Otto Schenk: Hoch soll er leben!

85. Geburtstag

Otto Schenk: Hoch soll er leben!

Der König der Komödie feiert in der Wiener Stadthalle seinen 85. Geburtstag.

Er ist Österreichs populärster Schauspieler, ein Publikumsliebling, begnadeter Komödiant und grandioser Grantler, hinter dessen Genie der Lustigkeit der Abgrund lauert. Am 12. Juni feiert Otto Schenk, der als Opernregisseur Weltkarriere gemacht hat, seinen 85. Geburtstag. Den Jubeltag verbringt der König der Komödie in der Stadthalle, wo er sein Programm Das Allerbeste zum 85. Geburtstag präsentiert (Karten bei oeticket). Ad multos annos!

ÖSTERREICH: Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?
OTTO SCHENK: Gar nix. Dass das Hirn nicht nachlässt, dass es meiner Frau und mir gut geht. Und den Weltfrieden wünsch’ ich mir auch.

ÖSTERREICH: Was waren die Höhepunkte in Ihrem Leben?
SCHENK: Der Höhepunkt meines Lebens ist meine Frau, durchgehend. Ich hab sie im Reinhardt-Seminar kennengelernt, sie hat mir viel früher gefallen als ich ihr. Als sie dann Ja gesagt hat – dass wir unser Leben zusammen verbringen wollen –, war ich glücklich. Es ist uns auch gelungen, wir sind 59 Jahre verheiratet.

ÖSTERREICH: Was war der theatralische Höhepunkt?
SCHENK: Mein Durchbruch war der Moment, als sich mir die Tore zu den Meisterwerken der Oper erschlossen haben, zwar nicht als Sänger oder Dirigent, aber als Regisseur, als helfender Schauspieler. Ganz wichtig war Wagners Ring an der Met und an der Staatsoper die Jenůfa von Janáček, da war ich 28. Wir hatten einen rauschenden Erfolg, und als ich vor den Vorhang kam, dachte ich: Wenn das der Papa noch erlebt hätte!

ÖSTERREICH: Bei Ihrer Geburtstagsshow treten Sie als Dirigent auf …
SCHENK: Dirigent war immer mein Traumberuf. Ich glaube zu wissen, was die Musik bedeutet, ich ahne, wie ein Sänger eine Arie singen muss, was der Einsatz einer Flöte meint. Ich habe zwei Greisen-Erfolge: Ich diktiere Bücher, ich bin ein Bücher-Diktator, und die Leute lachen, wenn ich dirigiere und das Orchester macht, was ich will. Mein Sohn ist Dirigent, ein wunderbarer Musiker; jetzt ist er Wirt in Schönbrunn mit einer Weltklasse-Kuttel­suppe und einem musikalischen Touch in der Küche.

E. Hirschmann-Altzinger