Rossini / L’italiana in Algeri

Opernkritik

Kasarovas Koloraturen-Festspiele

Inszenierung: Rossinis "L’italiana in Algeri" an der Wiener Staatsoper.

Mustafà ist seiner Haremsdamen überdrüssig und gibt Auftrag, zu seiner Belustigung eine Italienerin herbeizuschaffen. Die wird in Gestalt der schönen und resoluten Isabella gekidnappt – die dem geilen Bock in der Folge einiges aufzulösen gibt. Rossini brachte die sprühend-komische Oper 1813 zur Uraufführung, Jean-Pierre Ponelle hat sie 1987 an der Wiener Staatsoper neu inszeniert. Von „politischer Korrektheit“ war man zu beiden Zeitpunkten weit entfernt. Weshalb sich die Wiederaufnahme an der Staatsoper anzuschauen und vor allem anzuhören lohnt? Natürlich wegen der bulgarischen Mezzo-Primadonna Vesselina Kasarova, die mit Rossinis halsbrecherischen Koloraturen beglückt. Dirigent Marco Armiliato sowie Kasarovas Bühnenpartner Ilda Abdrazakov (Mustafà) und Maxim Mironov (Lindoro) leisten solide, wenig inspirierte Arbeit.