Krebs heilbar ab 2050

Nach Drama um Roxette

Krebs heilbar ab 2050

Trauer. Ihr Überlebenskampf bewegte Millionen Fans: Am Montag erlag Marie Fredriksson im Alter von 61 Jahren jenem Hirntumor, den die Ärzte schon vor 17 Jahren in ihrem hinteren Kopf fanden. Damals gaben sie ihr nur drei Jahre zum Leben. Sie war gerade erst 44 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mutter zweier Kinder.
 
Doch ihr eiserner Wille, ihre Familie und auch die Fortschritte in der Medizin ließen sie noch viele Jahre überleben und sogar noch ­einmal ein Comeback auf der Bühne feiern.
 

Fortschritte ließen Marie Fredriksson länger leben

 
Wunder. So traurig ihr viel zu früher Tod ist, so symptomatisch ist er für die Fortschritte in der Medizin, die immer näher an die Heilung dieser tödlichen Volkskrankheit, die in Österreich pro Jahr 19.000 das Leben kostet, kommt. Dr. Paul Sevelda (65), Chef der Krebshilfe, erklärt in ÖSTERREICH, dass es vor 20 Jahren die Medizin nicht besser wusste: „Wir haben entsprechende bessere Medikamente entwickeln können. Medikamente, mit denen Hirnmetastasen zu behandeln sind. Was vor 25 Jahren eine schlechte Prognose war, ist heute anders. Wir erleben jetzt durchaus PatientInnen, die selbst nach einer Hirnmetastasierung lange und bei guter Qualität überleben.“
 

"Es war die Hölle", schreibt sie in ihrer Biografie

 
Kampf. „Damals brach die Hölle aus“, beschreibt Fredriksson in ihrer Biografie den Schock nach der Diagnose Krebs. Es folgte eine Operation am Gehirn und eine zweijährige, sehr schmerzhafte Strahlen-Therapie. „Ich konnte nicht mehr sprechen“, so Fredriksson.
 
Auch das wäre heute nicht mehr so extrem, man könne auch gezielter bestrahlen, so Martin Glas, Krebs-Experte. Und: „Da unsere Patienten heute länger leben, darf es uns nicht nur um das reine Überleben gehen. Die Langzeit-Überlebensqualität wird immer wichtiger.“
 
Abschied. Marie Fredriksson konnte so ihre beiden Kinder aufwachsen sehen. Obwohl die Trauer in der Popwelt groß ist. Ihre Roxette-Hits, die millionenfach verkauft wurden, stürmen jetzt die Charts.
 

Austro-Arzt will Krankheit besiegen

greell.jpg © Salk.at
 
Forschung. Das neue Hoffnungswort im Kampf der Medizin gegen Krebs heißt „Immuntherapie“. Einer, der in Österreich damit große Fortschritte erzielt, ist Dr. Richard Greil, Leiter des Salzburger Krebsforschungszentrums. Im ORF meint er sogar: „Wir wollen, dass Krebs bis 2050 heilbar ist.“
 
Etwas, das auch bei der vor Jahren todbringenden Aids-Erkrankung längst keine Zukunfts-Utopie mehr ist. Heute ist eine HIV-Infektion kein Todesurteil mehr.
 

Eigene Abwehrzellen im Kampf gegen Krebszellen

 
Erfolge. Aktuell erzielt Greil große Erfolge mit der Immuntherapie gegen aggressive Formen der Leukämie und von Lymphdrüsenkrebs. Hier ist er europaweit in der Forschung vorne dabei. Erste Patienten, so Greil, konnten ohne große Nebenwirkungen – wie etwa bei Chemo- oder Strahlentherapie – behandelt werden.
 
Die Methode: Die Ärzte holen sich aus dem Blut der Patienten Abwehrzellen, sogenannte T-Killerzellen. Diese können Krebszellen nicht erkennen – deshalb werden sie dann im Labor gentechnisch mittels Viren verändert. Diese neuen Abwehrzellen werden vermehrt und wieder in die Blutlaufbahn zurück injiziert – und bekämpfen dort dann die Krebszellen.
 
Hoffnung. Auf seiner Homepage wir-besiegen-krebs.at sammelt Dr. Greil Spenden für die Forschung. „Unterstützen Sie uns, damit im Jahr 2050 kein Österreicher mehr an Krebs sterben muss.“ Hoffentlich.
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