums in Augsburg setzte sich damit gegen 19 Bewerberinnen und Bewerber durch, darunter auch Spera selbst, die sich um eine Verlängerung ihres mit Juni 2022 auslaufenden Vertrages beworben hatte.

Die Ankündigung des Wechsels sorgt bereits für Wirbel: Kritische Stimmen vermuten, Spera sei seitens der Wien-SPÖ ausgemustert und durch Staudinger ersetzt worden.

Staudinger kam 1973 in Wien zur Welt und studierte dort später Geschichte, Theaterwissenschaft und Judaistik. Nach einer Position als wissenschaftliche Angestellte am Institut für jüdische Geschichte Österreichs von 1998 bis 2005 wurde sie Kuratorin am Jüdischen Museum München und war unter anderem Teil des Teams zur Neugestaltung der österreichischen Ausstellung im Museum Auschwitz-Birkenau. Seit 2018 steht sie dem Jüdischen Museum Augsburg vor.