Schönberg Center feiert 15 Jahrjubiläum

"art is: new art"

Schönberg Center feiert 15 Jahrjubiläum

Geburtstag wird mit Sonderausstellung und Rahmenprogramm begangen.

Das Arnold Schönberg Center in Wien feiert sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass beschäftigt man sich mit dem 1951 verstorbenen österreichischen Komponisten nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern widmet ihm die Sonderausstellung "art is: new art": Zehn zeitgenössische Künstler nähern sich aus einer bildnerischen Perspektive dem Schöpfer der Zwölftonmusik. Von 12. März bis 30. Juni sind die Werke zwischen abstrakten Bühnenbildnissen, Aquarellen und Videoarbeiten zu sehen.

Titel ist Schönberg-Zitat
Der Titel verweist auf ein Schönberg-Zitat, wie Christian Meyer, Direktor des Centers, bei einer Presseführung erklärte. Ende der 1940er-Jahre gab es in San Francisco eine Veranstaltung zum Stellenwert Moderner Kunst, an der der Komponist zwar nicht persönlich, aber in Form eines Statements teilnahm. "Für ihn musste Kunst insofern immer neu sein, als sie neu in uns entsteht", so Meyer, für den die Ausstellung auch ein Wagnis darstellt - steht doch ganz zeitgenössische bildende Kunst im Fokus.Kuratiert von Edek Bartz versammelt das Center nun zehn Positionen, die sich mit der Person Schönbergs ebenso auseinandersetzen wie mit seinem künstlerischen Schaffen - von der Musik bis zu bildenden Werken - und damit eine aktuelle Sichtweise einbringen. Mathias Poledna, Österreichs Vertreter bei der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig, schuf auf Basis von Entwürfen Schönbergs einen nie verwirklichten Schrank, den er im Unterschied zu Schönbergs Intention aber naturbelassen und gänzlich unbehandelt realisierte, einer figuralen Skizze gleich.


Stephen Prina als Ausgangspunkt
Den Ausgangspunkt für die Schau bildete Stephen Prina, der sich schon Ende der 1970er künstlerisch mit Schönberg beschäftigte. Von ihm ist etwa "The Way He Always Wanted It" zu sehen, eine Bearbeitung von Schönbergs "Sechs kleine Klavierstücke", deren Partituren er kreisförmigen Versuchsaufbauten beistellt, die die gleichzeitige Spielbarkeit der Werke ermöglichen sollen. "Mich hat an ihm immer seine Vielseitigkeit angezogen", erklärte Prina sein Faible für den österreichischen Komponisten. Die zeitliche Abfolge ad absurdum führt wiederum Rodney Graham, der Schönbergs Essay über das Urheberrecht von Wagners "Parsifal" aufgreift und das Werk auf eine (theoretische) Spiellänge von 39 Milliarden Jahren aufbläst. Der, zugegebenermaßen, sehr simplen Partitur ist Schönbergs Klavierauszug des Originals gegenübergestellt. Florian Pumhösl setzt bei "Der Biblische Weg" an und übersetzt Schönbergs Bühnenskizzen in seinen eigenen, reduzierten Ausdruck. Dem Gemälde "Nachtstück II" stehen wiederum drei Arbeiten von Silke Otto-Knapp gegenüber, die düstere Nachtstimmung der Vorlage gekonnt aufgreifend. Und Marina Rosenfeld lässt in einer Zweikanal Videoarbeit den Jazzpianisten Anthony Coleman Fragmente Schönbergs interpretieren, dabei ebenso mit sich selbst spielend wie mit zeitlichen Verschiebungen.

Zeigenössisches für Schönberg
Bartz war anfangs ganz erstaunt ob des Interesses zeitgenössischer Künstler für Schönberg, wodurch letztlich "diese Arbeiten mit jenen Schönbergs kombiniert" werden konnten. Die Ausstellungsarchitektur stammt von Pumhösl, wobei man die Neukonzeption des Raumes auch zur Erneuerung der Technik nutzte, wie Meyer betonte. "Jetzt komme ich mir vor wie im MoMA", zeigte sich der Direktor vom Endergebnis angetan. "Es kann sich wirklich sehen lassen." Nicht nur sehen, sondern vor allem hören lässt sich wiederum das Begleitprogramm zur Ausstellung, mit dem das 15-jährigen Bestehen gefeiert wird: Am morgigen Dienstag steht eine "Schönberg Vinyl Night" an, Konzerte gibt es u.a. mit dem Bläserquintett der Wiener Symphoniker (14. März), dem Ensemble Wiener Collage und Mitgliedern der Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta und Rene Staar (16. März) sowie dem Arditti Quartet (18. März). Ein Katalog zur Ausstellung soll im Mai erscheinen.

Info
Ausstellung "art is: new art. Reflexionen zu Schönberg in der Gegenwartskunst"  ist  bis 30. Juni im Arnold Schönberg Center zu bewundern. Alle Informationen dazu finden Sie unter www.schoenberg.at.

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