Ringturm

Slowakei-Schwerpunkt

Ringturm zeigt "gebaute Ideologie"

Schau beleuchtet Architektur im Spannungsverhältnis von Totalitarismus und Moderne.

"Gebaute Ideologie" steht im Zentrum der neuen Ausstellung der Reihe "Architektur im Ringturm". Ausgewählte Beispiele spätmoderner Architektur der Slowakei sollen dabei das Spannungsverhältnis von Totalitarismus und Moderne beleuchten. Die Schau wurda am 10. Februar eröffnet und ist bis 14. März zu sehen.

Einfluss des totalitären Regimes  
Basis der von Adolph Stiller und Henrieta Moravcikova kuratierten Ausstellung sind zwei aktuelle Forschungsarbeiten an der Technischen Universität von Bratislava. Im Fall der Slowakei sei der Einfluss totalitärer Regimes auf eine einheitliche ästhetische Ausrichtung der Architektur relativ begrenzt gewesen, heißt es in den Presseunterlagen: "Die Machtstrukturen waren nie in der Lage, ihre eigenen Ideen von Architektur zu formulieren und deshalb war es dem Berufsstand möglich, ohne große Unterbrechung Beziehungen zur internationalen Architekturdiskussion zu entwickeln."

Die Slowakei aus architektonischer Sicht
Unter den u.a. in historischen wie aktuellen Fotos dokumentierten Projekten, die in diesem politischen Spannungsfeld entstanden sind, sind das Repräsentationshaus in Zilina, die sozialistische Modell-Stadt Nova Dubnica, das Gebäude des Slowakischen Rundfunks und die Slowakische Nationalgalerie, das Hotel Kyjev, das Kaufhaus Prior und das Haus der Kultur ROH in Bratislava sowie das Denkmal des Slowakischen Nationalaufstandes in Banska Bystrica. Einen besonderen Stellenwert nimmt das Plattenbauviertel Petrzalka ein, dessen Bau 1973 begonnen wurde und das zum Symbol des öffentlichen Wohnungsbaus in der Slowakei in der Zeit des Sozialismus wurde. In der von den beiden slowakischen Architekten Jozef Chovanec und Stanislav Talas konzipierten Siedlung wohnen heute rund 112.000 Menschen.

Info
"Spätmoderne Slowakei - Gebaute Ideologie", Ausstellung im Ringturm, Wien 1, Schottenring 30, 11. Februar bis 14. März, Mo-Fr, 9-18 Uhr; Katalog, hg. von Adolph Stiller, 180 Seiten, 26 Euro

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