Wozzeck"-Wiederaufnahme in der Staatsoper

Das Leid kehrt zurück

Wozzeck"-Wiederaufnahme in der Staatsoper

Franz Welser-Möst steht am Pult der Alban-Berg-Inszenierung aus 1987.

Das Meisterwerk des atonalen Musiktheaters hat eine lange Geschichte an der Wiener Staatsoper - wenn auch immer wieder mit langen Pausen: Bereits am 3. März 1930 erklang "Wozzeck" von Alban Berg das erste Mal im Haus am Ring, wo es zunächst bis 1932 am Spielplan blieb. Bis zur nächsten Aufführung sollten 20 Jahre - bis 1952 - vergehen. 1963 und 1981 kam es dann zu Neueinstudierungen, bis 1987 schließlich die Premiere einer Neuinszenierung von Adolf Dresen unter Claudio Abbado begangen werden konnte - eine Inszenierung, die bis heute am Haus läuft. Am 24. März ist Dresens Regiearbeit nach siebeneinhalb Jahren wieder einmal an der Staatsoper zu sehen.

Oper erstmals 1925 aufgeführt
Dass die 1925 uraufgeführt Oper überhaupt existiert, ist letztlich dem österreichischen Schriftsteller Karl Emil Franzos zu verdanken - respektive dessen chemischem Talent. Das von Georg Büchner bei seinem frühen Tod 1837 hinterlassene Fragment "Woyzeck" war dank der verwendeten Tinte schon nach kurzem nicht mehr lesbar. Erst ein von Franzos angewandtes chemisches Verfahren machte den Text wieder lesbar, worauf dieser ihn 1879 publizieren konnte. Bis zur Erstaufführung dauerte es abermals, weshalb "Woyzeck" erst 1913 sein Bühnenleben begann - und der junge Komponist Alban Berg alsbald den Stoff für sein atonales Meisterwerk finden sollte. Berg brachte ein Psychodrama auf die Berliner Opernbühne, in dem die Thesen Sigmund Freuds mit einem Bariton als Antiheld theatral durchexerziert werden. Er beleuchtet mit seiner hochexpressiven Musik in strenger Formgebung die Geschichte des einfachen Soldaten Wozzeck, der von seiner Gefährtin Marie mit dem Tambourmajor betrogen wird, worauf er verletzt die Geliebte ersticht und selbst bei einem Unfall ertrinkt.

Chef des Hauses selbst bei Premiere am Pult
Für die Wiederaufnahme an der Staatsoper wurden nun klingende Namen gewonnen. Am Pult wird bei seiner persönlichen "Wozzeck"-Premiere Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst stehen, während für die Titelrolle der Brite Simon Keenlyside verpflichtet wurde, dem als Marie die deutsche Sopranistin Anne Schwanewilms zur Seite steht.

Info
"Wozzeck" von Alban Berg an der Staatsoper wird noch am 27. März und 30. März sowie am 2. April und 23., 27. und 30. März 2014 aufgeführt. Alle Informationen sowie Tickets erhalten Sie unter www.staatsoper.at.

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